Montag, 10. Juni 2019

So man denn kann ...

Dem evolutionär unfertigen (Interims-)Menschen zwängen sich fatale Weltbilder als Ursachen von Not, von Unterdrückung und Ausbeutung auf; alles deutlich herzuleiten für den unbefangenen Freigeist.
Er muss sich in der Masse gewalttätiger Irrgläubigen behaupten durch seine eigenen Entwürfe von Pazifismus, Weltbürgerzugehörigkeit, Humanismus und Emanzipation, ohne sich dabei als Opfer darzubringen, kann doch nur ein lebendiger Freigeist aktiv etwas bewirken, wenn überhaupt.

Die Weltbilder – nicht nur eines – der Aufklärung fallen keiner blauäugigen Toleranz anheim, die ihre eigene Zerstörung zur Folge hätte.
Standfestigkeit in der Deeskalation ist eine Lebenskunst mit ernsthaftem Anspruch.

Darüber hinaus besinnt sich Aufklärung auf eine der objektiven und natürlichen Kausalität entspringenden Lebenszugewandtheit, die keiner Indoktrination noch Dogmatik unterliegt. Letztere werden mit zunehmendem Wissen, durch Bildung leicht durchschaubar.

Der Mensch ist global wie kosmisch eingebettet, entsprechend entwickelt sich die kosmonomische Betrachtungsweise als eine Lebensauffassung, die Genüsse wie Pflichten pflegt, Freude und zuverlässige Berechenbarkeit.

Die Staaten und Gesellschaften der Welt indes werden nicht nach dem Prinzip regiert, denn die hässliche Seite des mit mangelnder Intelligenz unterbegabten Menschen herrscht über die wunderbare Vielfalt des Globus und bedroht sie unter Berufung auf abenteuerlich Falsches, statt die faszinierenden Optionen freiheitlicher Potenziale zu fördern und auszuschöpfen.

Der Interimsmensch bleibt Gefangener des Interims, in dem er verankert und massenhaften Strömungen ausgesetzt ist. Freigespült zu werden, entspricht einem seltenen Glücksfall, der aber, erst einmal geschehen, an Rarität einbüßt, da sich der Horizont öffnet und weitere freiheitliche Menschen sich zu erkennen geben.
Auf sie einzugehen, erfordert Taktgefühl und Umsicht, Respekt und Wertschätzung, aufrichtiges Interesse und Einfühlung.
Man gönne dem Leben die Zeit, verschwende sie nicht an Ideologien und Kulte irriger Aufopferungen und Jenseits-Vertröstungen, nicht an Völker verhetzende, Kriege schürende Feindbildkonstruktionen, … so man denn kann!

Aber kein freiheitlich Aufgeklärter überhöhe sich, er sei ein besserer Mensch, er sei im Besitz des alternativlosen Weltbilds; sein Absturz zurück ins eigene Interim wäre augenblicklich vollzogen.

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Allgemeiner Hinweis:

Altes und Neues möchte ich intensiver überdenken und schalte für ein paar Wochen einfach einmal ab.
Der geneigten Öffentlichkeit empfehle ich in der Zwischenzeit ein erbauliches Stöbern in meinen umfangreichen Monatsarchiven.
Sie werden sich wundern, wie kurzlebig manches erscheint, aber wahrscheinlich stärker empfinden, wie zählebig immer wieder gesellschaftliche Phänomene fortbestehen. 


 

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