Freitag, 26. August 2011

Sequenzen von Skepsis (77)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

991
Je mehr Leute sich auf Wissenschaftlichkeit berufen, desto weniger Verstand ist im Spiel.

992
Die Frage drängt sich auf: Ist der Interimsmensch zu einer reinen Wissenschaft überhaupt bereit?

993
Ethik, die ihren Ansprüchen gerecht wird, kann nur durchdachte Eigenverantwortung sein, eine freie Entscheidung für Verbindlichkeit.

994
An vielen Orten geht die Zeit anders; einfach, ohne Intellekt.

995
„Heiliges Land“ heißt das exemplarische Portrait der Menschheit als eine wahre Verheißung.

996
Masse macht Stimmung aus dem Nichts.

997
„Wer heilt, hat Recht.“
Wie krank muss man sein, so etwas zu propagieren!
Der „Heiler“ verzeichnet günstigenfalls einen subjektiven Erfolg und untermauert objektiv den zweifelhaftesten Aberglauben.

998
Die grünen Männchen wechselten vom Mars auf die Erde und gründeten eine Partei im Bündnis mit der Alternativlosigkeit.

999
Westlich zivilisierte Sensibelchen leiden unter Allergien, fett- und magersüchtigen Neurosen, sodass sie auch in Ausübung ihrer Kriegslust empfindsam vorgehen. Sie führen saubere Angriffe, cyberartig clean, mit ein paar Kollateralschäden zwar, aber im Endeffekt artgerecht, ohne Hirn kapitalistisch, christlich-jüdisch programmiert.

1000
Wer Menschen vernichtet, schändet Tiere ebenso ungeniert.

1001
Die göttliche Apokalypse ist nichts als eine evolutionäre Episode.

1002
Der Zeit läuft niemand davon.

1003
Auch seichtes Gewäsch erweist sich bei dauernder Übung als Gehirnwäsche.

1004
Objektive Wirklichkeit erfährt durch persönliche Wahrnehmung eine erste Fälschung, die sich in Erinnerungen manifestiert. Weitere Interpretationen bieten sich an als „künstlerische Freiheit“ oder gewollte Selbsttäuschung.


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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Montag, 22. August 2011

Sentenzen von Freiheit lieferbar

Wie der Angelika Lenz Verlag mitteilt, sind die "Sentenzen von Freiheit" wieder lieferbar.
Neben den inzwischen oftmals zitierten 926 Aphorismen enthält das Bändchen vor allem auch das Kosmonomische Manifest, die Grundaussagen der neuen kosmonomen Philosophie, die gerade in der gegenwärtigen politischen Rat- und Hilflosigkeit an aktueller Bedeutung gewinnt.





113 S., kart. 9,80 €, ISBN 978-3-93307-49-7

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Freitag, 19. August 2011

Ganzheitlicher Aberwitz

Das Ganze sei mehr als die Summe seiner Teile, zitiert man Sokrates sehr verkürzt und öffnet das Tor zur Spekulation, denn man definiert nicht, was denn das „Mehr“ darstelle.
Bleiben wir in der mathematischen Terminologie, erweist sich das Ansinnen des Addierens zur Summe als arge Bescheidenheit, erscheint doch eine Multiplikation der Faktoren zu einem Produkt der Komplexität des Seins angemessener, wahrscheinlich noch zutreffender die Berücksichtigung auch der Funktionen von Faktoren.

Dadurch wird das Berechnen des Ganzen zwar immer schwieriger, wenn nicht sogar unlösbar, Näherungswerte sind aber gang und gäbe.

Die Astronomie arbeitet beispielsweise beim Verständnis des Universums ähnlich und tastet sich, freilich nicht frei von Irrtümern, immer näher an Faktisches heran.

Und es geht im Erkenntnisprozess des „ganzen“ Seins um Fakten, ein nicht-faktisches Sein wäre eine Nichtexistenz, die nicht einmal über das Nichts theoretisieren könnte.

