Freitag, 6. November 2020

Menschliches Glauben: Weltfremd? (S. 197)

 


Ja, es ist richtig, Kosmonomie ist eine futuristische demokratische Philosophie, denn es gibt zur Demokratie keine humane Alternative. Nötig allerdings erscheint die Fortentwicklung der heutigen Demokratie aus dem praktizierten kapitalistisch selbstgefälligen, inkompetenten und albernen Parteienzirkus.

     Es betrifft keineswegs nur die Parteien, sondern weiter gefasst auch die Gesellschaft, die enorm denkunfähig und orientierungslos dahindümpelt, ohne auch nur im Geringsten zu begreifen, „was die Stunde geschlagen hat“. Zwei bemerkenswerte Beispiele mögen das verdeutlichen. Die britische Königin, zugleich Oberhaupt des Staates und der Anglikanischen Hochkirche „adelt“ (was immer das ist) die Schauspielerin Elizabeth Taylor wofür (?) und die Medienagenturen verbreiten die Nachricht und die Bilder des beschränkten Publikums, das dem Schwachsinn beiwohnt. Wenige Tage zuvor reist im Mai des Jahres 2000 ein seniler Papst nach Fatima und spricht dort wie vorher an anderen Orten zum x-ten Mal irgendwelche längst nicht mehr existierenden Menschen „selig“ (was immer das ist) und wieder geistern Bilder und Nachrichten euphorisierter, denkunfähiger Massen durch die Medien.

     Kosmonomie ist die bewusste Abgrenzung von der naiv-wundergläubigen Aufweichung der an sich vorhandenen Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns. Dies bedeutet freilich auch Ausgrenzung, keineswegs im Sinne von Vernichtung, wohl aber mit der Intention des Abstandes zu den so seltsam Erleuchteten, heilig-selig Adligen oder auch Parteifunktionären, die nichts von der Welt verstehen, außer sich selbst zu inszenieren!

     Kosmonomie muss zwangsläufig hinnehmen, in dem Glitter des modisch Aufgesetzten nicht gern gesehen zu sein, verschwiegen zu werden – auch durch diejenigen, die eigentlich längst erkannt haben, dass kosmonomisch vorhersehbare Konsequenzen uns alle einholen.

     So manche „Wissenschaft“ oder Programmatik wurde durch Leute etabliert, die bei näherer Betrachtung, um es neutral auszudrücken, eher seltsame Zeitgenossen waren oder auch heute noch sind. Daraus ergibt sich, dass ein Kosmonom nur schwerlich Mitglied in einer der gängigen politischen Parteien sein kann, denn sie verkörpern das Prinzip „Einfluss durch Konformität und Opportunität“ auf Kosten von Menschen und Umwelt.

     Kosmonomie lässt sich heute und bis auf Weiteres nur vorsichtig leben auf dem durch Überbevölkerung sich verengenden Globus, angesichts einer gerissen religiös-kapitalistischen Fehlinterpretation des Humanen. An dieser leidvollen Tatsache ändert sich auch dadurch nichts, dass es sehr wohl gläubige Menschen gibt, die es von Grund auf ehrlich meinen und dadurch leicht zum Spielball ihrer jeweiligen Glaubensfürsten werden.


© Raymond Walden

 

 

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