Freitag, 3. April 2026

Sequenzen von Skepsis (764)

 


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:


9896

Wie Pilze schießen Primitivlinge aus dem ideologisch morastigen Boden in die Höhe, schießen um sich im heißen Klima von Angst und Hass. Unterirdisch vernetzt, breiten sie sich toxisch aus, schießen zunächst massig mit Lügen um sich, um schließlich scharf und zerfetzend auf alles zu schießen, was sich Humanität und Kultur nennt. Sie feiern das als unbedingt erforderliche und erfolgreiche Kriegsertüchtigung, bis auch sie der letzte Schuss entlebt, ihre sowieso schon entgeistigt gedrillten Körper.


9897

In vielseitigster Praxis dient ein Gott der Ab- und Entwertung des Menschen, na und der Teufel per Definitionem.


9898

Ein Vater, der seinen Sohn ans Kreuz schlagen lässt! Tiefer könnte ein solcher Vater, auch als „Gott“, nicht sinken, wenn es ihn denn gäbe.


9899

Wem vermehrt Hass entgegenschlägt, dem mag es an Narzissmus nicht fehlen.


9900

Auch Sinnlosigkeit sterbt nach Erfüllung und vernichtet sich unersättlich.


9901

Was Dummheit ist, wissen doch alle, die da(s) glauben.


9902

Glaubensbekenntnis des Krieges: Mord und Totschlag wie auch Selbstmord in pathetischem Drang nach Realisierung des Nichts.


9903

Glaubt man das Wort „Gott“, ist Gott existent als Gegenspieler zum „Teufel“, der genauso ersteht, der im Glauben Realität erlangt. Beide „können“ nur Gegeneinander: Des Krieges Schlachtfeld ist das Glauben, das mit Blut zu tränken ist.


9904

Was sah und sieht man nicht alles als „science fiction“ und als Fiktion des Glaubens, der ja nichts anderes predigt.


9905

Die Glocken läuten täglich, doch es klingelt nicht.


9906

Krieg ist die kategorische Negation von Mensch und Natur, die Glorifizierung des Vernichtens auf Geheiß in der Versumpfung des eigenen Wahnsinns.


9907

Kirchen als Kriegstreiber. Welch ein Götzendienst!



© Raymond Walden




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