„Ganzheitlichkeit“ stellt unter den Voraussetzungen die Weichen für den Größenwahn, denn niemand ist im Besitz der Erkenntnis des Ganzen.
Es ist Mäßigung angesagt im ja sinnvollen Bemühen um das Verstehen von Zusammenhängen, vom Zusammenspiel einzelner Phänomene: Also nicht „ganz“ oder „ganzheitlich“, eher schon „größtmöglich umfassend“, um bei den Fakten zu bleiben und nicht auf Illusionen hereinzufallen.

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DENK MAL Nr. 31

Wird ein Meteorologe zum medialen Wetterpropheten, hat ihn wohl das Unwetter erwischt. Er redet ständig davon, als schmerze ihn jede Wetterlage. Stets stark hagelt es, regnet, donnert, strahlt es auf ihn ein und wenn nicht, bekommt er prompt die Frost-Allergie. Unerschöpflich unversicherbar ist das Unwetterpotential.

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Das kosmonomische Denken schwärmt nicht von dem, was sein könnte, sondern zieht Bilanz, zeigt auf, was tatsächlich ist, und sucht nach Gründen für den Status quo, um nach Möglichkeit Korrekturen und Verbesserungen anzuregen innerhalb einer Totalaufnahme des Inhumanen, die den hellen Wahnsinn in dunkler Umnachtung porträtiert: Was die Menschheit bisher auf diesem Globus aufführt, spottet der Würde des Menschen, weil Gesetzmäßigkeiten von Ursache und Wirkung durch Glaubensbehauptungen bis hin zur ekstatischen Abdrift gebrochen werden.

So wie der einzelne Mensch keine Ganzheitlichkeit verkörpert (z.B. „zwei Seelen in einer Brust“), so zeigt sich auch die Menschheit zer- und gebrechlich, einig bestenfalls in Uneinigkeit.
Nicht einmal der Erdball gibt sich ganzheitlich: Ein Tsunami hier, berührt entfernte Kontinente gar nicht, eine Trockenperiode dort, hindert nicht die Überflutungen woanders. Lediglich Naturgesetze greifen ineinander mit zum Teil noch völlig unbekannten Variablen.

Ganzheitlichkeits-Fanatiker leugnen oder verdrängen solche bisher nicht zu schließenden Kenntnislücken und übertragen sie mühelos auf das menschliche Individuum. Dessen ganzheitliches Wohlbefinden entflieht aber, nur weil ein kleiner Zahn mit Karies quält und eine gezielt punktuelle Behandlung fordert.
Kein erblindendes Auge wird durch „Ganzheitsmedizin“ gerettet. Der seelische Zustand so oder so dürfte beide Leiden nicht hervorgerufen haben, noch sie heilen können.

Transferiert auf die Politik, ergibt sich ein erschlagender Beweis für das Fehlen von Ganzheitlichkeit.
Hat der Zahnarzt beim Sanieren des Kariesschadens doch einen „ganzen“ Menschen vor sich, dem er zur Lebensqualität verhilft, besitzt die Politik nur ideologische Trugbilder, kein geschlossenes Menschenbild und doktert regional in überheblicher Selbsteinschätzung und ohne Zusammenhang an Einzelphänomenen herum, dem Opportunismus ergeben, zu Täuschung und Betrug stets bereit.

Wenige Lichtblicke auf gesellschaftlicher Ebene bieten sich durch großartige Werke der Literatur, Musik, Malerei, Gestaltung, Architektur als beständige Vermächtnisse. Auch überzeugen einige aufrichtige humanistische Aktivisten und mutige Menschenrechtler.

Die kosmonomische Philosophie versteht sich als Bezugnahme zum Makro- und Mikrokosmos bei der alltäglichen Lebensbewältigung, als Orientierung an kosmischen Gesetzen bei gleichzeitigem Eingeständnis, dass wir längst nicht alles wissen (können).
„Ganzheitlichkeit“ avanciert da zum Aberwitz.

