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Donnerstag, 4. Juni 2026

Sequenzen von Skepsis (776)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:


10045

Das tägliche gutgelaunte Morgenradio mit viel Blabla, Banalitäten, Plattitüden, Kirchengesäusel und Hörerbelanglosigkeiten per Telefon ist nicht meine Welt, vor allem auch nicht, wenn sich solche Hohlheit bis zum Abend fortsetzt. Da schalte ich – ganz anders – ab und um, um gute Laune zu behalten und zu pflegen.


10046

Menschwerdung gelingt nicht in Verdummung und ohne Bildung, auch nicht durch Ideologie.


10047

In Kindern bilden sich die Erwachsenen ab nicht nur durch Vererbungen, sondern auch durch vielfältigste Reaktionsmuster von Ähnlichkeiten, Übereinstimmungen, aber ebenso Verschiedenheiten bis zu Gegnerschaften.


10048

Das Leben schreibt Bücher, doch es vermehren sich die Ignoranten, die nicht verstehen zu lesen.


10049

Die durchaus problematischen Vereinten Nationen wollen kein Deutschland im sogenannten Sicherheitsrat, weil die deutsche Außenpolitik noch problematischer agiert. Gut so!


10050

In der Kürze liegt die Würze“, doch sie erscheint zu komprimiert für ideologische und phraseologische Ausschweifigkeit und Breittreterei.


10051

Und wieder steigen die Pegel des Roten Meeres des Blutes und des Schwarzen Meeres des Todes. Ein Meer der Ruhe existiert nur auf dem Mond in der Fantasie einer irdisch krisenhaften Menschheit, gleichsam in einem Meer der Krisen versammelt und aufgestaut.


10052

Wenn die gesunde Infrastruktur das Herz des Staates darstellt, erfreut sich die Seele des Volkes an der Zivilisation, an gepflegter Kultur und gibt sich würdig dem Frieden hin in Gedanken, Worten und Werken einer gelebten Aufrichtigkeit.


10053

Wie frei sind „Influencer“ in ihrer Abhängigkeit vom Zwang ihrer Selbstdarstellung?


10054

Indem man andere zu Feinden erklärt, wird man sich selbst zum Feind und agiert gegen eigene Interessen und Vorteile.


10055

Die Uniform ist des Soldaten Totenhemd.


10056

Junge Menschen werden gebrochen, und zwar besonders im Militär.



© Raymond Walden


 

 

Mittwoch, 18. November 2020

Menschliches Glauben: Religion ist eine Geißel der Menschheit. (S. 213)

 


Die wirkliche Tragik der Menschen besteht darin, dass sie ihre jeweilige Religion für etwas unumstößlich Gutes halten, einen Wert darin sehen, dem sie alles unterordnen und dem sie in bester Absicht auch ihr Leben opfern. Dass sie mit jedem Opfer aber den Virus der Unselbstständigkeit, der Entmündigung und Unterwerfung, der dogmatischen Friedensunfähigkeit innerhalb der Glaubensrichtungen und der Religionen untereinander vermehren, erkennen sie nicht in ihrer Verblendung hinsichtlich eines vorgegaukelten Jenseits. Götter sind Schöpfungen des menschlichen Gehirns, das in seiner eigenen Evolution zwar das Bewusstsein entwickelt hat, darüber hinaus aber erst wenige Fragen nach dem Sinn beantworten kann.

     Eine wesentliche Erkenntnis besteht in der sinnvollen Endlichkeit des Lebens und in der Sinnlosigkeit eines „ewigen Lebens“, das allen Prinzipien der „Schöpfung“ widerspräche. Denn Ewigkeit bedeutete gleichbleibenden Status ohne jede Perspektive, ohne jede Entwicklung – ein Aberwitz im Gegensatz zum bestehenden Universum.

     Der Meinungsstreit um das angebliche Jenseits, das Glauben an einen personifizierten Gott, der sich einigen seiner Geschöpfe, den sogenannten Propheten – in Wirklichkeit Volksverführern, manche aus guter Überzeugung, die meisten aber sicher in schrulliger Halluzination oder Machtgier – offenbare, ist die kriegerische Geißel der Menschheit, die jeglichem Lebensverständnis die Grundlage entzieht, die einerseits das Blut als Lebenssaft verehrt, verherrlicht, um es andererseits in Strömen zu vergießen.

     In der gegenwärtigen Hirnforschung spricht sehr vieles dafür, dass mit dem Tod ein endgültiges Ende eintritt. Der ganze Ballast von Schuld und Sühne in einem jenseitigen Dasein verfliegt und das verpflichtet umso mehr, im tatsächlichen Leben alle Menschenrechte fortzuentwickeln und sie vor allem zu achten.

     Woher nun das Universum komme?

     Wahrscheinlich wird unser Gehirn nie reif für eine Antwort sein, es sucht aber nach einem Verursacher. Das ist legitim. Der Verursacher indes muss von einer überwältigenden Struktur sein, sodass kein Mensch behaupten kann, gar dessen Willen zu kennen. Indem jedoch genau dies geschieht, dass sich Menschen ohne jede sichere Erkenntnis, ja trotz ihrer natürlichen Beschränktheit anmaßen, den Willen eines Gottes, sogar für jeden einzelnen Menschen verbindlich, zu kennen, eröffnen sich apokalyptische Bedrohungen für den Globus.

     Vielleicht wird es immer wieder Vereinzelte geben, die dem Fiasko entrinnen und den Ast der Aufklärung im Evolutionsgeschehen weiter wachsen lassen. In der Menschwerdung des Menschen kann sich die Zukunft beweisen!




* Ende des Buches *



© Raymond Walden