Donnerstag, 9. April 2020

Ich lass dich nicht verkommen


Vollmond ist's,
der erste im Frühling 2020,
in Erdnähe,
die sonnigen Tage treiben aus
hell und klar,
Leben zieht ein
quirlig, singend, duftend.
Venus strahlt in höchstem Glanz,
zeigt sich dem Kundigen sogar am Tag.

Wo aber sind noch geistig Erleuchtete,
aufgeklärt und sinnenfreudig?

Pandemie beherrscht Menschenmassen,
nicht die konkrete Krankheit selbst,
deren Möglichkeit die Konsum- und Wachstumsgläubigen
natürlich unvorbereitet traf,
jetzt unfähig zu koordinierten Gegenmaßnahmen
und zu keiner abgestimmt schlüssigen Forschung
im gemeinsamen Weltinteresse fähig.
Experten“, zumeist per Eigendefinition, tönen hohe
Lieder von willkürlichen Statistikkonstruktionen
und Ratschlägen im Dienste jeweiliger Beschränktheitsregionen.

Das Volk wird indoktriniert rund um die Uhr
im Hysterie-TV, über Pandemie-Radio sämtlicher Kanäle,
im Panik-Blätterwald und
im unermüdlichen Chaos-Aktionismus
der Schuld erahnenden Konzeptionslosigkeit.

Komme zu dir, o Mensch,
oder besser: bleibe bei dir!
Halte Abstand, schalte ab, schalte aus!
Pflege Sauberkeit – körperlich und geistig.

Zuwendung und Hilfe den Kranken,
Dankbarkeit und Anerkennung für alle Pflegenden und Heilenden!

Schöpfe Zuversicht, o freier Geist, und Verantwortungsgefühl,
bestärke dich und deine Mitmenschen
in frühlingshaftem Erwachen, in realistischen Plänen,
vergiss nicht, auch zu träumen,
und schon gar nicht verliere die Bedeutung
von freiheitlicher Emanzipation, von Demokratie
und kausaler Aufgeklärtheit.

Frühling? - Ja du bist's! (Eduard Mörike)
Ich lass dich nicht verkommen!



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