Donnerstag, 4. Juni 2015

Kapitalistische Ergebenheit


  1. Ich bin dein Arbeitgeber und Zeitnehmer, du sollst kein fremdes Brot essen neben mir.
  2. Es gibt nur eine Wahrheit: Geld.
  3. Dein Leben steht im Dienste des Geldes, unzweifelhaft bis zum Ruin, zum Tod im Namen des Geldes.
  4. Was gesund ist, bestimmt die Börse.
  5. Du sollst konsumieren, wachsen im Verbrauch.
  6. Bist du zu fett, sollst du fasten gemäß der tausendsten Diät der Wirkungslosigkeit.
  7. Orientierung ermöglicht einzig und allein die kapitalistische Presse-Verleger-Clique.
  8. Du sollst ungeschützt immer und überall unter Werbung dem Denken entsagen.
  9. Gedenke aber, dass Schnäppchen-Käufe dein bares Geld bedeuten, vergiss die Not und Unterwerfung der Ausgebeuteten fernab von deinen Konsumtempeln.
  10. Verteidige die Demokratie des Geldes, lasse Waffen liefern, lass’ dich aufhetzen durch saubere Kriegsberichterstattung und Erzeugung von Feindbildern.
  11. Entspanne dich täglich durch mordreiche Unterhaltung auf deinem Flachbildschirm, auf dass dein Hirntod dir unbewusst bleibe.
  12. Du sollst die Reichen beneiden, den Armen zu deiner Anerkennung großzügig gerade noch das Existenzminimum spendieren.
  13. Die Konkurrenz schläft nie, fürchte sie wie auch ungesunde Nahrung, Epidemien und Naturkatastrophen.
  14. Versichere dich gegen alles.
  15. Klage laut und berichte von deinen Wunderheilungen.
  16. Verfluche die Technik und Wissenschaft, deren Vorzüge dich krankmachend strapazieren und bestätige deinen fernöstlichen Spleen.
  17. Bete zu Gott, er ist traditionell mit den Geldgierigen.
  18. Ersatzreligionen verleihen dir prächtige Ahnungslosigkeit. Je weniger du weißt, desto überzeugender klingt deine Klimawahrnehmung, welche du mit der Fukushima-Wende schon teuer bezahlst. Wage keine Kritik gegen Klimapäpste, die immerhin „Geisteswissenschaft“ studierten.
  19. Lebe auf pump, nach dir kommt sowieso nichts mehr.
  20. Lass dich überwachen unbedingt, total, damit du erfährst, wer oder was du bist und nicht sein kannst.
  21. Vertraue dem freien Handel, wie er dir vertraut, wenn er dich kleingedruckt übers Ohr haut.
  22. Das Recht des Stärkeren ist im Kapitalismus kein Thema. Es gilt.
  23. Würdige das bare Geld, mit ihm floriert das Leben wie geschmiert.
  24. Überhäufe deine Kinder mit modischem Tand und Affenliebe zur Entlastung deiner fehlenden tatsächlichen Fürsorge, Liebe und Erziehung.
  25. Zu Risiken und Nebenwirkungen deines Lebens suche Rat bei der Inkompetenz der Schickeria und bei mandatlosen Stiftungen, Veranstaltern von Studien im Trend und Trainern der geistigen und körperlichen Verrenkung.
  26. Nimm trotzdem zur Kenntnis: Ein wirklicher Rechtsstaat deckte solches Leben nicht!


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