Freitag, 12. Februar 2016

Agenda zum Kosmonomischen Manifest (6)

5. Kosmonomische These: Sexualität

Die menschliche Sexualität ist ureigene Privatangelegenheit; sie unterliegt einzig der Menschenwürde in der freien Entscheidung der beteiligten Partner.


Zu allen Zeiten wurde die menschliche Sexualität missbraucht, um Machtansprüchen ihre Geltung zu verschaffen. Bei in der Historie allgemein fehlender zuverlässiger Schwangerschaftsverhütung und bei allgegenwärtigen Krankheitsrisiken hatte allerdings die Gesellschaft auch ein berechtigtes Interesse an moralischer Regelung eines leicht außer Kontrolle geratenden Sexualverhaltens mit Folgen für auch eben diese Gesellschaft.
Ein modern verantwortungsvolles Sexualverständnis orientiert sich jedoch nicht an überkommenen und weltfremden Glaubensdogmen, sondern an aufgeklärtem Wissen, an der Emanzipation, an der Humanität und an einem offenen, ehrlichen und tabulosen Problembewusstsein.
Sexualität ist ein Lebens- und Selbstbestimmungsrecht wie etwa das Recht auf Nahrung, Kleidung, Unterkunft, Arbeit, Bildung, medizinische Fürsorge, etc. und schließt besonders die Rücksichtnahme auf Mitmenschen und deren körperliche und geistige Unversehrtheit mit ein.
Um dieses Recht zu pflegen, bedarf es zunächst der öffentlichen Reinigung von traditioneller Verklemmtheit und Doppelmoral – eine Forderung, die durchaus in konservativen Kreisen als revolutionär abgelehnt wird.

Die gegenwärtige angebliche Toleranz gegenüber sexuellen Fragen und Praktiken ist eine vordergründige und daher wenig hilfreiche Behauptung.
Man besingt nicht erst seit heute üblicherweise „Die Reeperbahn nachts um halb eins“, wer dort aber hingeht, sei es als sogenannter Freier oder als Prostituierte, gilt als moralisch anrüchig, untragbar, mitunter sogar als kriminell.
Stadträte beschließen die Einrichtungen von Bordellen und Swinger-Clubs, wären aber im Falle des Bekanntwerdens des eigenen dortigen Erscheinens in ihren Ämtern kaum mehr zu halten.

Doppelmoral lässt sich nur durch ein unverfälschtes natürliches Bekenntnis zur eigenen Lust beseitigen. Dass sich daraus wichtige Entscheidungen im privaten Bereich von Partnerschaften und Lebensentwürfen ergeben, liegt auf der Hand, hat aber die Öffentlichkeit nicht zu interessieren, solange sie dadurch nicht verletzt wird.

Die öffentliche Frage ist allerdings aufzuwerfen, wie verrucht sexuelle Geschäftspraktiken ohne Rücksicht auf Jugendschutz, Intimsphären und Menschenrechte in der gängigen Doppelmoral geduldet und medial offen und verdeckt propagiert werden.

Ermöglicht wird der unwürdige Sumpf durch ebenso unwürdige Verbote und Verklemmtheiten bezüglich einer tatsächlichen Körperfeindlichkeit von religiösen, prüden und spießigen Eiferern, die in traditioneller Selbstverständlichkeit freiheitlich gesinnten Menschen nachstellen, sie bevormunden, sie denunzieren, sie erpressen.

Natürliche Sexualaufklärung wird durch Doppelmoral, die man auch schon im Kindesalter erspürt, geradezu unnatürlich, weil peinlich und verlogen.

Es verdeutlicht sich immer dringlicher, wie stark die doppelmoralisch fehlgeleitete Sexualität in allen Kulturkreisen der Friedensunfähigkeit Vorschub leistet und weltweit für unsägliches persönliches und öffentliches Leid verantwortlich zeichnet.
Leid, erzeugt durch im Zeitalter der Aufklärung längst überholte und ungerechtfertigte Moralinstitutionen, die keiner offenen Humanwissenschaft standhalten können, aber dennoch die Menschheit unvermindert drangsalieren.

Kosmonomisches Manifest  => hier

- Fortsetzung folgt. -


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