Montag, 5. September 2016

Sequenzen von Skepsis (246)

Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

3121
Die Nacht war geruhsam, und der Tag mag gelassen kommen.

3122
Es sind zu unterscheiden die wissenschaftlich seriösen Wetterfrösche von den indoktrinierten Klimaunken.

3123
Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“, die anderen, die er auch „erschaffen“ hat, lässt er schuften, darben und impft sie mit Zwist. Der „Herr“ muss Langeweile haben.

3124
Irrlehrer, Wunderdoktor, Falschmünzer, Rechtsverdreher; alles in allem: Politiker.

3125
Alles, was mit Gottesdienst beginnt, fliegt hoch, ehe es laufen kann.

3126
Zwischen Einsamkeit und pfleglicher Partnerschaft säen sich Unkräuter des Missverstehens.

3127
Sich vorausschauend zu verhalten, bleibt der Intelligenz vorbehalten.

3128
Frei nach Henry Kissinger, einem ehemaligen jüdisch-deutschen amerikanischen Außenminister, definiert sich Amerika als Staat ohne dauerhafte Freunde oder Feinde, aber als ausgestattet mit Interessen.
Für Machtmenschen sicherlich das Land der unbegrenzten Niedertracht. Die Welt weiß davon ein Lied zu singen.

3129
Der geistige Tod nimmt oft ganz andere Pfade als der körperliche. Gemeinsam ist ihnen die Absolutheit.

3130
Was in jungen Jahren überschwänglich übertüncht wurde, enttarnt sich alternd gnadenlos.

3131
Gib mit Zeit – nicht erzwungenermaßen deine – gewähre mir meine.

3132
Wie schnell, mein Freund, so plötzlich befreien dich Naturgewalten aus deiner gelangweilten Interessenlosigkeit und aus deinen virtuosen virtuellen Selbsttäuschungen. Dann geht es zur Sache!

3133
Jeder diplomatische Handschlag mit einem Despoten oder Mörder wertet den Verbrecher auf, stärkt und etabliert das Unrecht.

3134
In Italien bebte wieder einmal die Erde und in verzweifelter Trauer singen sie „Halleluja“ – erschütternd.

3135
In Menschenmassen ruht vernichtendes Gewaltpotenzial, das durch Brandstifter leichtfertig gezündet werden kann, auch zum wiederholten Male, denn je voluminöser der „Mainstream“, desto minimalistischer der Verstand.

3136
Und so vegetieren die altüberkommenen Kulturen jede in ihrer Scheinwelt. Eine realistische Kultur ist nicht in Sicht.

3137
Heiligsprechung. – Nichts spricht dafür; alles daran spricht für sich!



© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.de 

 

Samstag, 3. September 2016

Petition Meinungsfreiheit in der Türkei

Auch auf die Gefahr hin, dass immer mehr Petitionen zu allen möglichen Problemen formuliert werden und somit ein einschläfernder „Massendefekt“ entsteht, unterstütze ich gerne aus meiner noch sicheren Situation in einem noch weitgehend demokratisch geprägten Land Initiativen, die sich gegen jede Beschneidung der Menschenrechte und besonders gegen die Unterdrückung des freien Wortes erheben.

Was sich zur Zeit in der Türkei in diktatorischer Beseitigung der Demokratie abspielt, vom „Westen“ geduldet und darüber hinaus in kapitalistischen Interessen verschachert, zerstört nicht nur die demokratische Basis in der Türkei, sondern blamiert die gesamte aufgeklärte Intelligenz weltweit.

Ich habe die Petition „Frau Merkel, Herr Juncker: Fordern Sie Meinungsfreiheit in der Türkei! #FreeWordsTurkey” unterschrieben.

So Sie, verehrte Freunde, in einem relativ freien Land leben, steht es Ihnen naturgemäß völlig frei, sich der Petition und ähnlichen anzuschließen.
Wer weiß, wie lange noch.

Hier geht es zur Petition:

Raymond Walden 



Donnerstag, 1. September 2016

Sequenzen von Skepsis (245)

Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

3105
Immanuel Kant war bekannt als Pedant. Manche sehen darin das Unterpfand für seinen brillanten Verstand. Aufklärung jedoch gibt sich tatsächlich nonchalant.

3106
Liebe und Eifersucht schließen einander aus.

3107
Fleißig asexuell, durch Leere beladen, vom Leben verladen.

3108
Böses erleiden, Böses tun, Reue empfinden, Gutes tun, enttäuscht werden, Hinwendung zum Irrealen, Intensivierung des Kreislaufs: Tragik des Interimsmenschen in seinem Status zwischen Tier und Mensch, in seiner embryonalen Denkunfähigkeit.

3109
Es ist nicht die Atombombe, nicht die Granate, das Gewehr, das Messer, nicht die Waffe, sondern der Mensch, präziser: der Unmensch.

