Donnerstag, 30. September 2010

Sequenzen von Skepsis (44)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

509
Die Überhöhung des „Göttlichen“ baut auf die Demütigung des Menschen.
So funktioniert Religion.

510
Mit Vergeistigung regiert das Geistliche und erzeugt Geistlosigkeit, beschränkt das Menschliche. Verhindert den Menschen.

511
Die öffentliche Meinung ist eine höchst effiziente Lenkwaffe, gesteuert durch ideologisierte Strippenzieher, die nur eines fürchten: die freie Meinung. Wenn nicht totgeschwiegen, wird sie unterdrückt, verleumdet, gemeuchelt.
So wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit bis ans Ende des Interimsmenschen in seiner Erbärmlichkeit.

512
Die Wächter seien mit euch, dass sich niemand erdreiste!

513
Krieg schafft Arbeitsplätze, ist Vollbeschäftigung! Solange man überlebt.

514
Ehrgeiz: Wer geizt? Womit?

515
Idole werden gezüchtet, verkörpern aber eher selten Rasse noch Klasse.

516
Je größer die Bevölkerungszahl, desto zufälliger das Einzelschicksal.

517
Das Erben von Gütern mag sogar auf Erbgut beruhen, dessen Güte dadurch in keiner Weise definiert ist.

518
Das Denken in eingefahrenen Bahnen täuscht über das abgefahrene Profil hinweg.

519
Oft ist der Geist des Körpers schwerste Last.

520
Körpersprache moduliert vorwiegend Licht-, aber auch Schallwellen. Und die schlagen manchmal hoch.

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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Irrglaube Integration

Wer in ein fremdes Land zieht, um dessen Freiheiten, soziale und politische Vorteile zu genießen, ohne sich um den Erwerb der Sprache und die Kultur zu kümmern, um stattdessen die eigene, ewig gestrige Religion zur Schau zu stellen und zu propagieren, kommt als Eindringling, ist unwillig zur Integration, unfähig zur Demokratie und Emanzipation.
Eine wirklich freiheitliche Gesellschaft wäre gut beraten, solche Rückschrittlichkeit nicht zu tolerieren, auf Eingliederungsbemühungen zu bestehen und nicht dem Irrglauben zu verfallen, man könne gesellschaftlichen Frieden oder gar Fortschritt mit einem Kaleidoskop veralteter Denkweisen verschiedenster Kulturen bewältigen.

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Welten

Atemberaubend dieses Blau,
das die Augen öffnet, Lippen benetzt,
die Haut umschmeichelt,
das hörbar wird, wenn die Nacht
die Sterne entfesselt.
Das Blau, das betört,
alle Sinne weckt,
wie es so ehrlich das Meer türkis verklärt,
die Menschenmassen versammelt,
bunt und gut gelaunt.
Intensiver Duft erlesenster Darbietungen
des Universums von Farbe und Licht,
von Landschaft, Küste und Meer,
von Früchten und Leben. – Beflügeltem Leben,
das den Einheimischen nichts schenkt,
das aber Entspannung und Würde schöpft,
einlädt zur Muße und Kreativität,
in einsam geschützten Buchten,
an Klippen und auf Höhen vom Mistral gekühlt,
Selbstfindung, auch Demut nahelegt.

Und dann, oh St. Tropez, die reichliche Dekadenz
an deinen Quais, Molen und Stränden,
wo das Flair der Cote d’Azur
anrüchig vor Geld nicht stinkt.

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