Aphorismen
zum Nachdenken und Zitieren:
9509
Sie lieben ihre Götter
unterlegt mit dem Hass „gegen Gott und die Welt“, und daraus
leiten sie das Recht und sogar die ehrenvolle Pflicht ab, aufeinander
einzuschlagen, sich und die Welt zu zerfleischen. Da sie Frieden
nicht kennen, phantasieren sie vom „ewigen Frieden“, und die
„ewige Ruhe“ bereiten sie sich widernatürlich millionenfach,
zunächst mit Marschmusik euphorisch, dann im Abmarsch der zerlumpten
Demut.
9510
Wo kein aufgeklärtes
Bewusstsein, vermengt man Religion und Staatsphilosophie, um im
Auserwähltheitswahn den friedensunfähigen Egoismus der stilisierten
Menschheits- und Lebensverachtung zu glorifizieren. Mit „Gott“
macht man keinen Staat, aber nachweislich immer wieder „die Hölle“.
9511
„Christliches
Abendland“! Da verkaufen Christen in Deutschland ihre inzwischen
überflüssigen (weil leeren) Kirchen und andere Jenseitsreligionen
errichten feierlich ihre „Gotteshäuser“. Welch ein Abgesang!
9512
Ich habe Achtung vor
intelligenten jungen Menschen, die sich dem „Wehrdienst“
verweigern und möchte ihnen auch durch meine kosmonomische
Philosophie den Rücken stärken. Mögen sie standhaft bleiben und
immer mehr Freunde gewinnen.
9513
So wie die Verlogenheit
und Unmenschlichkeit des einstigen Sowjetkommunismus sich selbst
zerlegte, so folgt ihm jetzt die westliche Dekadenz, die jede
einzelne dieser verirrten nationalen Gesellschaftsordnungen in
schwerste Zeiten hinein zerspaltet.
9514
Lügenmäuler lassen
Drohnen fliegen. Sollten sie aber nicht zu stopfen sein, werden bald
ganz andere „Verlogenheiten“ durch die Lüfte schwirren,
kriegstüchtig herbeigeredet und auf allen Seiten von Kriegshetzern
gesteuert.
9515
Das Niveau der Leser- und
Zuschauerreaktionen spiegelt die „Qualität“ des jeweiligen
Mediums.
9516
Kriegsbesoffenheit deckt
alle Merkmale von Sucht, Pandemie, Nachhaltigkeit und Geistesschwund
auf. Wer aber soll in einer total infizierten Gesellschaft noch
Diagnosen stellen, wer Therapien ausarbeiten in einer auf Aggression
getrimmten Infrastruktur?
9517
„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“ (Psalm 22)
Der „dreieinige Gott“
hat sich also selbst verlassen? – Mir erscheint das „glaubwürdig“
im religiös gesteckten Rahmen, in den ich allerdings nicht passe.
9518
Aufrichtigkeit,
Aufklärung und Humanität verfügen über die Errungenschaft der
klaren Sprache, begründet in ebensolchen Gedanken.
©
Raymond Walden