3110
Wünsche treiben uns an. Man sollte sich vergegenwärtigen, woher sie kommen und wohin sie führen.

3111
Beständiges Wegschauen meint keineswegs Pragmatismus, sondern Unaufrichtigkeit, Ignoranz oder Gleichgültigkeit.

3112
Im Nachhinein weiß ich, was mich während der Kindheit immer wieder unangenehm und ahnungsvoll verunsicherte: Das Kindische der Erwachsenen, bei jeder Gelegenheit.

3113
Sich Weltbilder zu malen, statt die Realität auf- und wahrzunehmen, führt in den Krieg der Werte. Der grässlichste Unwert an sich.

3114
Das uneigentlich kommunistische China erstickt wortwörtlich am Kapitalismus, Russland besäuft sich daran.

3115
Ich konnte nichts verändern, nur mich. So verwarf ich Naivität, übte skeptische Wachsamkeit und ging auf Distanz,  ich nehme Abstand und Zeit für Neues.

3116
Sie sitzen an üppigen Tafeln und werfen ein paar Krümel auch schon einmal nach Afrika. Sogar ihre Hunde und Katzen speisen ausgesucht Erlesenes.

3117
Christlicher Kapitalismus – eine einzige Blüte! Satter Betrug am Hunger, endloses Blutvergießen. Auferstehung ist überfällig.

3118
Der hoffnungsfrohe Mensch, woher nimmt er Zuversicht, wenn nicht aus sich selbst!

3119
Geld regiert nicht die Welt, es ist Mittel zum Zweck.
Dummheit füllt die Konten, Dummheit nennt sich Gott.

3120
Hat die Politik die Massen verführt und fest im Griff, beginnt das Werk der Kontrolleure, die außer Kontrolle geraten.


© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.de  


 

Sonntag, 28. August 2016

Warum nicht? - Ein russisches Holocaust Memorial?

Holocaust Memorial, Berlin   Foto: rw



Wer Geschichte objektiv recherchiert, wundert sich nicht über rassistische Judenverfolgung in Russland, beziehungsweise in der Sowjetunion, und zwar in einem Ausmaß, das dem deutschen Rassenwahn nahekommt, was sich auf die Zahlen der Opfer bezieht.

Es erscheint gerecht, dass sich zumindest das offizielle Deutschland zu seinen Gräueltaten bekennt und an prominenter Stelle in der Hauptstadt eine riesige Gedenkstätte an die Verbrechen gegen die Menschlichkeit erinnert.

Der tatsächliche moralische Wert für die globale Menschheit indes wird fraglich, wenn ähnliche Menschenschändungen an anderer Stelle weder durch die dortigen Täter bereut werden noch durch die Überlebenden der Opfer derselben Volkszugehörigkeit wie in Deutschland keinerlei offiziellen Regressansprüche gestellt und auch keine offiziellen Maßnahmen des Gedenkens anstrengt werden.

Zweierlei Maß?
Eher wohl vielerlei Maß.

Holocaust Memorial, Berlin   Foto: rw


Es wird immer wahrscheinlicher, dass eines Tages noch ganz andere Mahnmale in ganz anderen Kapitalen eingeweiht werden müssen – von geläutert Überlebenden, so es solche dann noch gibt. 


 



Sonntag, 21. August 2016

Sequenzen von Skepsis (244)

Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

3086
Lasset Frauen an die Macht! Denn es ist ein Recht der Emanzipation. Besser wird dadurch nichts, sind sie neurotisch doch wie Männer.

3087
Bin ich Politiker? Nicht doch!
Da ich pfeife auf Diplomatie, herunterputze, was gegen Klarheit Wahrheiten verschmiert.

3088
Die Welt hat kein Gehirn, kein Herz, stattdessen zu viel Unmenschlichkeit, und ansonsten besteht sie wertneutral.

3089
Wegen Terrorismus' zu weinen, den man selbst durch eigene Dekadenz initiiert, belegt des Menschen geistige Perversion, die er in traditioneller dogmatischer Fesselung nicht erkennt und dadurch nicht zu ändern vermag. Er beutet aus und wundert sich über Gegenwehr, die er aber gleichermaßen nicht als solche realisiert.

3090
Gott-Verkünder müssen so tun, um ihre eigenen Glaubenszweifel durch das Nachbeten der Missionierten abmildern zu lassen. Je bewusster das Zweifelhafte, desto inbrünstiger die Bekehrungsbeschwörungen, das Einbläuen christlicher Mystik.

3091
Am Strand des Lebens ahnt die Masse nicht, unter welchen Umständen, in gigantischen Zeiträumen diese Gestade entstanden sind und wie sie sich während Millionen zukünftiger Jahre weiter entwickeln können, ohne dem temporären Menschheitsgewimmel die geringste Bedeutung beizumessen.

3092
Betrachter bin ich, berührt und gerührt, betroffen, verkettet und verzahnt. Aber ich mache nicht mehr so mit, immer häufiger klinke ich mich aus, nicht aus Gleichgültigkeit und Resignation, sondern zum Selbstschutz und zur Wahrung klarer Sicht.

