Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:
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Wie Pilze schießen Primitivlinge aus dem ideologisch morastigen Boden in die Höhe, schießen um sich im heißen Klima von Angst und Hass. Unterirdisch vernetzt, breiten sie sich toxisch aus, schießen zunächst massig mit Lügen um sich, um schließlich scharf und zerfetzend auf alles zu schießen, was sich Humanität und Kultur nennt. Sie feiern das als unbedingt erforderliche und erfolgreiche Kriegsertüchtigung, bis auch sie der letzte Schuss entlebt, ihre sowieso schon entgeistigt gedrillten Körper.
9897
In vielseitigster Praxis dient ein Gott der Ab- und Entwertung des Menschen, na und der Teufel per Definitionem.
9898
Ein Vater, der seinen Sohn ans Kreuz schlagen lässt! Tiefer könnte ein solcher Vater, auch als „Gott“, nicht sinken, wenn es ihn denn gäbe.
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Wem vermehrt Hass entgegenschlägt, dem mag es an Narzissmus nicht fehlen.
9900
Auch Sinnlosigkeit strebt nach Erfüllung und vernichtet sich unersättlich.
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Was Dummheit ist, wissen doch alle, die da(s) glauben.
9902
Glaubensbekenntnis des Krieges: Mord und Totschlag wie auch Selbstmord in pathetischem Drang nach Realisierung des Nichts.
9903
Glaubt man das Wort „Gott“, ist Gott existent als Gegenspieler zum „Teufel“, der genauso ersteht, der im Glauben Realität erlangt. Beide „können“ nur Gegeneinander: Des Krieges Schlachtfeld ist das Glauben, das mit Blut zu tränken ist.
9904
Was sah und sieht man nicht alles als „science fiction“ und als Fiktion des Glaubens, der ja nichts anderes predigt.
9905
Die Glocken läuten täglich, doch es klingelt nicht.
9906
Krieg ist die kategorische Negation von Mensch und Natur, die Glorifizierung des Vernichtens auf Geheiß in der Versumpfung des eigenen Wahnsinns.
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Kirchen als Kriegstreiber. Welch ein Götzendienst!
© Raymond Walden