Donnerstag, 24. Januar 2013

Ein Fünkchen Wahrheit


Betritt die seltene Wahrheit die Szene,
wird es still.
Merkwürdiges Zaudern, beklemmendes Innehalten,
Totenstille im unendlichen Verdrängungsschauspiel.
Man gibt das Stück
„Orden fürs Morden“.
Die Wahrheit wird entführt, vergewaltigt,
qualvoll erwürgt oder kurzerhand erschossen.
Kein Applaus.
Morgen früh geht’s weiter.
Ohne Wahrheit.

„So help me God“.
Ein Glaubensbekenntnis, eine Hoffnung, eine Bitte?
Oder opportunistische Täuschung?
Die Hilfe endet symptomatisch nach der Inauguration so göttlich,
wie sich das Weltchaos entfaltet.
„So wahr mir Gott helfe“
stellt der Wahrheit die Todesfallen.
Auf, ihr Flintenweiber, an die kämpfende Front!
Dem Manne gleichberechtigt,
in die Verirrung des patriotisch-religiösen Tötens
und Sterbens!
Ihr wähnt euch emanzipiert.
Gott ist mit euch!
Seiner Kämpfernatur unterliegt das Glauben scheinbar ewig.

Lange Winterwochen ohne Sonne,
nur Nebel und Regen, Wind.
Lange Nächte ohne Sterne,
hoch der Schnee und Eiseskälte.
Das Leben draußen geht verhalten,
es ruht, auch stirbt so manches Herz.
Es ist die Stunde der Zivilisation,
ihrer vorsorgenden Planung und Infrastruktur,
der wärmenden menschlichen Solidargemeinschaft,
die den Winter nicht nur übersteht,
sondern ihm seinen Reiz verleiht.


Ein Fünkchen Wahrheit
könnte jede Ideologie und Dogmatik ausglühen;
deshalb walten Heerscharen von kalten Glaubenswächtern.


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