3093
Auf politischen und religiösen Bühnen tanzt der Teufel verkleidet zwar, aber ungeniert und skrupellos. Nicht selten hat ihn das dumme Volk auf die Bretter gehievt.

3094
Der Inhalt der religiösen Lehren ist für Denkende das Nichts der Leere.

3095
Das Bewusstsein, eigentlich wenig zu wissen, ehrt den Skeptiker; das Glauben an Wunder protzt dagegen als Anmaßung.

3096
Dummheit zu prognostizieren, scheint wenig originell. Sie zu diagnostizieren, wird allgemein wenig verstanden. Dummheit einzudämmen, erzeugt Groll. Dummheit generell zu verhindern, ist logischerweise unmöglich. Dummheit auszuschließen, prägt das Bestreben der Aufklärung, bezeichnet die humane Herausforderung der geistigen Hygiene als Voraussetzung für Kultur.

3097
Was Macht aus Menschen macht, wird diplomatisch verschwiegen wie eine unsägliche Peinlichkeit, eine absonderliche Hässlichkeit des Inneren, die jedoch inkontinent nach außen stinkt.

3098
Zeit muss man sich nehmen, denn nur wer sie hat, kann sie teilen.

3099
Intelligenz schließt Dummheit nicht aus, sobald Glauben und Niedertracht ins Spiel kommen.

3100
Meteorologen konvertieren zu Klima-Agenten, zu opportunen Wetterdeutern gemäß den Bedürfnissen eines leichtgläubigen und nach wie vor wissenschaftlich völlig unbedarften Zeitgeistes.

3101
Im Gericht fokussieren sich Mensch und Macht. Ungeahntes wird möglich.

3102
Apotheken-Werbung: Ganz schön krank. Fragen Sie mal Ihren Arzt ohne seinen Apotheker.

3103
Ich wollte die Welt umarmen! Da ekelte sie mich an.

3104
Sie machen sich aus Korruption und Doping einen Sport.


© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.de 


 

Mittwoch, 17. August 2016

Petition für Aleppo

Die Petition „Merkel und Obama: Handeln Sie jetzt und retten Sie unsere Leben in Aleppo!” verdient weltweite Unterstützung!

Machen Sie auch mit?
Es geht um unfassbare Barbarei, die man nicht einfach „aussitzen“ kann.
Jeder freiheitlich-demokratische Bürger sollte nicht länger tatenlos schweigen.


Hier geht es zur Petition:




Raymond Walden




Montag, 15. August 2016

Escalation Of The Error

If the error is “just human“ and nothing special, it must be a careless playing down of just an error, because, in the real sense, the human life is suffering from errors, well, it is dying of them by tremendous excesses.

The everyday error and its often non-discern are giving the error its endless normality that is interrupted only, if tragic or sensation will lead to a particular personal shock.
Error is meaning false expert advice, inaccurate assessment, conclusion far from reality and absurd action. The reference value is determined by the prospering human life, every intent of causing illness, every destruction and extermination against the human individual, in this sense, is meaning error.

A random glance on human history is showing chains of errors during all epochs and in every region. The more people the more inadequacies, incompetencies and illusions. Modern technologies are increasing the emergence and the effects of aberration many times; there is no limitation in sight.
Countless mean egoistic interests, claims to power provide targeted disinformation and dogmas of Faith for the purpose of mass enticement, of mass aberration. Shelter against this can succeed by experience, knowing and education only which are not given to everyone and are very different in the majority of people. Further aspects are the personal age and socio-cultural conditions which carry weight, beside the innate intelligence, in developing the desirable and constructive critical intellectual capacity.

A humane true moral that realizes its necessity and obligation is leading to a standard of living in stabilized superiority over all forms of bogus morality and double standards. It enables to consequent respect of the common human rights and the ideals of freedom and emancipation and it puts the striving for peace universally right on top of the agenda of the social intercourse.

Viewing at the present world, not only disillusion is setting in but severe concern is spreading out because of the manifold squalidness which, in times of global networking and at highest population, pile up a new complexity of most serious conflicts.
The quite openly shown dopiness and primitiveness of mightiest rulers and the also primitive indifference of insatiable consumer societies are creating a most explosive situation of tension as a thread into the smallest private sphere.
Unresolved racism, anachronistic patriotism, nationalism and religious fundamentalism are feeding the old fires of destruction but this time by an unexpected mixture of fuel and from always newly rearmed arsenals.

In view of millions of refugees and hunger related deaths worldwide, in view of the impoverishment of complete continents we have to get to know without euphemisms: The human being, up to now, has been an error of himself. He is killing each other in the name of hieroglyphs, he is interested primarily in his ego which he is naturally caring for at the expense of exploitation of others, of underprivileged individuals and peoples.
Mankind extensively owes this inhumane construct which meanwhile is established worldwide to the Anglo-American principle of capitalism. This principle, in spite of hypocritical assurance of democracy, unifies all rights of the stronger. Imperialism which was believed hastily to be overcome has been polished by rigorous argumentation and bogus morality so that today even former imperialist class enemies are integrated, and slavery of capitalists of every color goes on without hindrance.

