Mittwoch, 1. Juli 2009

Nie scheint uns die Sonne so nah ...

... wie im Sommer. Doch nimmt sie am 04.07.2009 in 152,091 Mio. km die größte Distanz auf ihrer scheinbaren elliptischen Bahn ein, die ja nichts anderes darstellt als die Projektion der Erdbahn um die Sonne.

Der Sommer unserer geografischen Nordhalbkugel leitet sich aus der Schrägstellung der Erdachse zur Umlaufebene ab, weil sich gegenwärtig der Nordpol der Sonne zuneigt.
Im Winter umgekehrt: Nordpol der Sonne abgewandt, aber Erde mit 147,096 Mio. km in Sonnennähe am 04.01.2009.

Der scheinbare Sonnendurchmesser ist jetzt also aufgrund der größten Entfernung kleiner, dennoch so nachhaltig „sonnig“ in unserer Wahrnehmung. – Ein überzeugendes Beispiel für zu erkennende Gesetzmäßigkeiten, die sich nicht an Scheinbarkeiten andocken, sondern faszinierende logische Vorgänge repräsentieren.

Kann es verwundern, dass der Massen-Medien-Mensch derartiges kaum kennt, stattdessen aber durch den medialen Transfer glaubt, die Sonne stehe jetzt gemäß astrologischen Wahnsinns im Zeichen Krebs, während sie eindeutig vor dem Sternbild Zwillinge residiert?

So hinters Licht geführt, glaubt die Masse auch an den „Klimawahn“!

Sol omnia regit – Die Sonne regiert alles, erkannten bereits die Römer (Griechen, Ägypter u.a. ebenso). Ihrer Kultur wurde heimgeleuchtet, als sie sich immer schwergewichtiger der oberflächlichen Trivialität hingaben.

Labels: ,

Montag, 29. Juni 2009

Verschlimmbesserung des Bildungssystems

Es beginnen die Sommerferien 2009 in einem kranken Bildungssystem.

Schon im Jahre 2001 schrieb ich einen Zeitungsartikel, den ich hier aus meinem Buch „Menschliches Glauben“, Novumverlag, 2008 zitiere; der „Pädagoge“ bin ich selbst:

