Freitag, 21. Oktober 2011

Der Kapitalismus ist am Ende


Der Kapitalismus als staatstragende Philosophie erlebt in der gegenwärtigen zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts seinen langanhaltenden und schmerzlichen Abgesang.

Verdientermaßen, möchte man meinen, doch gähnt da ein unermessliches Loch fehlender Alternativen im Hinblick auf einen auch nur minimalen Konsens bezüglich des menschlichen Miteinanders, des Modus Vivendi der Völker untereinander bei wissenschaftlich-technisch bedingter und zunehmender Globalisierung.

Dass sich der Kapitalismus bisher so behaupten konnte, liegt zum einen in der Natur des Menschen, die durch Konkurrenzverhalten bestimmt ist, und zum anderen in der skrupellosen Unaufrichtigkeit, die sich im Kapitalismus subtiler, daher oft unbemerkt durchsetzt als bei anderen Gesellschaftssystemen. Der Kapitalismus erschlich sich völlig unberechtigterweise demokratische Attribute, deren eigentliche Ansprüche er nie erfüllen konnte.
Lediglich durch die Pflege von Feindbildern, im Besonderen durch die Gegnerschaft zum Kommunismus gab sich der Kapitalismus eine freiheitliche Maske, während er global  unter Federführung der USA ein menschenverachtendes Netzwerk etablierte. Entwicklungsländer und sogenannte Schwellenstaaten könnten ein Lied von der rigorosen Ausbeutung und Entmündigung anstimmen.

Im gnadenlosen Wettlauf mit dem Sowjet-Kommunismus während des Kalten Krieges putschte sich der Kapitalismus im Verbund mit so manchen Religionen und politischen Despoten zu Höchstleistungen auf, erreichte Beeindruckendes und Segenreiches. Einen Blick hinter die Fassaden gab es in der Regel nicht, stattdessen Tabus.

Als der personifizierte Teufel in Form des Kommunismus wegbrach, entschwand auch das Feindbild, der kapitalistische Motor stotterte und kommt seither immer anfälliger aus dem Takt, denn die Suche nach einem neuen Treibstoff der Marke „Weltterrorismus“ oder „Klimaerwärmung“ etc. hatte viel zu  viel Verlogenheitswert, als dass sie einen dem Kommunismus adäquaten Ersatz hätte bieten können.

So wird sich der Kapitalismus sein eigener Feind, denn das propagierte freie Spiel der Wirtschaftskräfte endet jäh in der Unersättlichkeit einer Finanzwelt, die durch Geldkonzentrationen und hemmungslose Verschuldungen wie Spekulationen noch jede Gesellschaft und Moral liquidiert.
Längst sind die Politiker ratlose Spielbälle von Lobby und Kapital, dennoch gestehen sich viele der Volksvertreter ihre faktische Belanglosigkeit nicht ein, profilieren sich in kurzatmigen Widersprüchlichkeiten.

Einer bewussten Verkomplizierung des Finanzwesens steht die Masse der völlig Überforderten, der Ahnungslosen und Übervorteilten gegenüber. Fünfzig Prozent des Wirtschaftsgebarens seien angeblich Psychologie, heißt es, also lediglich empfundene Ansichtssache, nicht kalkulierbar, nicht berechenbar!
Der Kapitalismus demnach nichts anderes als eine esoterische Spielart?

Offensichtlich ist das so, denn auch die neuen Statthalter Russlands und sogar die chinesischen Kommunisten orakeln emsig mit in hektischer Börsenmentalität, die dem traditionellen Hang beider Völker zum Irrationalen entgegenkommt.

Ausgerechnet bei den asiatischen Menschenrechtsverletzern haben sich „the brave and the free“ hoffnungslos verschuldet, nicht zuletzt um an allen möglichen Brennpunkten des Globus militärisch aufzutrumpfen, um den amerikanisch-kapitalistischen Abweg von Demokratie gewaltsam einzuführen.

Demokratie verlangt im weitesten Sinne ein aufgeklärtes Weltbild.
Wo aber, in welchem Land existiert so etwas?
Bescheidenheit ist angesagt: „... ein so weit wie möglich aufgeklärtes Weltbild.“
Nur ganz wenige Regionen der Erde bleiben zur Diskussion, die überwältigende Mehrheit der menschlichen Gesellschaftsordnungen ist aufgrund von gepflegten Traditionen zur Demokratie nicht fähig, nicht reif für eine humanistische Würde jedes Individuums.

Uns Europäern steht es nicht zu, andere Kulturkreise zu missionieren, umso mehr sehen wir uns vor der Aufgabe, unsere eigenen Kulturen endlich zu humanisieren, das heißt, den Kapitalismus als einen weiteren Irrweg zunächst einzudämmen, um ihn schließlich abzulösen durch eine wahrhaftige soziale Verantwortung.
Wir stehen zweifellos ganz am Anfang, Demokratie wirklich zu leben. Bisher gelingt es nicht überzeugend, weil konsequente Perspektiven fehlen.

Es nützt nichts, Wahlen zu boykottieren, „kleinere Übel“ zu wählen, neue Parteien zu gründen, wenn uns nicht ein kosmonomischer Aufbruch im Denken und Handeln gelingt.

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