It is for this reason that there must occur terrorist uprising and resistance. But this doesn't matter the avaricious broker nor the consumer mob who is captured in thoughts of demand, who lacks education, humanity and empathy in a depressing way.
Consequent turning away from the errors and confusions is meaning peace research and immediate controlled transparent disarmament. As there is no chance of earning money by this in the demanded superficiality all those confused ones trust in military, in producing weapons up to the idiotic “overkill”: “After us, the deluge!” or more unconcerned burgeois:
It has always fared well.”
But it is not going well. Plenty of TV programs are offering daily idiocy and violence as their principles of entertainment and this makes an impact as brutalization and dullness are widening in all social classes. Free arms trade and weapons ownership, such as in the USA, bring out appropriate uncontrollable fatal effects which cannot be stopped even by the embarrassing chatter of politicians and lobbyists.

Capitalism, behaving more liberal than other tyrannies, is aiming openly to a minority of ever getting richer ones as an exploiting class over the rest of the world. It happens by a raging national dulling which is the result of common level falls in educational requirements, of egalitarianism, of publishing company agglomeration, of enforced press conformity, of intrusive and distorting advertising that is similar to mental pollution, of fueled sensationalism and generation of anxiety, of unsettling distributions of the untruth and definitely wrong doctrines and, at last, of continuous chumminess with religions and esoteric movements.
All these campaigns are boosted by pretended ambitious goals like environment protection, liberty, health and humanity, distinguished and higher honorable targets are deluded, also giving the blessing to the simple silting up of many of the pompous fashions in the absence of relevance.
Enemy images are originated and pushed in order that humans, as enemies, get ready to any sacrifice, to offer their lives for the reprehensible benefits of war profiteers with their ideologies and denominations.

Empowered immaturity and ignorance are decorating the flags of the capitalist error which eats away itself because of cooperation with but every injustice for profit optimization. Thus it fathers and gives birth to the global terrorists which it even feeds fatty for reasons of the lies about “justified” wars.

If it is not possible for human intelligence to develop new and honest social patterns soon, more or less according to the Cosmonomic Manifesto, the human error will rapidly kill itself. The, meanwhile, very reliable technologies will overextend and run over the unreliable behavior, will run over the error.
Actual American mental and moral barbarisation like the European small-minded backward orientation are significant indications of the global emergency for the opening of a new era. Other cultures elsewhere which do directly depend on the so-called West are just tragic playthings for a new orientation of mankind because their attitudes of consciousness are stagnating even much further backwards in traditional unhappiness though they also have developed enormous powers. They are wrong, per se, and strive additionally for the western errors what is not agreeing with them and not with us all.

Growth” of the rich is the creed of the inhumane capitalism, but it is the error alone that is escalating to this immensity. It is culminating in radical incomprehension and speechlessness, in the believing in blind fights of hereafter fantasies and megalomania.
But believing is not only ignorance, believing is error.
And there we face the roots of human tragic: The believers don't drop their error. They don't dare and they don't want it. Learning disability is leading from one disaster to the next catastrophe.

Real life is demanding reality, is yearning for care, wants to practice dignity and wants to differ from the animal like. It wants to know!
Its values are of understanding character and not of pipe dreams, ideologies and Gods
which allegedly are floating above life.

May liberal enlightenment meet the people, still in time and comprehensively, even if it doesn't seem so, actually.
Don't let us pray but think causally and act responsibly humanely, nonviolently, incorruptibly; dedicated to emancipated life, here and now.




Freitag, 12. August 2016

Es ist meine Nacht

O gute Nacht, du treue Freundin, verlässlicher Freund,
bringst Ruhe und Freundlichkeit, Freiheit, Glückseligkeit,
gibst Orientierung, wenn das Leben ziellos streunt.
Tief ist dein Schlafen, dein Träumen bisweilen verwirrt,
dein ausgeruhtes Wachen verleiht manche Einsichtigkeit,
rückt gerade, was sich am Tage geirrt.

Du wirkst durch die Stille, in konzentriertem Schweigen,
die Augen ruhen aus in deinem Dunkeln,
der Mond, die Planeten wollen sich zeigen,
ziehen ihre verwobenen Bahnen,
du pflegst den Blick, lässt Sterne funkeln.
Was sich dahinter verbirgt, können wir nicht nur ahnen,
dank deiner Inspiration, o Nacht, können wir wissen.

Der Schrei eines Vogels, das Wehen des Windes,
es knackt ein Zweig, der Igel fand einen Bissen.
War das eine Katze … die Stimme eines Kindes?
Ein Säuseln im Wald, ein Motor von Ferne,
dann absolute Stille überall, im Haus, im Garten.