„Ein deutscher Pädagoge meldete sich Ende 2001 zu Worte und erlebte ein seltsames Wechselbad. Hier zunächst der authentische Text:
„Als Lehrer einer Hauptschule mit 30 Jahren Berufserfahrung vertrat ich schon lange die Auffassung, dass nur eine weitgehend gleichgültige Öffentlichkeit die Augen vor dem Bildungsskandal in Deutschland derartig verschließen kann, dass es jetzt einer Vergleichsstudie (Pisa) quasi als Signal von außen bedurfte, den Missstand ungeschönt wahrzunehmen. Allein, die aufgescheuchte Reaktion auf die Studie beweist die pädagogische Orientierungslosigkeit der Gesellschaft, die ja dieses (Un-)Bildungssystem hervorbrachte. Im einfachsten und dümmlichsten Falle kritisiert man jetzt die Lehrer, und als solcher möchte ich an den Werdegang des Desasters erinnern.
1. Da gab es einmal eine „Ganzheitsmethode", mit der Schüler wirkungsvoller schreiben und lesen lernen sollten. - Fehlschlag!
2. Die Mathematiker folgten der Philosophie der Mengenlehre. - Fehlschlag!
3. Geisteswissenschaftliche („Schwafel"-)Fächer traten in den Vordergrund, die Naturwissenschaften wurden vernachlässigt.
4. Rechtschreibung wurde zumindest in der Hauptschule erst in den Nebenfächern, bald auch in Englisch (Vokabeln lernen überflüssig!) und dann sogar in Deutsch immer weniger oder gar nicht bewertet.
5. Bildete man zunächst aus etwa zehn verschiedenen Hauptschulen ein 10. Schuljahr für die besten Schüler zum Erwerb des Realabschlusses, dauerte es gar nicht lange, und fast jede Hauptschule richtete ein 10. Schuljahr ein. Möglich war das nur durch drastische Senkung der Leistungsanforderungen - eine Augenwischerei ohne Beispiel!
6. Wenig später wurde ein weiterer 10. Jahrgangstyp A eingeführt, der de facto keine höhere Qualifikation darstellt als der Abschluss der 9. Klasse. Völlig demotivierte und frustrierte Schüler werden ein Jahr lang verwahrt!
7. Gab es vor einigen Jahren noch Förderschulen, die Aussiedler- und Ausländerkinder in ihren sprachlichen Problemen auffingen, integriert man heute an Hauptschulen häufig, indem diese Kinder mit oft geringsten deutschen Sprachkenntnissen einfach in die Regelklassen kommen - mit all den sozialen Konflikten, die gewaltsam hochkochen.
8. Der Kinderanteil fremder Kulturgruppen erreicht in vielen Klassen mehr als 75% - wer soll hier wohin und wie integriert werden?
9. Aus diesem Spannungsfeld heraus und auch aus einem fatalen Erziehungsversagen der Elternhäuser erwächst eine gnadenlose Disziplinlosigkeit der Schüler gegenüber Mitschülern, Lehrern und schulischen Einrichtungen. Und die Schulministerien nahmen den Lehrern nahezu alle Möglichkeiten, Disziplin durchzusetzen, es sei denn, in einem Verwaltungswust „Klassenkonferenzen" zu organisieren, die sehr oft ausgehen wie das Hornberger Schießen. Ohne ein Mindestmaß an Disziplin und Ordnung ist Schule ein Zirkus, ein Schmierentheater.
10. Der Elternwille wird im gesamten Schulwesen überbewertet und führt zu grotesken Entscheidungen der Schulträger, Schulverwaltungen und pädagogischen Konferenzen, denn viele Eltern sind schlicht inkompetent, sachunkundig, von falschem Ehrgeiz getrieben und leider oft Versager in der Kindererziehung. Die Defizite arbeitet keine Schule auf.
11. Wenn es stimmt, dass 25% der Schulanfänger Sprachstörungen aufweisen, dann hat daran kein Lehrer Schuld, es sei denn die seinerzeitigen Lehrer der Eltern, die jetzt zu Hause die Kommunikation nicht pflegen können! Doch ich versichere, da ich jetzt ja solche Eltern vor mir habe, die ich selbst unterrichtete: Wir als Lehrer konnten schon damals wenig retten, was in Familien schiefging.
12. Es hat sich pädagogisch weithin eingebürgert, den schwächeren Schülern über das normale Maß hinaus Aufmerksamkeit und Förderung zukommen zu lassen, eindeutig zu Lasten der normalen Schüler, denn der Lernfortschritt der gesamten Klasse wird auf diese Weise gebremst. Das Ergebnis zeigt die Studie Pisa!
13. Die Eingangsklassen 5 der meisten Hauptschulen sind echte Restschulklassen, denn aus den Grundschulen strebt alles, unter den Verhältnissen verständlich, in andere Schulformen. Ich habe wiederholt 5. Klassen an der Hauptschule geleitet: Vielleicht 10 bis 20 % der Kinder waren nicht verhaltensauffällig, das heißt, die große Mehrheit ist gestört.
14. Das Ergebnis basiert sicherlich auch, aber nicht nur auf der Kuschelecken- und Spielpädagogik der Grundschulen, die mit viel zu viel weiblichen Lehrkräften eine ungesunde Lebenssituation repräsentieren.
15. Anstatt nun diesen und vielen weiteren Missständen klar zu begegnen, favorisieren Bildungspolitiker „autonome Schulen" die im Konkurrenzkampf untereinander stehen. Die Folgen sind vorhersehbar; es wird nach außen noch mehr gelogen, was die jeweilige Schule angeblich leiste. Modetrends und Schülereinzugsbereiche der unterschiedlichen Sozialschichten werden das hervorbringen, was nicht nur in den USA zu bestaunen ist: eine desaströse Allgemeinbildung, und die Reichen schicken ihre Kinder auf teure Elite- bzw. Privatschulen.

