Dienstag, 11. März 2014

Leben am Strand


Dass ich hier entlang schlendere,
immer wieder in all den Jahren,
beeindruckt niemanden, keinen Menschen,
auch keine anderen Lebewesen
und schon gar nicht das schweigende Universum.

Ich aber bin gefangen auf diesen Pfaden,
befangen,
ich erlebe intensiv subjektiv,
weil objektive Phänomene mich berühren, mich wachrufen
und zur Besinnung bringen wollen.

Strandläufer bin ich entlang von Küstenwegen
durch Dünen, auf Felsenklippen, im Watt.
Ich gelange über San Franciscos Golden Gate
an Londons Buckingham Palast, ziehe unter dem St. Gotthard her,
hinauf zum Kraterrand des Ätna, quer hinweg über Hamburgs Reeperbahn,
hinüber zum Strip in Las Vegas, durchs Tal des Todes,
vorbei in Rom am Petersdom, griechische Windmühlen umkurvend,
auf Weinhängen oberhalb von Banyuls und Collioure,
vom Whistler Mountain über den Teide, dem Rhein folgend,
direkt durchs Brandenburger Tor,
zurückschauend auf Verdun,
aufschauend zu den Sternen;
Durchblick und Einsichten an den Teleskopen und Mikroskopen der Welt.

Küstenwege des Lebens,
ständigen Veränderungen ausgesetzt
durch natürliche und menschliche Wildnis;
mal sanft, mal schroff gezeichnet,
führen sie nach innen, Umwege eingeschlossen.
Unerwartete Besonderheit?
Alle sind ausgezeichnete Privatwege zu einem weltoffenen Kosmos auf Erden.
„Überall, wo Frieden möglich wäre“, raunt die sanfte Dünung,
die mich im Sonnenaufgang wiegt.
Ich tauche ein und lebe.


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