Das Fenster weit geöffnet, ich atme den Duft der Nacht so gerne,
ich muss auf nichts und niemanden warten.
Kein Gott noch Spuk kann mich bedrängen,
aber es schmerzt, wie viele Menschen solche Nächte entbehren,
weil sie ihre Fenster und ihre Sinne ideologisch verhängen,
wie andere ihnen oder sie sich gar selbst klares Denken verwehren.

Meine nächtliche Freiheit will ich unbedingt retten in den Tag, für mich,
sie übertragen auch möglichst auf andere.
Vielleicht ganz leise, eventuell auf dich.
Kommst du mit mir, da ich aufklarende Wege wandere?



Montag, 8. August 2016

Sequenzen von Skepsis (243)

Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

3072
Konsequenz garantiert Abhilfe! Aber will man die?

3073
Wissen wird anerkannt, geachtet und zertifiziert, beliebt aber ist das Blendwerk.

3074
Kosmopolit wird man nicht durch Massentourismus, sondern in der objektiven Wertschätzung des Fremden wie aber auch durch unvoreingenommene Kritikfähigkeit. Weltoffenheit jenseits von Ideologie, Nationalismus und Religion bildet die Grundvoraussetzung.

3075
Wahrheiten sind unbequem im Erkennen wie im Ertragen. Im Verstehen aber liegt der unüberbietbare Komfort, auf dem erst sich Kultur aufbaut.

3076
Was ist „Gott“ anderes als eine unberechenbare irrationale Variable.

3077
Auch Dummheit hat zwei Seiten: die menschliche und die unmenschliche, letztere als gravierende und tragische.

3078
Furcht vor Unbehagen nach dem Vergnügen (post coitum tristesse) führt Verzagte zum Verzicht auf den Genuss.

3079
Mord-Medien“ suhlen sich endlos in der sensationsheischenden Berichterstattung über Mord und Totschlag, über Naturkatastrophen, Terroranschläge, über Flugzeug- und Schiffsunglücke, Verkehrsunfälle und sonstige möglichst tödliche Schicksalsschläge. Je nach Situation treten „Experten“ zum x-ten Wiederkäuen gemutmaßter Zusammenhänge auf. Es macht sich gut, wenn die Moderation mit weinerlicher anteilnehmender Stimme säuselt, während Endlosschleifen blutige Bilder zeigen, Explosionsdonner krachen oder zumindest Sirenenautos durch den Hintergrund jagen. Darüber hinaus stellen Mord-Medien ihre geballte Sub-Intelligenz zur Schau in mehreren Kriminalfilmen pro Tag, wobei der eine oder andere auch gleich zweimal gezeigt wird.
Solche Medien tragen in einer dekadenten Gesellschaft durchaus auch den Status einer „öffentlich-rechtlichen Anstalt“.
Der Begriff „Lügenpresse“ erscheint da beinahe schmeichelhaft, denn es handelt sich um Kanäle unverhohlener Volksverdummung.

3080
In einer aufgeklärten Gesellschaft nach der Todesstrafe zu rufen, brandmarkt die Schreihälse als Gegner der Aufklärung, als Verachter des Humanen. In der Duldung dieses Schwachsinns beginge die Aufklärung einen fatalen Irrtum mit der Folge der Selbstzerstörung. Wirkliche, human gereifte und fundierte Aufklärung weist solchen Geistern ganz entschieden die Tür.

3081
Lange schon reinkarniert der Wilde Westen, pulsiert das europäische Mittelalter, besäuft sich zaristische Zügellosigkeit und morden Mafia-Strukturen: Zurück zu den Wurzeln! Das heißt: Weiter so wie bisher mit Höllenritt und Hexensabbat!

3082
Wie Antikörper verhalten sich Moralisten und ihre kleingeistigen Ableger, wie sie sich der menschlichen Körperlichkeit schämen.

3083
Der Horizont markiert eine physische Grenze; im Menschenbild mehr noch die Möglichkeit der Metamorphose zur Persönlichkeit.

3084
Was die Deutschen als Zerstörungspotenzial in Peenemünde entwickelt hatten, vervollkommneten die Sieger in bedenkenlosem Eifer mit eben den Fachleuten und mit ebensolcher eigenen Menschenverachtung, die sich bis heute im Rüstungsrausch ebenso auf Feindbilder beruft und sich scheinheiligst austobt.

3085
Den Scheißhaufen am falschen Ort und Datum zu loben, das ist das große Geschäft von Politik und Religion.


© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.de 


 

Freitag, 5. August 2016

Olympia-Ringe

1 Ring für den Sport

1 Ring für Doping
1 Ring für Korruption
1 Ring für Menschen-Ausbeutung
1 Ring für Umweltbelastung und -zerstörung

Gesamtergebnis:

1 : 4 Niederlage des Sports


Einzige Ursache: Unfairness


Fazit: Abstand, Abstinenz, Abschalten, Abmahnung, Ablehnung.

Message From Inside The Box


You'd think I could write a poem,
since that's what I do, or, should
I say, that's what happens.