In allen Berufen gibt es engagierte und auch weniger geeignete Personen, so auch natürlicherweise bei den Lehrern; übrigens auch bei Hochschullehrern, die hauptsächlich manchen pädagogischen Unsinn zu verantworten haben. Ein System der Leistungskontrolle auch bei Lehrern ist berechtigt, mindestens ebenso berechtigt ist die Kontrolle der Kultusministerkonferenz, unter deren Mitgliedern seit Jahren die Inkompetenz fröhliche Urstände feiert, denn diese Herrschaften denken gerne nur in Wahlperioden und sind von Pädagogik offensichtlich ganz weit entfernt.
Letzteres gilt übrigens auch für viele Gymnasiallehrer, in deren Ausbildung Pädagogik viel zu kurz kommt.

Eine weitere Täuschung ist die Gesamtschule: Viel Gerede (Konferenzen) und nicht mehr Effizienz! Massenverschulung auf der Basis von Gleichmacherei, Anonymität und auch Negierung unterschiedlicher Begabungen, Talente und Bedürfnisse.

Wenn nun Politiker und ihre Berater glauben, auf das miserable Abschneiden deutscher Schüler im internationalen Vergleich mit „Diagnosefähigkeiten" der Lehrer für lese- und rechtschreibschwache Schüler reagieren zu müssen, offenbart sich der Diagnosebedarf für eben solche Schwätzer! Lehrer sollten in erster Linie lehren, Lernwillige fördern und zur Leistung motivieren. Diagnostizieren ist vor allem eine Aufgabe von Medizinern, Psychologen und Psychiatern.

Ferner sollte man nicht länger falsche Zusammenhänge mit Computern knüpfen, denn die Ausstattungen der Schulen sagen zunächst gar nichts über die Qualität des Bildungssystems aus. Vor jeden Bildschirm gehört erst einmal ein denkfähiger Kopf, das Denken spielt sich aber vorrangig in der Muttersprache ab, also ist diese in jedem Fall als zu beherrschendes Grundhandwerkszeug unverzichtbar.

Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her, ganz besonders auch, wenn sich Medienkonzerne in die Bildung finanzkräftig einmischen und „Medienerziehung" an den Schulen fordern. Was diese TV-, Rundfunk- und Pressemacher zunehmend an Schund in die Familien senden, ist schulisch nicht zu entsorgen.
Da mag es symptomatisch anmuten, wenn die beamtendeutschen Begriffe „Allgemeine Schulordnung" amtlich mit „ASCHO" und „kollegiumsinterne Fortbildung" mit „KIF" abgekürzt werden; jegliches Sprachgefühl ist offensichtlich verlorengegangen!
Jahrelanges Zusehen, wie die Lehrerschaft in Ermangelung von Neueinstellungen überalterte, schamvolles Verschweigen, dass immer mehr Lehrer in diesem Chaos resignieren, erkranken und vorzeitig den Ruhestand antreten, das sind weitere Versagen der parteiideologisch und nicht pädagogisch ausgerichteten Ministerien und untergeordneten Stellen. Allen demokratischen Parteien ist dieses Versagen anzukreiden, das überhaupt nicht für Wahlkämpfe taugt, auch wenn manche schon wieder ihr Parteisüppchen kochen möchten.

Das Desaster ist viel schwerwiegender: Die Mündigkeit des Bürgers wurde und wird dilettantisch verhindert, ausgehebelt durch grenzenloses Anspruchsdenken, durch Egoismus, Familien- und Kinderfeindlichkeit, durch weinerliche Unbelastbarkeit und durch die Flucht vor jeder Anstrengung. Denn Schule muss auch Anstrengung wert sein, dann erst kann Freude an der Leistung, am Erfolg aufkommen. Dazu braucht es jetzt in dieser Gesellschaft besonnener Zivilcourage.“

Nach Erscheinen der vernichtenden Bilanz in einer Tageszeitung (ohne die Ausführungen über die Gesamtschule) folgte ein überwältigendes positives Echo, der Artikel fand durch ungezählte Kopien Verbreitung bis ins benachbarte Ausland. Ein emeritierter Professor zollte höchstes Lob und gestand ähnlich wie viele andere Pädagogik-Pensionäre, in seiner aktiven Zeit in der Lehrerausbildung nicht mutig genug gewesen zu sein, seine Stimme zu erheben.

