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Dienstag, 24. November 2020

Sequenzen von Skepsis (391)

 


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:


4992

Der Mensch, der Gott braucht, ihn gebraucht, um sich teuflisch aufzuführen, wie widert er mich an; ich muss ihn fliehen, solange ich noch frei atme.


4993

Was Gott geschlossen hat, so sagt die Kirche bezüglich der Ehe, soll der Mensch nicht trennen, also bleibt Ehescheidung ein brandmarkendes Tabu. Betrachtete der Klerus doch auch das Leben ähnlich konsequent, von Gott initiiert, dem Menschen, auch hohen Priestern und Präsidenten, jedes Hinrichten verbietend!


4994

Überall wo sich auf der Erde Sterne anbiedernd aufdrängen, entblößt sich eine lächerliche Interpretation des gestirnten Himmels.


4995

Das Anhimmeln von Personen kennt einzig eine Rechtfertigung: die der aufrecht Liebenden.


4996

Kunst spiegelt die Freiheit des Empfindens, das persönlicher und keineswegs ideologischer Natur folgt.


4997

Wie lange mag Wohlstand eines Einzelnen, eines Einsamen fortdauern – wir reden nicht von Reichtum?


4998

In einer sich durch unreflektiertes Wachstum aufblähenden und ausbreitenden Entfremdung markiert das Jahr 2020 weltweit einen kulturellen und intellektuellen Zusammenbruch als Grundlage für weitere Tragödien hysterischer Unmenschlichkeit.


4999

Bei all den offiziellen geistigen Verrenkungen um Abstand voneinander wird mir immer deutlicher, zu wie vielen Menschen ich gerne auf Distanz gehe, ein „Nimmer-Wiedersehen“ eingeschlossen.

 

5000

Meine ursprünglichste Heimat ist frei atmendes Schlafen – und hernach ausgeruhtes Denken. Dann bin ich weder Herr noch Gott und Teufel, sondern mit mir im Frieden, wohl wissend, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.


5001

Im so kurzen Leben bleiben zeitliche Zielsetzungen „systemrelevant“, manche aber erzeugen unnötigen Druck, da sie sich bei genauerer Betrachtung als irgendwann zu erledigen, als unwichtig und verzichtbar erweisen.

 

5002

Zur Verständigung mangelt es häufig an zivilisatorischer Intelligenz, Brücken zu schlagen zu anderen Sprachen, Charakteren und Weltbildern. Es fehlen die Fundamente der Bildung und Empathie.


5003

Einsamkeit mag freiheitlich verwöhnen, doch der hinfällige Körper relativiert irgendwann.


5004

Ich schreibe nicht für Länder, Völker, Nationen, sondern für Menschen – falls „die Herrschaften“ ahnen, was ich meine – für Menschen unter der Sonne und im Dunkel der Nacht, nicht in geistiger Gefangenschaft.


5005

Planungen und Ereignisse laufen derart aus dem Ruder, dass es die gutmeinende aber naive Bevölkerung aufgrund der Heftigkeit für „unmöglich“ hält. Sie verschließt bewusst Augen, Ohren und Wahrnehmungen:

Intensität verprellt Sensibilität und schlussendlich regiert Totalität.


5006

Ist der Platz neben einem erst leer, mag Erkenntnis ihn einnehmen.



© Raymond Walden