Where do they come from?
Haven't been many lately.
Sometimes they come in bunches,
like grapes...what a delight to see
ripe fruit on the vine!

Maybe they come from another 
dimension...maybe they're stored
for lifetimes 'til the right trigger 
is pulled.

I always wrote, I never knew why,
and I was always surprised to see,
like when you're amazed a the
sight in the toilet; to think that that
had just been inside you, that ones
darkest workings are hidden from
sight, function secretly, automatically,
as if part of some cosmic plan.

I've got a question. Did we shop for
these bodies, these particular lives?
Did some look for the new Escalade,
while others wanted an old jalopy they
could refurbish and soup up? Smooth
sailing or a project? Hard to know.

So, yes, I can write, writing happens,
but I wouldn't particularly call this a
poem...this is just words, my friends,
just words I would say to anyone...part
of a conversation I'll never have.

I'm spoiled by words...I make them up,
or combine them in new ways, like
fusion cooking.

People like reading novels, stories...I
can't write them, whether because of 
A.D.D., or, just because my dogma is if
you can't express yourself in a page,
you really have nothing to say.

I wrote for over forty years before I 
thought of myself as a "writer", even,
albeit, (love that word) a mediocre one.
I'm a poet by default because I can't do
the other things I used to any more. Like
all writers, I guess, I enjoy that some 
people like to read me.

Watching Herbert Huncke and Gregory
Corso reminisce about their beat lives, 
lives before they became known and 
admired as significant, their cheerful 
faces and twinkling knowing nods, they
seem to enjoy adoration of young people
that realize they wrote important truths.
They sang at the right time, when America
was fruitful, not fruitless, when the intellect 
still had elbow room to navigate, when joy
seemed like a possible outcome of a new
wave breaking on the shore.

Will I be remembered? Will they is more
pertinent. Will the geniuses of literature
survive the pollution of Orwellian fabricated
minds, survive past an era of moments of
seeming surety?

Even if humanity goes the way of the Dodo,
as long as intelligence is born somewhere,
whether on this world or another, the truth,
the gleaming diamond of inevitable conclusion,
is certain to arise.



Mittwoch, 3. August 2016

Eskalation des Irrtums

So denn das Irren „nur menschlich“ und nichts Besonderes sei, handelt es sich wohl um eine leichtfertige Verharmlosung eben eines Irrtums, denn im Sinne des Wortes krankt das Menschenleben an Irrtümern, ja es stirbt daran in gewaltigen Exzessen.

Die Alltäglichkeit des Irrens und sein häufiges Nichtwahrnehmen verleihen dem Irrtum die unendliche Normalität, die erst dann abreißt, wenn Tragik oder Sensation dafür sorgen und vor allem Selbstbetroffenheit resultiert.
Irrtum meint falsche Begutachtung, unzutreffende Einschätzung, realitätsferne Schlussfolgerung, widersinniges Handeln. Den Bezug bildet das gedeihliche Leben des Menschen; alles Krankmachende, Zerstörende und Vernichtende gegen das menschliche Individuum gilt in diesem Sinne als Irrung.

Ein beliebiger Blick in die Menschheitsgeschichte weist Ketten von Irrtümern auf, in allen Epochen und Regionen. Je mehr Menschen, desto häufiger ergeben sich Unzulänglichkeiten, Inkompetenzen und Illusionen. Moderne Technologien erhöhen das Aufkommen und die Auswirkungen von Verirrungen um das Vielfache; eine Begrenzung ist nicht in Sicht.
Ungezählte niedere egoistische Interessen, Machtansprüche sorgen für gezielte Desinformationen und Glaubensdogmen zum Zwecke der Massenverführung, der Massenverirrung. Sich dagegen zu schützen, gelingt nur mit Erfahrung, Wissen und Bildung; Voraussetzungen, die nicht jedem gegeben sind und in der Mehrzahl sehr verschieden ausfallen. Persönliches Alter und soziokulturelle Bedingungen stellen weitere Faktoren dar, die das anzustrebende, begründete und konstruktiv-kritische Denkvermögen neben der angeborenen Intelligenz zur Entwicklung bringen.

Eine humane, aufrichtige Moral aus intelligenter Einsicht in ihre Notwenigkeit und Verbindlichkeit führt zu einer Lebenshaltung der gefestigten Überlegenheit gegen alle Formen der Schein- und Doppelmoral, befähigt zur konsequenten Achtung der allgemeinen Menschenrechte und der Ideale von Freiheit und Emanzipation, stellt das Streben nach Frieden universal ganz oben auf die Agenda des gesellschaftlichen Miteinanders.