Als der Kritiker, selbst ohne Parteizugehörigkeit, schließlich auch noch bei politischen Veranstaltungen zum Thema referierte, wurde er durch Druck einflussreicher Schulleiter zum Schweigen gezwungen.“

Soweit das Zitat aus „Menschliches Glauben“.
Nicht berücksichtigt ist in all diesen Betrachtungen die konfliktbeladene Situation der
deutschen Universitäten und Hochschulen, die mir aber über viele Kontakte zu Professoren und Studenten wohl bekannt ist.
Die Ideologisierung der Bildung durch Politiker und durch einflussreiche Stiftungen ist das eigentliche Desaster. Ich traue keinem gegenwärtig amtierenden Bildungspolitiker als Mitverursacher das Format zu einer positiven Wende zu, würde mich aber gerne überraschen lassen.
Allseits erholsame, regenerative Ferien!

Labels: ,

Donnerstag, 25. Juni 2009

Das Herz der Aufklärung

Das Herz schlägt, es rast, es hämmert, pocht, es flimmert, kommt zur Ruhe, ist heiß, kalt, hart, weich, ist gut und wird zerrissen, gestohlen, lässt sich gewinnen, verlieren, es blutet und springt, zerbricht, wird auf der Zunge getragen, erobert, getroffen, es öffnet und erwärmt sich wie es sich verschließt und versteinert, wird schwer oder leicht, wird zur Mördergrube, erhebt sich, ist mutig, hat Töne, Rhythmus, Klappen und Kammern, zuckt muskulös, pumpt und speist die Reflexionen des Lebens, das evolutionäre Erwachen des Gehirns.

Labels:

Montag, 22. Juni 2009

Es geht schon wieder "ordentlich" los

Angesichts der angekündigten Ordensverleihungen für deutsche Soldaten im Afghanistan-Einsatz durch die Bundeskanzlerin Merkel könnte ich ein Buch mit Gegenargumenten füllen.
Ich mache es aber kurz mit einem Aphorismus (Nr. 191) aus meinen „Sentenzen von Freiheit“:
Blech ziert sich nicht, Schultern und Brust ordentlich zu schmücken.

Labels: ,

Donnerstag, 18. Juni 2009

Raymond Waldens Webblog: Wegschauende Wahrnehmung

Was in Raymond Waldens Webblog erscheint, wollen offensichtlich viel mehr Leute wissen, als zunächst erwartet.
Doch spricht man nicht gerne in etablierten Kreisen darüber, sind sie ja unter anderem Waldens Zielscheibe. Man nimmt also die Kritik am Bestehenden zur Kenntnis, kommentiert das kosmonome neue Weltbild kaum, denn wo käme man hin, am eigenen Standbein auch nur zu kratzen? Und das gar noch öffentlich!

Innerhalb des Gotteswahns einer der unterschiedlichen Oppositions-Parteien zu folgen, ist gang und gäbe.
„Gott“ aber als Hirnkonstrukt abzulegen und sämtliche Parteien zu hinterfragen, erscheint ungeheuerlich. Denn der etablierte Wahnsinn mag keine Enttarnung – in keinem der bisherigen Staatsverständnisse.

Das Umdenken in ganzer Breite bedeutet Evolution pur – keineswegs Revolution!
Viele sind damit überfordert, aber ahnen etwas vom vielleicht richtigen Denkansatz, schauen verunsichert vorbei im und am Blog.

Verunsicherung und Opportunität aber bedeuten keine stabile Basis, wie die Geschichte immer wieder belegt.
Anzustrebende Eindeutigkeit und Zuverlässigkeit sind nur eine Frage der Zeit im denkenden Leben.
Das Denken jedoch wird vernachlässigt, auf eher seltsamen Wegen „gefördert“ oder einfach verboten.

Hier zeigt sich das Dilemma der kosmonomischen Philosophie: Es gibt zu wenig denken Wollende einerseits und andererseits, nicht zuletzt daraus resultierend, zu wenig Denkfähige.

Sehr viel Geduld jedoch, Gelassenheit, Besonnenheit im Besonderen zeichnen die Kosmonomie unter anderem aus.

Labels: ,

Montag, 15. Juni 2009

Philosophische Ausschließlichkeit

Die unantastbare Würde des Menschen, so abgedroschen sie in Sonntagsreden auftaucht, hat ihre Wurzeln in der Gedankenfreiheit und in der Freiheit von Gewalt.