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Dienstag, 16. August 2011

Sequenzen von Skepsis (76)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

970
Wie ein Tsunami spült Massenhysterie alles hinweg; der geistige Schaden ist verheerend und zieht eine Spur ideologischen und materiellen Unrats nach sich.

971
Nicht zu bezifferndes Leid, das Menschen im Namen eines Gottes seit jeher zugefügt wird, untermauert moralisch die Hinterfragung von Religion und kann intelligenterweise nur zu ihrer Ablehnung führen.

972
Wer Waffen produziert, ob als Fließbandarbeiter oder Boss, muss den Tod im Hinterkopf haben. Waffenexporte stiften zum Morden an.

973
Der Frühling erfindet sich immer neu und möchte den Menschen mitnehmen.

974
Ruhe ist Teil des Lebens, nicht des Todes.

975
Eine gepflegte Fassade verschont innere Risse wenigstens vor äußeren Einwirkungen.

976
Alt geworden, plötzlich krank, gestorben und die unausweichlich einfühlsame Mahnung: „Er ging ja nie zum Arzt!“

977
Das Volk der Interimsmenschen will getäuscht werden, denn es scheut die Anstrengungen der Wahrheit. Je entschiedener, rigoroser und skrupelloser die Wortverdrehungen, desto weniger Zweifel hegt der Naive, desto überzeugter weiß er, dass er nicht hintergangen wird.

978
Evolutionäres Unterscheidungsmerkmal des Menschen vom Tier: Er lügt.

979
Was der Mensch erfasst und was er schafft, verblasst im Gegensatz zu dem, was er nicht begreift und was er anstellt.
Auf der Suche nach sich selbst scheitert er durch reale Gewalt in seiner Scheinwelt aus Göttern, Dämonen und Einbildungen.

980
Der mündige Bürger, falls es ihn je gab, mutierte durch Kernspaltung, Genmanipulation, Ozonloch, Waldsterben und Kohlendioxidmärchen zu einem Grünschnabel, der keinem Klima gewachsen ist.

981
Burgen und Schlösser sollen von Macht und Reichtum erzählen und sind doch nur Ausdruck von Angst und Aggression. Von Primitivität.

982
Nebenwirkungen, oberflächlich nicht einkalkuliert oder bewusst verharmlost, entwickeln dramatische Effizienz als ungeahnte Wechselwirkungen.

983
Das provenzalische Licht hinderte Nostradamus nicht, obskur seine dunkle Sicht der Zukunft aufzuzeichnen.
Van Gogh hingegen sog das Licht auf und bannte es auf die Leinwand als immer währende Gegenwart – und wurde farbentrunken.

984
Werbung verzerrt das Fernsehprogramm wie das Bild vom Menschen.

985
Kapitalismus stilisiert mit Gewalt den quälenden Todeskampf der Menschenwürde und verzinst die Ethik verdummender Doppel- und Antimoral.

986
Nicht die Kleidung trägt den Körper,
nicht die Frisur den Kopf.

987
Der Nutzen von Wasser und Öl basiert auf Reinheit.

988
Wie Treibgut schwimmt die öffentliche Meinung ohne Tiefgang an der Oberfläche.

989
Freiheit interpretiert individuell den persönlichen Näherungswert an das Absolute, das es in einem endlichen Sein nicht gibt.

990
Vollkommenheit ist nur nach den Bedingungen der Evolution denkbar, unterliegt also Entwicklungen.

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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Donnerstag, 11. August 2011

Ideologisch eingemauert

Dass Mauern in Köpfen entstehen, bekennt man beinahe schon sprichwörtlich, kümmert sich aber wenig um derartig Philosophisches bei der Errichtung neuer Mauern. Vielleicht halten die aktuellen Konstruktionen den Geist auch so gefangen, dass er seine eigene Knechtschaft, sein Eingesperrtsein, nicht mehr oder nur vermindert wahrnimmt.