Nicht nur Ernüchterung macht sich breit beim gegenwärtigen Blick auf die Welt, sondern ernste Besorgnis wegen ihrer mannigfaltigen Verkommenheit, die in globaler Vernetzung bei bisher höchster Bevölkerungszahl eine neue Vielschichtigkeit gravierendster Konflikte auftürmt.
Die offen zutage getragene Dämlichkeit und Primitivität mächtigster Regenten und die ebenso primitive Gleichgültigkeit von nimmersatten Konsumgesellschaften erzeugen eine höchst explosive Spannungslage als Bedrohung bis in die kleinste und private Sphäre. Unüberwundener Rassismus, anachronistischer Patriotismus, Nationalismus und religiöser Fundamentalismus nähren die alten Feuer der Vernichtung nunmehr mit ungeahnter Brennstoffmischung und aus stets neu aufgerüsteten Arsenalen.

Angesichts der Millionen Flüchtlinge und Hungertoten weltweit, angesichts der Verelendung ganzer Erdteile müssen wir ungeschönt zur Kenntnis nehmen: Der bisherige Mensch ist ein Irrtum seines Selbst. Er bringt sich gegenseitig um im Namen von Hieroglyphen , interessiert sich vornehmlich für sein Ego, das er wie selbstverständlich pflegt auf Kosten der Ausbeutung anderer unterprivilegierter Individuen und Völker.
Dieses inzwischen weltweit etablierte inhumane Konstrukt verdankt die Menschheit weitgehend dem anglo-amerikanischen Kapitalismusprinzip, in welchem trotz scheinheiliger Demokratiebeteuerungen allein der Stärkere alle Rechte auf sich vereinigt. Der voreilig als überwunden geglaubte Imperialismus wurde rigoros mit scheinmoralischer Argumentation verfeinert, dass er heute sogar auch ehemalige Klassenfeinde integriert und so die Sklaverei durch Kapitalisten jeder Couleur ungehindert voranschreitet.

Dass es aus diesen Gründen zu terroristischen Aufständen und Gegenwehren kommen muss, entgeht dem geldgierigen Börsianer wie dem in Anspruchsdenken versumpften Konsumpöbel, dem es an Bildung, Humanität und Empathie auf deprimierende Weise mangelt.
Konsequente Abkehr von den Irrungen und Verwirrungen bedeutete Friedensforschung und sofortige kontrollierte, transparente Abrüstung. Da sich jedoch damit in der verlangten Vordergründigkeit kein Geld verdienen lässt, setzen alle Verwirrten auf Militär und Waffenproduktion bis zum idiotischen „Overkill“: „Nach uns die Sintflut!“ oder unbekümmert bürgerlich: „Es ist noch immer gutgegangen.“
Es geht aber nicht gut. Eine tägliche Fülle schwachsinniger, Gewalt als Unterhaltungsprinzip praktizierender Fernsehsendungen zeigt Wirkung in der Verrohung und Abstumpfung bei allen Bevölkerungsschichten. Freier Waffenhandel und Waffenbesitz wie beispielsweise in den USA zeitigen entsprechende unbeherrschbare, tödliche Auswirkungen, denen schon gar nicht mit dem peinlichen Geschwätz von Politikern und Lobbyisten beizukommen ist.

Der sich freiheitlicher als andere Diktaturen gebärdende Kapitalismus zielt unverhohlen ab auf eine immer reicher werdende Minderheit als Ausbeuterklasse über die restlichen Volksmassen der Welt. Das gelingt durch eine grassierende Volksverblödung, die erreicht wird in allgemeiner Niveauabsenkung der Bildungsanforderungen, in Gleichmacherei, durch Presse-Verlagskonzentrationen und -gleichschaltungen, durch aufdringliche, übervorteilende Werbung, die einer geistigen Verschmutzung gleicht, durch geschürte Sensationsgier und Angsterzeugung, durch verunsichernde Verbreitung von Unwahrheiten und definitiv falschen Lehrmeinungen und letztlich durch fortwährende Kumpanei mit den Religionen und esoterischen Bewegungen.
Gestützt werden all diese Kampagnen, indem hehre Ziele wie Umweltschutz, Freiheitlichkeit, Gesundheit und Humanität vorgeschoben werden, bessere und höhere, ehrenwerte Ziele werden vorgegaukelt, die ganz selbstverständlich auch absegnen, dass viele der hochtrabenden Moden mangels Relevanz einfach wieder versanden.
Feindbilder werden entworfen und propagiert, damit sich die Menschen als Gegner zu jedem Opfer aufraffen, auch zum Einsatz ihres Lebens, sodass Kriegsgewinnler jeglicher Ideologien und Glaubensrichtungen ihre verwerflichen Vorteile einheimsen.

Die mündige Unmündigkeit und Ahnungslosigkeit zieren die Flaggen des kapitalistischen Irrtums, der sich selbst frisst, weil er sich mit aber auch jedem Unrecht zur Gewinnoptimierung einlässt. So zeugt und gebiert er den Globus umspannend die Terroristen, die er sogar fettfüttert, um Gründe für „gerechtfertigte“ Kriege zu erlügen.