Gedankenfreiheit indes ist nur möglich in der Freiheit von Religion.
Das Faktum wird weitestgehend verdrängt, gar als ungehörig empfunden.
Ich bezeichne es als Philosophisches Ausschließlichkeitsgesetz: Menschenwürde und Religion schließen einander aus.
Denn Religion meint Ideologie, beansprucht von Kindheit an das Recht aufs Vordenken, auf das Vorschreiben, was und wie zu denken ist. Begründet wird der Anspruch mit der Notwendigkeit ethischer Wertevermittlung, doch ist längst offensichtlich, dass sich Ethik nicht aus Gottheiten oder sich gegenseitig zerfleischenden Götterinterpretationen herleiten kann.

Sanktionen durch einen richtenden Gott oder durch sich auf ihn berufende Institutionen werden bewusst zur Unterwerfung des Individuums verhängt, um Gedankenfreiheit zu verhindern. Die Unterdrückungsmethode ist so erprobt, dass sich auch nicht religiöse totalitäre Regime ihrer bedienen, Gott wird lediglich durch den Diktator ersetzt.

Dem Ausschließlichkeitsgesetz entsprechend, erfolgt die Entmündigung durch psychische und physische Gewalt.
In diesem an sich einfach zu durchschauenden Schicksalszirkel befindet sich die Menschheit innerhalb ihres unfertigen Entwicklungsstadiums hin zum eigentlichen, humanen Menschen.
Es ist der „Interimsmensch“, der sich und den Globus bisher quält, indem er Götter und Ideen gebiert, die er höher als seine Würde erachtet; er missachtet die Menschenwürde.

Erst nach Überwindung der Religionsphase wird der Interimsmensch allmählich abdanken und einem neuen Menschen mit humanem Selbstbildnis die Bühne der Historie überlassen.

Der Prozess hat begonnen, denn gar nicht so wenige Menschen leben zivilisiert, friedensfähig, gewaltfrei und würdig bereits jetzt – ohne Religion und Ideologie!
Fraglich dennoch, ob die Freiheit von Religion überleben kann angesichts der sich abzeichnenden fundamentalen, vor allem religiös begründeten Konflikte.

Labels: ,

Dienstag, 9. Juni 2009

Europas blasse Identität

Der Kontinent Europa ist historisch geprägt durch seine typische Kleinstaaterei und den jeweils im Verbund mit der zumeist christlichen Religion gepflegten Nationalismus. Trotz allgemein anerkannter kultureller Höchstleistungen schwächte sich der Kontinent politisch durch barbarische Kriege dermaßen, dass er bis heute im Poker der Großmächte eine untergeordnete Rolle spielt.
Dies erklärt sich durch die natürliche Verunsicherung der Völker nach den blutigen Desastern, zunächst auch durch eine erfreuliche Besinnung auf die Vorteile vom Friedenhalten und außerdem durch eine weniger orthodoxe Religionsgläubigkeit.
Alle drei genannten Kriterien stellen jedoch kein Fundament für eine stabile Gesellschaftsordnung dar, sondern tragen eher provisorischen Charakter, handelt es sich doch um Stimmungen, die bereits umschlagen.

Schon lange wird wieder aufgerüstet, Krieg in verschiedenen Teilen der Welt geführt oder unterstützt. Religionen und Ersatzreligionen erfahren eine Renaissance und demokratische Ideale werden durch Kapitalismus und Überwachungsgesetze ungeniert verraten.

Auf der Basis, dass es Menschen in anderen Kontinenten viel schlechter geht, sodass man sie ausbeuten kann, ließ sich in Europa eine vergleichsweise prosperierende Wirtschaftszone etablieren – wie gesagt, in Abhängigkeit von außen. Es gehört nicht viel Begabung dazu, die Endlichkeit solcher „Globalisierung“ zu erkennen.