Ist eine Mauer erst einmal hochgezogen, überdauert sie oft Menschengenerationen, zumindest steht sie bis zu einem Gesinnungswandel, der sie gegebenenfalls aber auch in revolutionärer Vehemenz hinwegreißt.
Es gibt keine Mauern der Freiheit, wohl aber der Angst und ihrer erhofften, vielleicht auch vorgegaukelten Abwehr. Der Grund für die Angst ist oft mehr als fragwürdig, nicht selten Ausdruck von schlechtem Gewissen, von Einbildungen und Manien.

Mauerarchitekten berufen sich auf faschistische, kommunistische, kapitalistische und religiös-nationalistische Ideologien, die nicht zuletzt durch die zu errichtenden Wände untermauert werden sollen: durch Freiheitsentzug, der süffisant als Freiheit amtliche Glorifizierung erfährt und, gewohnheitsmäßig eingetrichtert, sogar zur irgendwie lieben Vertrautheit wird.
Maurer und Hilfs- wie Zwangsarbeiter mauern Mauern, nichts sonst, die Verantwortung liegt bei den Bauherren und ihren Financiers.

Am 13. August 1961 wurde in Deutschland zur ideologischen Trennung der Menschen eine konkrete Mauer gebaut, die nicht ohne Wirkung auf ganz Europa, ja auf die gesamte Welt blieb.
Welch ein Freudentaumel, als diese so völlig ungenierte und schikanöse, blutbefleckte und widernatürliche Barriere am 9. November 1989 fiel!
Wirklich überall Freude?
Keineswegs.
Es gibt immer noch und schon wieder Gemütskranke, welche die Mauer zurück wünschen – wenn sie nur die Macht hätten.
Es war damals alles so klar geregelt, niemand musste sich zur Eigenverantwortung und Selbstinitiative aufraffen.

Nunmehr dem Ideen- und Leistungswettbewerb gnadenlos ausgeliefert, scheitert der Ungeübte besonders dann, wenn er schon wieder vor Mauern steht, vor ganz anderen zwar, aber ebenso rigoros trennenden. Die Spaltung der Gesellschaft in wenige immer Reichere und immer mehr Arme ist ein solches Beispiel wie auch die zunehmende Verelendung ganzer Völker bei ungebremster Raffgier internationaler Konzerne und sich als Demokratien bezeichnender Industriestaaten.
Im exzessiven Ausleben der Machtinteressen gibt es weiterhin Mauern ähnlich der ehemaligen deutschen Trennungslinie, man denke an Israels meterhohe Abgrenzung gegen die Palästinenser, an die US-Grenze zu Mexiko und viele andere, auch historische Mauern weltweit.

Mauern stellen Machtinstrumente dar zur Entmündigung des Individuums, zur Einschüchterung, zum Wegsperren der Opposition, zur Verhinderung freizügiger Infrastrukturen, zur Demonstration und Durchführung von Gewalt, Folter und Mord.

Der Vielfalt entsprechend, gestaltet sich das konkrete Erscheinungsbild, seien es gigantische Wolkenkratzer des Kapitals, muffige Kirchenmauern, offene und verdeckte Pressediktate oder besonders „körpernah“ die Burka, die Soldatenuniform, die ungleiche medizinische Versorgung und die skandalösen Hungersnöte.

Der allgemeine Jubel über den Fall der „Berliner Mauer“, so scheint es, ist ein blendender Anlass, von bestehenden Mauern abzulenken.

Am 13. August 1961 offenbarte sich menschlicher Unsinn, wie er heute ebenso fortexistiert als Merkmal einer bisher lernunfähigen, ideologisch eingemauerten Menschheit.