Wenn es nicht bald gelingt, dass sich die menschliche Intelligenz ein neues, ehrliches Gesellschaftsmuster, etwa nach dem Kosmonomischen Manifest, erarbeitet, wird sich der Irrtum Mensch rasch selbst entleiben. Die inzwischen sehr zuverlässigen Technologien werden das Unzuverlässige, den Irrtum, überfordern und überfahren.
Gegenwärtige amerikanische geistig-moralische Verwilderungen wie die europäischen kleingeistigen Rückwärtsorientierungen sind markante Anzeichen des globalen Notstandes für eine Neuzeiteröffnung. Die anderen Kulturen, in direkt übernommener Systemabhängigkeit vom sogenannten Westen, sind für eine Neuorientierung der Menschheit lediglich tragische Spielbälle, denn trotz auch gewaltiger Machtentfaltungen stagnieren ihre Bewusstseinshaltungen noch viel weiter zurück in traditionellen Unseligkeiten. Sie irren per se und trachten zusätzlich den westlichen Irrungen nach, was ihnen und uns allen gar nicht bekommt.

Wachstum“ der Reichen ist das Glaubensbekenntnis des unmenschlichen Kapitalismus; es ist aber allein der Irrtum, der so ins Unermesslich eskaliert. Er gipfelt in radikaler Verständnis- und Sprachlosigkeit, im Glauben an blinden Kampf in Jenseitsphantasien und Größenwahn.
Glauben aber ist nicht nur Unwissenheit, Glauben ist Irrtum.
Und darin liegt die Wurzel menschlicher Tragik: Gläubige lassen sich ihren Irrtum nicht nehmen. Sie dürfen es nicht und sie wollen es nicht. Lernunfähigkeit führt von einem Desaster in die nächste Katastrophe.
Das reale Leben verlangt nach Realität, sehnt sich nach Zuwendung, will Würde praktizieren und sich vom Animalischen unterscheiden. Es will wissen!
Seine Werte sind von einsichtiger Natur und nicht von Hirngespinsten, Ideologien und Göttern, die angeblich über dem Leben schweben.

Freiheitliche Aufklärung möge den Menschen beschieden sein, rechtzeitig noch und umfassend, auch wenn es gegenwärtig gar nicht so erscheinen will.
Lasset uns nicht beten, sondern kausal denken und handeln, in mitmenschlicher Verantwortung, gewaltfrei, unbestechlich; emanzipiertem Leben hier und jetzt gewidmet. 



Montag, 1. August 2016

Sequenzen von Skepsis (242)

Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

3057
Wie könnte ich Liebe aus abgestandenen, muffigen Weihwassern schöpfen, da ich von frischen Quellen weiß, Seen der Klarheit das weite Land schmücken und lebendige Meere anrührender Ruhe und wilder Entlassenheit mich aufklären und stärken!

3058
Alles Vertraute und Liebgewonnene, das man nach prägender Zeit unter Zwang und Bedrohung verlassen muss, bereichert unauslöschlich das nach freiem leben trachtende Gemüt.

3059
Zwischen Traum und Wirklichkeit verirrt sich das Leben, täuscht sich und die Welt.

3060
Dummheit promoviert zur Idiotie in einem Rigorosum.

3061
Der Religionen Vielfalt ergibt sich aus der Einfalt der Regionen und dem wechselnden Einfall in dieselben.

3062
Imposante Monumentalbauten signalisieren Geltungssucht und Machtanspruch; die Intelligenz beschränkt sich zumeist auf die Architektur.

3063
Wissenschaftler im Dienste des Unrechts, der Ideologie, des Kapitals verkörpern die Monster der Unmenschlichkeit, welche aus dem vergleichsweise naiven Geschlecht der früheren Fachidioten hervorgingen.

3064
Der Krieg kennt keine Gerechtigkeit, denn das komplexe Unrecht ist Ursprung des Krieges.

3065
Geschichte verklärt, Gegenwart erfährt, Zukunft betört und beschwört.

3066
Vorbild sei der Mensch, der seine Furchtsamkeit überwindet und darüber hinaus anderen ihre Ängste nimmt.

3067
Das kriechende Ableben im Altern spottet jedweder Gottheit und bezeichnet somit eine existenzielle Herausforderung der jungen, bedingt gesund denkenden Generationen.

3068
Was ich sagen wollte, weiß ich wohl, aber wem? Wer ist überhaupt wer?
Das war immer schon die Frage, die sich sogar als Antwort versteht.

3069
Im Dschungel christlicher Kastraten, religiös Beschnittener und esoterisch-spiritistisch Enthobener streife ich als Schatten die Massen, nicht wahrgenommen, denn die erleuchtete Umnachtung kennt kein Licht, keinen Schattenwurf, nicht einmal eine Dämmerung.

3070
Medienpenetranz und Werbungsimpertinenz frönen dem Defizit der Intelligenz.

3071
Angesichts des offensichtlichen Wahnsinns vor Ort und in der Welt besteht ein tragisches Paradoxon fort: Kein kluger Mensch lässt sich ins Parlament wählen.


© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.de