In der Europäischen Union schlossen sich bisher 27 sehr unterschiedliche Staaten zusammen, die entgegen aller hochtragend propagierten Ziele zunächst und hauptsächlich wirtschaftlichen Konsum und Reisefreiheit favorisieren. Darüber hinaus blieb Vieles vage: „Staatenbund der Vaterländer“? „Bundesstaat“? Währungsunion? Militärbündnis? Und so weiter.
Welche Funktionen hat das viel zu unübersichtliche Parlament der EU tatsächlich? Wie bürgerfremd stellt sich die aufgeblasen bürokratische Verwaltung dar! Welche demokratische Mitbestimmung soll wie stattfinden, da viele Europa-Abgeordnete bereits Ausgemusterte aus Parlamenten ihrer Herkunftsländer sind?

Die beteiligten Bevölkerungen innerhalb der EU verfügen über eine äußerst blasse europäische Identität. Zurückhaltende Wahlbeteiligungen und entsprechende Wahlergebnisse belegen den Vorrang des jeweilig Nationalen.
Es fehlt eine europäische Perspektive, die Vision einer erfüllteren Lebensweise, denn die Europäer haben keine geeignete Philosophie für einen wirklichen humanen, ich nenne ihn „kosmonomen Aufbruch“.

Mit ihrem gänzlich falsch verstandenen Demokratiebegriff christlicher Gutmenschenmentalität, auch definitiv demokratieunfähigen Religionsgruppen und wissenschaftsunfähigen Ersatz- und Pseudoreligionen (Klimawahn, Pandemien,etc.) immer mehr Ausbreitungsmöglichkeiten einzuräumen, programmiert dieses Europa seinen Abgesang, noch ehe es eine gemeinsame Verfassung bewerkstelligt, noch eine eigene Hymne singt.

Die Tragik verdeutlicht sich auch darin, dass keine der Großmächte ein besseres Gesamtkonzept vorweist, also nicht beispielgebend sein kann, mehr noch, sie stecken alle bereits in existenziellen Problemen.

Europa muss sich besinnen, diesmal unter ausschließlich humanen und aufgeklärten Leitsätzen. In gewollter Doppeldeutigkeit empfehle ich: „Europa, bilde dich!“

Labels: , ,

Montag, 1. Juni 2009

Folter fällt barbarisch auf ihre Befürworter zurück

Dass die sich auf Zivilisation berufende Menschheit nach wie vor nicht von der Folter lassen kann, weist sie unter kosmonomen Kriterien unmissverständlich als mehrheitlich immer noch zivilisationsunfähig aus. „Realpolitiker“ mögen das achselzuckend zur Kenntnis nehmen und sich nicht weiter in ihrer Geschäftsordnung beunruhigen lassen, damit sich auch die Bevölkerung als ruhende Masse nicht errege.

Folter meint das methodisch ausgeklügelte körperliche und psychische Quälen, möglichst lang hingezogen, um schließlich den Tod in Kauf zu nehmen oder ihn gezielt marternd herbeizuführen.
In diesem vernunftwidrigen Szenario gibt es nur Opfer und keinerlei Nutzen. Die Rolle der Erniedrigten und Gedemütigten ist die augenscheinlichste, aber zumeist verschwiegene.
Entpersönlicht werden aber auch die Folterknechte und Henker durch perverse National- und Rachegefühle, durch auf Lug und Trug basierende Enthemmung und idiotische Verblendung.
Befehlshaber der Schergen sind die menschlich total Verbogenen, die barbarischen und bestialischen Verantwortlichen – die mit menschenverachtenden Ideologien und vorgegebenen „Gottgefälligkeiten“ mächtigsten und skrupellosesten Zeitgenossen.

Auch der Folter Hinnehmende, gar der den Folterern freundschaftlich Verbundene beweist seine Barbarei, sein Defizit an Bildung und Humanität.

Aphorismus 137 in den „Sentenzen von Freiheit“ lautet:
„Und ist der brutalste Mörder gefasst, darfst du dich nicht auf seine Stufe stellen.“

Denn jeder Mensch besitzt seine unantastbare Würde, das heißt, auch der Versager, der Verbrecher hat ein Recht auf einen ordentlichen und fairen Prozess.
Die meisten Folteropfer sind jedoch unschuldige Menschen. Sie werden gequält, um Geständnisse zu erpressen, die absolut keinen Aussagewert darstellen.