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Montag, 8. August 2011

Sequenzen von Skepsis (75)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

957
Viele und große Bilder in der Zeitung bezeugen das sprachliche Defizit.

958
Gott und Vaterland wurden lange vor dem Dynamit erfunden.

959
Die Scheindemokratie toleriert sogar schärfste Kritik, indem sie jegliche Reaktion darauf zu verhindern weiß.

960
Die Erde bebt, denn sie lebt
gemäß universaler Gesetzmäßigkeit
und nicht nach humaner Befindlichkeit.

961
Sie haben alles fest im Blick, nur Ihren Körper nicht?
Wie selbstlos selbstsüchtig Sie doch sind!

962
Kein Leben, kein Sex; logisch.
Aber: Kein Sex, kein Leben!
Da widerspricht allenfalls ein Honigbienchen.

963
Dümmlichkeit beschwingt den Zeitgeist: Alles Walzer.

964
Materieller Reichtum äußert sich gesellschaftlich reichlich unverbindlich.

965
Intelligenz scheitert oft schon an der Diskussionskultur.

966
Um keinen Preis
möchte ich einen Preis als verordneten Orden,
denn die bisherigen Träger hätten zwar kein Problem,
ich aber schon.

967
Der Stahlhelm auf dem Schädel quetscht jedes Gehirn.

968
Irrationale Denkstrukturen werden niemals wissenschaftlich sauber arbeiten, schon gar nicht bei komplexen Herausforderungen wie Nahrungsmittelproduktion, Energieversorgung, Medizin oder Friedensfähigkeit.

969
Ein günstiger Warenpreis geht gewöhnlich auf Kosten übervorteilter Arbeitskräfte, geschädigter Umwelt und ungeahnter in Kauf genommener Nebenwirkungen.


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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Freitag, 5. August 2011

Vor 66 Jahren: Atombomben auf die Menschlichkeit

Im August 1945 war auch der Krieg gegen Japan längst entschieden, dennoch glaubte eine verblendete US-Regierung, ein glorioses Siegessignal setzen zu müssen und warf Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki – unnötigerweise und voller Menschenverachtung.

Denn diese Bomben besiegelten nicht nur das Schicksal der Bombardierten, sondern auch den Traum von garantierter Menschlichkeit irgendwo auf dem Planeten.
Ausgerechnet die USA, als Symbol für moderne Freiheit und Gerechtigkeit, zerfetzten die Menschlichkeit und begannen, wie wir heute wissen, damit endgültig ihren verlogenen und skrupellosen Hegemonialfeldzug auf der globalen Politbühne.

Die Tragik lebt fort, indem es dennoch kaum einen Staat mit effektiverer Freiheit als die USA gibt.

Hängen wir keinen naiven Träumen nach; Freiheit und Emanzipation werden immer noch und rigoros durch die Macht des Stärkeren geknebelt.
Das vergessen die Sonntagsprediger aller Couleur, deshalb wiederhole ich eine meiner „Sequenzen von Skepsis“:

„Das Vergessen haucht Frieden und führt in den Krieg.“

Gedenken wir wachen Geistes der atomaren Greuel, welche intensiver noch als damals die Menschheit, die gesamte Menschlichkeit bedrohen!

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Donnerstag, 4. August 2011

Obama – can he ...?

Nahostkonflikt ungelöst,
Afghanistan weit ab von einer modernen Zivilisation,
Irak fern jeder Friedensperspektive,
Libyen und kein Ende,
Guantanamo nicht geschlossen,
US-Staatsverschuldung auf Rekordhöhe nahe der Pleite,
Schuldenabbau nicht in Sicht,
Zunahme der Armut in der US-Bevölkerung,
Gesundheitswesen weiterhin prekär,
Bildungswesen traditionell mangelhaft!

Friedensnobelpreis wofür?

Als Versager kann dieser Mann fast alles: Yes, he can.
Man unterschätze ihn nicht!

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Mittwoch, 3. August 2011

kosmonomisch kurz kommentiert (5): Präsidenten vor Gericht

Dass man den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mubarak nunmehr juristisch anklagt wegen seiner Verbrechen während der langen Amtszeit, entspricht dem allgemeinen Rechtsempfinden und mag vor allem für die Opfer und ihre Angehörigen Genugtuung bedeuten.

