Montag, 1. Juni 2020

Sequenzen von Skepsis (373)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

4782
Schenkt dir die Natur die schönsten Tage, liegt es auch an dir, das Glück zu schöpfen.

4783
Übrigens, wenn wir einst nicht mehr sind – für immer –, werden wir es auch nicht wissen und nimmer fühlen.

4784
Kein wahrer Tierfreund setzt zu viele Fische in seinen Teich, zu viele Vögel in die Voliere; nur aus dem Jenseits ertönt das tödliche „Wachset und mehret euch“ – auf einem begrenzten Planeten.

4785
Fische lachen nicht, all so symbolisieren sie die Christenheit.

4786
Redundante Wiederholungen politischer Aussagen übertünchen regelmäßig das beabsichtigte Gegenteil.

4787
Qualitätsjournalismus“ entblößt sich schon in dieser Wortschöpfung als zu vertuschender Notstand, als sprachliches und inhaltliches Defizit, aber auch als überbordende Opportunität, sogar als willfähriges Propagandaorgan.

4788
Freiheit lässt sich nicht vorschreiben, verordnen, denn sie besteht als solche auf freiwilliger, emanzipatorischer Übereinkunft, amtlich auf einer vom Volk verabschiedeten Verfassung. Wo aber ist das aktuell?

4789
Wer Tiere kennt, weiß einiges um ihr Verhalten. Bei Menschen stehe ich ratlos vor mir und wundere mich über so manchen.

4790
Sonntagsaphorismen schleimen sich ein, sind auf ihre Weise schlüpfrig.

4791
Wo man Menschen zum Töten zwingt, hat die Neuzeit nicht begonnen; sie wird nicht einmal gewollt von all den Friedensheuchlern.

4792
Natürlich lebe ich auf einer Oberfläche, nicht jedoch oberflächlich, sondern immer über dem Mittelpunkt des Planeten.

4793
Diktaturen und verkommene Demokratien verwehren Redefreiheit, weil sogar kleine Aphorismen in Treffsicherheit die Tyrannei das Fürchten lehren.


© Raymond Walden



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