Primitive Denkstrukturen vermögen das aber nicht zu relativieren; die Menschheit leidet unter einer Dummheit, die man nicht bestrafen kann.
Es gibt nur einen langfristigen Ausweg: Bildung, ideologiefrei und so umfassend wie möglich.
Die gängigen Bildungssysteme allerdings und ihre „Experten“ erscheinen hilflos überfordert, denn sie hängen häufig ab von Folter befehlenden oder Folter tolerierenden Regierungen und Institutionen.

Labels: , ,

Dienstag, 26. Mai 2009

Demokratie erfordert Mut und Ausdauer

Es ist immer wieder erheiternd, wenn deutsche Volksvertreter womöglich noch auf Kirchenveranstaltungen zu mehr Demokratie aufrufen und sogar darauf verweisen, dass ein solches Engagement Wagemut voraussetzt. Denn in der alltäglichen Praxis werden freie Meinungsäußerungen nicht zuletzt durch die Gremien eben dieser Politiker in einer Perfektion ausgefiltert und nur systemkonform veröffentlicht, dass es keineswegs übertrieben ist, von einem Meinungsdiktat zu sprechen.

Beispielsweise hatte ich nie nennenswerte Schwierigkeiten populär-astronomische Beiträge in den verschiedenen Medien zu veröffentlichen. Bei astrologie-kritischen Themen gab es erstmals strikte Ablehnungen durch entsprechende Redaktionen, was sich später bei der Hinterfragung der Anthroposophen-Sekte und ihrer Waldorf-Pädagogik sogar zu massiver Gegenwehr auswuchs, im medialen Bereich zu totalem Verschweigen. Ähnlich verhält es sich bei religionsbezogenen Anzweifelungen unserer Gesellschaftswerte oder bei konsequenter politischer Nachfrage außerhalb des üblichen Parteienkonsenses.

In einer weitgehend durch Presse- und Verlagskonzentrationen gleichgeschalteten öffentlichen Meinung innerhalb einer unzureichend unterrichteten und mangelhaft gebildeten Masse (Bild’ dir deine Meinung) ist die fundierte Einforderung von Demokratie geradezu ein Makel, ein Grund zur Ausgrenzung.

Man mag zu meinem Buch „Menschliches Glauben“ und zu meinen „Sentenzen von Freiheit – Kosmonomisches Manifest“ stehen wie man will, dennoch erschreckt mich die Konsequenz, wie bisher mit kaum erwähnenswerter Ausnahme sämtliche Medien Buchbesprechungen verweigern, wie mir vertraute Leute vornehm Abstand halten.

Ich wusste, worauf ich mich einließ, bin in dem Sinne nicht enttäuscht.

Mein kosmonomer Entwurf einer menschenfreundlicheren Philosophie ist mutig und er verlangt Ausdauer in einer Form, wie sie sich eine auf dem Bremer Kirchentag frömmelnde Bundeskanzlerin Merkel, ihr Vize Steinmeier und auch der neu gewählte Bundespräsident Köhler überhaupt nicht vorstellen können, denn mir geht es nicht um Anbiederei bei an was auch immer Glaubenden, sondern um kausale Zusammenhänge und deren lebensfreundliche Erkenntnisse.

Das Internet sollte man nicht überschätzen; es agiert da eine flüchtige indifferente Masse. Dennoch manifestieren sich auch wertvolle Strukturen.

Mein Blog ist kein Diskussionsforum, ich lasse nur wenige Kommentare zu, weil ich zum Beispiel das Humane, das Nichttötungsgebot, den Pazifismus, die Menschenwürde etc. nicht in Frage stellen lasse.

Ist es nicht bezeichnend, dass mich essentielle Kommentare anonym erreichen? Wovor müssen sich die Menschen fürchten? - Einleuchtend: vor unserer verlogenen „Demokratie“, denn echte Demokratie kennt solche Furcht nicht.

Labels: ,

Atommacht Nordkorea: Kein erhöhtes Risiko

Aufgrund der enormen Zerstörungskraft der Atomwaffen kann man den Atomwaffensperrvertrag als Risikoeindämmung nur begrüßen. Unterzeichnet wurde er von den fünf Atomwaffen-Staaten USA, Russland (Sowjetunion), Groß-Britannien, Frankreich und China sowie von 184 Nicht-Atomwaffen-Staaten. Verweigert wurde die Unterschrift von den Atomwaffenbesitzern Indien, Israel, Pakistan und Nordkorea, der offensichtlich jüngsten Atommacht.

