Im
alltäglichen Sprachgebrauch, z. B. „Mach keine Dummheiten.“
bezeichnet der Begriff „Dummheit“ häufig Bagatellen und
unterliegt einer Verwendungsinflation, dennoch schwingt darin etwas
Ernsteres, im deutlicheren Hinschauen etwas Bedrohliches, schnell
etwas Beleidigendes mit. Die Dehnbarkeit und die Einfärbung der
Wertungen, die mit „Dummheit“ abqualifiziert werden, bergen
Konfliktpotenziale unkalkulierbarer Ausmaße und bestimmen die
Verhaltensweisen Einzelner wie ganzer Völker und Epochen, Krieg und
Frieden hängen daran, begünstigt dadurch, dass es keine so
eindeutige und klare Definition gibt, was denn nun unumstößlich mit
„Dummheit“ gemeint sei.
Es
geht um einen wesentlichen Teil des Lebensablaufs und seiner
Gestaltung. Die kosmonomische Auffassung geht davon aus, dass das
Leben Sinn seines Selbst ist und nicht etwa das (vorzeitige) Töten
und Morden für irrigerweise „höher“ erachtete „Werte“.
Daraus ergibt sich die Intelligenz, die Klugheit, das menschliche
Leben unter allen ihm förderlichen Aspekten zu pflegen, es angenehm
lebensfreundlich, kultiviert, würde- und respektvoll gegenüber
Mensch und Natur zu bewältigen. Fairer Wettbewerb ist darin
eingeschlossen, Krieg definitiv nicht.
In
kosmonomischer Betrachtungsweise bedeutet Krieg die drastischste
Eskalation der Dummheit. Ihr vorgeschaltet sind in der Regel
ideologische, religiöse und esoterische Gesellschaftsordnungen der
lebensabwertenden Höherstufungen von Hirngespinsten wie Gottheiten,
Wunder- und Auserwähltheitsglauben, von Personenkulten und anderen
irrealen Dogmen, die alle der direkten, detailliert diktierten
Lebenslenkung, Lebenseinschränkung, Zerstörung und radikalen
Lebensvernichtung dienen.
Dass
solche Desaster in Intelligenz eingebettet erscheinen, etwa in
Hochtechnologie der Vernichtungswaffen und Infrastrukturen der
beteiligten Staaten, erschwert für den eher unbedarften und zudem
durch Desinformationen desorientierten Normalbürger geradezu
unlösbar die Unterscheidung zwischen lebensfeindlicher und achtbarer
Intelligenz und deren Missbrauch in ausufernder Dummheit.
In
der Tat lässt sich Intelligenz aus den verschiedenen Gründen
opportuner Vorteilsnahme in den Dienst der Dummheit stellen und
beweist so ganz nebenher, dass auch Intelligenz keinerlei moralische
Absolutheit aufweist. Auch gibt es keine wissenschaftliche
Absolutheit, denn wirkliche Intelligenz weiß, dass Irrtum menschlich
ist und dass es menschenwürdig wie wissenschaftlich
selbstverständlich ist, Irrtümer inhaltlich und methodisch sauber
zu korrigieren, um Leben zu schützen und gedeihlich fortzuentwickeln
– zum Vorteil von Mensch, Fauna und Flora, gemäß den Leben
hervorbringenden Gesetzen des Planeten und des grandiosen Universums.
Diese
Bezugnahme ist ein kosmonomisches Prinzip.
Dafür
lohnt es sich, zu leben und auf natürliche Weise (auch mit
medizinischen Erleichterungen) zu sterben, allen ideologischen,
kriegerischen Vernichtungen aber intelligent vorausschauend und
lebensfreundlich entgegenzuwirken. Logik und Kausalität beflügeln
das Leben in freier Entfaltung und Zugewandtheit, Dummheit hingegen
baut sich auf als Haupthindernis zur Humanität, als Gegner von
Bildung, Aufklärung und Kultur, als Menschenfeind.