Mit humaner Rechtsauffassung dürfte das Verfahren jedoch wenig im Sinn haben, denn ein Greis wird auf der Trage vor Gericht gezerrt mit der rechtlich begründeten Aussicht auf einen Schuldspruch, der das Todesurteil zur Folge hat.
Westliche Medien, deren Regierungen jahrelange Steigbügelhalter des Despoten waren, haben längst Witterung aufgenommen und vereinen sich mit dem ägyptischen Fernsehen, welches das Spektakel menschenunwürdig live überträgt.

Kosmonomisch bleibt festzuhalten: Eine Todesurteile fällende Justiz steht außerhalb jeder menschlichen Akzeptanz; sie nährt sich durch das Prinzip blinder Rache und Vergeltung und entwürdigt sich selbst durch das Verdingen von Henkern, von schwachsinnigen, Menschen verachtenden, sanktionierten Mördern.

Keine Frage: Mubarak muss sich verantworten in einem rechtlich sauberen Verfahren. Zweifel sind angebracht, ob die ägyptische Gesellschaft das überhaupt kennt.

Weniger Zweifel mögen da vielleicht zu Unrecht im Hinblick auf das US-Rechtssystem bestehen. Denn weder der seinerzeitige Präsident George W. Bush noch seine Verbrecher-Clique, die weit umfangreichere Untaten in viel bedeutungsvollerem Umfang begingen, werden vor den Richterstuhl geladen.

Amerika könnte sich weltweit rehabilitieren, diese Damen und Herren zu Lebzeiten bei bester Gesundheit zur Verantwortung zu ziehen und sie zweifellos mit der Höchststrafe zu belegen, die aber niemals eine Todesstrafe sein kann, so man denn wirklich humane Werte im Land der längst sehr begrenzten Möglichkeiten kennt.

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Montag, 1. August 2011

Sequenzen von Skepsis (74)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

941
Sinn einer Botschaft?
Der Inhalt? ... Dass sie überhaupt abgeht?
Immer vorausgeschickt, sie kommt an.
Aber sogar der Sender ist Empfänger.

942
Dass ich alt wurde, merkte ich zunächst und besonders an den anderen.

943
Realpolitiker schütteln die Hände von Tyrannen, sind also Artgenossen.

944
Jedes Bild, ob in der Natur oder im Rahmen, bezieht seine Belichtung vom Blick des Betrachters.

945
Überall Mogelpackungen, gefüllt mit juristischem Gesülze für den gewinnoptimierenden Beschiss!

946
Versicherungen, Banken, Monopolisten, Makler verbergen den ihnen gemeinsamen kapitalistischen Makel im Kleingedruckten.

947
Im einfachsten Fall holt das System den Polizeiknüppel aus dem Sack als „Freund und Helfer“.

948
Der Mond steuert Religionen, die hinter ihm liegen.

949
Statt der Sonne geht morgens für viele die eigene Wichtigkeit auf und verschleiert den Tag bis über den Abend hinaus.

950
Irdische Sternchen spielen im Universum keine Rolle.

951
Leben leitet sich von Ideen und ihren praktischen Umsetzungen ab. Liebe gehört dazu.

952
Sich immer treu zu bleiben, birgt die Ungewissheit, wem man da eigentlich traut.

953
Flüsse streben Meeren zu, winden sich durch Täler, öffnen sich in Ebenen, schaffen Kultur.
Wenn sie in den Weiten der Meere zerfließen, löst sich ihre Bedeutung auf, sie gehen in der Masse unter.

954
Vielfalt ist das Faszinosum des Lebens wie auch der unbelebten Natur, ein überschwängliches Angebot für den freiheitlichen Menschen, der sich nicht ausgrenzen lässt, der sich aber von Unmenschlichem abgrenzt.

955
Der Weg sei das Ziel, mag eine sinnvolle Vertröstung sein für die Unerreichbarkeit des eigentlich Angestrebten.

956
Jede Ideologie vertuscht und fälscht Geschichte,
bis sie selbst Historie und enttarnt ist.

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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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