Inzwischen zeigt sich, dass bestimmte Staaten den Vertrag vor allem als Privileg betrachten, die Waffen weiter zu entwickeln und keineswegs abzurüsten, sie auch gegebenenfalls zur Durchsetzung politischer Ziele einzusetzen.
Während man die atomare Aufrüstung bei einigen Ländern mehr oder weniger duldet, werden bei anderen Protestszenarien aufgeführt.

Allen Staatslenkern dürfte die tatsächliche Feuerkraft der Waffen ein „natürliches" Hindernis vor dem Einsatz bedeuten. Das Risiko weltweit erhöht sich lediglich dadurch, dass unberechenbare Terroristenorganisationen mit jedem neuen Produzenten eine optionale Lieferquelle erhoffen mögen. Bei Selbstmordattentätern gibt es keine „natürliche Sperre“.

Ziehen wir Bilanz:
Alle Unterzeichner-Atommächte führten bisher konventionelle Angriffskriege, die meisten entfallen auf die USA. Nur eine „Schurkenregierung“ brachte 1945 Atombomben zur Zündung – und das auch noch überflüssigerweise, denn die USA hatten Japan längst besiegt. Kein US-Präsident widersprach den Atomwaffenarsenalen Indiens und Israels, das heißt, jeweils verfolgten sie weltpolitisches Taktiktieren im eigenen Interesse.
Präsident Bush verleumdete den irakischen Diktator, indem er ihm Atomwaffen andichtete, um einen Kriegsgrund zu konstruieren.
Man vergegenwärtige sich: Der Intrigant war Oberbefehlshaber!

Es schließt sich der Kreis, das größte und nicht kalkulierbare Risiko der Atomwaffen geht seit jeher von den USA aus. Dem steht der gesamte Globus zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer machtloser gegenüber.

Kosmonome Weltbetrachtung kreiert mit dieser Beschreibung kein Feindbild der USA, dazu sind die ursprünglichen freiheitlichen Werte dieser Nation viel zu ehrenhaft und vor allem sehnen sich amerikanische Menschen wie alle anderen auch nach Frieden.

Es fällt jedoch auf, wie viele Amerikaner sich etwa auf der Website der BBC bei den Leserkommentaren mit äußerst primitiven, aggressiven und einfach ungebildeten Kommentaren selbst darstellen.

Labels: ,

Donnerstag, 21. Mai 2009

"Christi Himmelfahrt" - eine markante Herausforderung

Bei allem Respekt gegenüber religiösen Auffassungen ist es wohl „recht und billig“, gleichen Respekt gegenüber religionsfreiem Denken anzumahnen.

Heute ist in zahlreichen christlich geprägten Ländern der auch staatliche Feiertag „Christi Himmelfahrt“, denn die Christenheit glaubt, Jesus sei tatsächlich leiblich in den Himmel aufgefahren.

Könnte man als aufgeklärter Mensch vielleicht eine symbolische „geistliche“ Abreise noch hinnehmen, gelangt man mit dem physischen Verbleib Christi in markante geistige Herausforderung.

Der "Körper Christi" musste also auf die 1. Kosmische Geschwindigkeit (7,9 km/s) beschleunigt werden, um die Erdgravitation zu überwinden. Da er wahrscheinlich nicht als „Satellit“ in eine Umlaufbahn einschwenkte, wurde die weitere Beschleunigung auf die 2. Kosmische Geschwindigkeit (11,2 km/s) erforderlich. Um dann nicht als „Planet“ die Sonne zu umrunden, musste die 3. Kosmische Geschwindigkeit (16,7 km/s) her, die ihn von der Anziehungskraft der Sonne befreite.
Wo aber „flog“ nun der „Corpus Christi“ hin?
In welchem „Himmel“, etwa außerhalb der Milchstraße (4. Kosm. Geschw. 129 km/s), sollte er ab jetzt in Ewigkeit weilen?

Sie, werte Christen, mögen das Problem nicht erkennen (dürfen).
Ich aber habe mich davon freigeschwommen – mit ganz humaner, irdischer Denkgeschwindigkeit.

Labels: ,