Sonntag, 15. Dezember 2013

Theodizee: „Gott“ lässt nicht zu, er verursacht.


Religionen konstatieren den göttlichen Ursprung der Welt und beweisen in diesem grundlegenden Glaubensbekenntnis den exemplarischen Spekulationsgehalt durch keineswegs den einen einzigen „Gott“, sondern in einer wild ausufernden Gemengelage verschiedenster Götter, die sich wie die aus ihnen gefolgerten Religionen gegenseitig menschenverachtend bekriegen und in epochalen Zeiträumen auch vor Ausrottungen keineswegs zurückschrecken.
Schon aus solcher Vielfalt der regionalen „Welterzeuger“  wird deutlich, dass der jeweilig „göttliche“ Anspruch von „Anfang und Ende“ der Welt, vom „Sinn des Lebens“ ein ungehöriger Humbug ist, eine Droge, die das menschliche Gehirn sektoral lahmlegt.
„Sektoral“ will unterstreichen, dass religiöse Menschen durch ihren Glauben keineswegs als dumm zu diffamieren sind – im Gegenteil, ihre transzendentale Motivation kann bewundernswert intelligente und künstlerische Leistungen beflügeln und faszinierende Meilensteine der Kultur verankern.

Allein, was bedeutet das für den einzelnen überforderten und hinters Licht geführten Menschen und was für die Völker, die in „Gottes“ Namen kriegerisch und beuteversessen alles absäbeln, was ihrer getauften Schmalsicht widerspricht?

Götter, also auch der monotheistische „Gott“, verringern kein Leid, sondern erzeugen überflüssiges.

Natürlicherweise nagen Zweifel am Gläubigen, wenn er betroffen fragt:
„Wie kann „Gott“ so viel Böses zulassen?“

Die Christenheit lenkt dann geradezu gerissen über zur Theodizee und rechtfertigt „Gott“ „hinsichtlich des von ihm in der Welt zugelassenen Übels.“ (Duden)
Eine explizite Abschaltung des Gehirns.

Wenn „Gott“ die Welt erschaffen hat, was man ja glauben mag, dann so, wie sie ist:
Naturgewalten in Form von Erdbeben, Überschwemmungen, Stürmen, Vulkanausbrüchen, Feuersbrünsten, Eiszeiten, Hitzeperioden, Kometeneinschlägen und bei Lebensprozessen Anpassungen, Höherentwicklungen, Missbildungen, Epidemien und Degenrationen.
Alles unterliegt den Gesetzen der von „Gott“ geschaffenen Welt und ihrer „gottgewollten“ Entwicklung.
„Gott“ „lässt also nicht zu“, sondern ist die allein verantwortliche Quelle jeglichen Übels wie logischerweise jedes überschäumenden Glücks. „Gott“ ist die „Hölle“ wie der „Himmel“.

Das aber geht gar nicht, er löscht sich aus.

Vorzugsweise setze ich „Gott“ in Anführungszeichen oder Klammern.
Er existiert für mich nicht.
Aber ein Nichts kann ich sinnvollerweise in keinen Satz einbauen.

Ich wünsche niemandem „Frohe Weihnachten“ und „Frohe Ostern“,
aber jedem Menschen ein gutes Leben.

Auch so definiert sich Kosmonomie.


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