Montag, 27. Juli 2015

Ein gewaltiger Dialog


„Ein neuer Mensch!“

„Wer?“

„Ein neuer Mensch wäre nötig.“

„Gibt es nicht genug Menschen?“

„Nicht ein weiterer; der neue Mensch ...“

„Wer soll das sein ... oder was?“

„Auf jeden Fall ein anderer als bisher.“

„Wer ist denn der bisherige ... oder was?“

„Kein Mensch. Oder zu wenig Mensch.“

„Ab wann ist man genug Mensch?“

„Vielleicht ein bisschen, wenn man das Defizit erkennt.“

„Woran?“

„An Gewalt, Blut und Krieg, an Ausbeutung und Sklaverei.“

„Dann gibt es keinen Menschen!“

„Doch! Ein paar Exemplare sind immer unterwegs.“

„Wo?“

„Auf einem langen Weg.“

„Werden sie ihr Ziel je erreichen?“

„Wenn sie sich auf ein Ziel einigen.“

„So wäre das Ziel ihr Merkmal?“

„Zweifellos. Ein Gütezeichen.“

„Alle quasi im Gleichschritt?“

„Keineswegs! Jeder in seiner individuellen Identität.“

„Wird es erkannt werden, das Merkmal als Ziel?“

„Die Masse erkennt nicht. Sie ist nicht der Mensch.“

„Also wird es keinen Frieden geben?“

„Nicht ohne den neuen Menschen ... auf seinem langen Weg ... zum einigen Ziel, zur Menschlichkeit.“

„Und diese säuselt nichts von entschuldbarer Fehlbarkeit, sondern besteht in ehrbarer Gewaltlosigkeit?“

„Ihre Macht ist Gewaltlosigkeit. Der neue Mensch wird mächtig sein, mächtiger als alles Bisherige.“

„Allmächtig gar?“

„Niemals. Denn Allmacht ist ein unmenschliches Hirngespinst der Gewalt. Menschlichkeit maßt sich keine Allmacht an, nicht einmal die Interpretation einer derartigen Täuschung!

„Könnte er wirklich kommen, der neue Mensch?“

„Ich bin skeptisch. Aber was bleibt uns sonst? – Vielleicht nur sein unerreichtes Ziel.“



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Samstag, 25. Juli 2015

Der Kompromiss als Verstärkung des Dilemmas


Regionale Denkstrukturen unterbinden globale Menschlichkeit

 Der moderne Massenmensch, nach meiner Definition der „Interimsmensch“, besitzt kaum eine eigene Denkstruktur, er verlangt, wenngleich mehr oder weniger unbewusst, nach Fremdstrukturierung durch Traditionen und Indoktrinationen, die beide durch Massenmedien und Realisierungen von Konsum- und Verhaltenszwängen „nach bestem Wissen und Gewissen“ ausgelebt werden.
Das geschieht jedoch nicht ohne ein gehöriges Maß an Schuldbewusstsein wegen der so lebensbedingten Verstöße gegen gepredigte Sonntagsprinzipien, welche die herrschenden Klassen überall auf dem Globus im Sattel halten.

Man denkt – wenn überhaupt – regional aufgrund mangelnder Kenntnisse und Bildung, man versteht andere Kulturen nicht, weil sie sich vor allem in ihren kriegerischen Potenzialen so deprimierend ähnlich, das heißt gegeneinander gefährlich sind.
Die Menschheit leidet immer gravierender unter dem Dilemma einer technologisch um sich greifenden Globalisierung, während es eine globale geistige Aufklärung nicht gibt. „Aufklärung“ entstand im Abendland unter ganz spezifischen philosophischen Voraussetzungen und Gegebenheiten, die zwar globale Gültigkeit ableiten mögen, weil ja auch die technologisch-wissenschaftlichen Errungenschaften des Okzidents universal anerkannte werden (im Falle von Naturgesetzen anerkannt werden müssen), die aber milliardenfach auf psychologischen Widerspruch und Nichtakzeptanz stoßen.
Es ist die Rede von Werten, die woanders mit Selbstverständlichkeit als Unwerte verurteilt werden. Solche Unverträglichkeiten münden zwangsläufig in Konfliktanhäufungen, denen keine verbindliche „Welt-Ethik“ Einhalt gebieten kann, weil es auch sie in Ermangelung der Aufklärung nicht gibt. Religionen dienen in dem Szenario wie eh und je lediglich der Interessenspaltung mit allerdings vernichtenderer Bewaffnung als zuvor.
Die Aufrüstung der Kontrahenten erfolgt skurrilerweise nicht selten mit dem ideologischen Gegner in „gemeinsamen“ Geschäfts- und Stabilitätsinteressen.
Kalter Krieg und Stellvertreterkriege scheinen vielen Entscheidungsträgern nicht nur unvermeidlich, sondern in ihrer Unweisheit schlussendlich sogar anstrebbar.

Keine Weltanschauung, welche auch immer, kann die Augen davor verschließen, dass die kleinen, besonders aber die großen Macht- und Ballungszentren jeweils ihre Positionen als „unumstößlich“ überbewerten, sich gar nicht der Mühe unterziehen, eine globale Philosophie zu entwickeln. Unter Globalisierung verstehen diese durchweg kleinkarierten „Macher“ stets die eigene Hegemonie, für deren Durchsetzung jedes Opfer und jedes Verbrechen gegen die Menschlichkeit als gerechtfertigte Tugend pervertiert wird.
Schachereien zwischen den unversöhnlichen Selbstverständnissen werden üblicherweise als diplomatische Kompromisse  gepriesen, weil ja sonst „überhaupt nichts ginge“. Was da wirklich vor sich geht, beinhaltet – auf die gesamte Weltszene bezogen – kurzfristige Milliardengeschäfte für die Kapitalisten und für die Politstrategen Stabilisierungen der etablierten oder geplanten Unrechtssysteme.

Derartige Machteskalationen richten sich direkt gegen das menschliche Individuum; es wird wie in antiken Schlachtordnungen zum Interessen- und Kriegsmaterial, zum Verheizen erzogen und gezwungen.
Über den desaströsen Gesamtzustand mögen in einigen Erdregionen Wolkenkratzer, Autobahnen, Flughäfen und andere neuzeitliche Infrastrukturen hinwegtäuschen, sie spiegeln aber umso drastischer den Konkurrenzkampf der Systeme wider.

Auf dieser Basis kann es keinen Frieden geben, außer der begrenzten, taktierenden Waffenruhe. Damit ist und bleibt der Krieg das unausweichliche Schicksal der Menschen, wie er es während der gesamten Menschheitsgeschichte blutig und grausam als Ergebnis beschränkter Hirnfunktionen prägt.
Die Primitivität lebt von Verbrüderungen gegen traditionelle und immer wieder neu definierte Feindbilder, in einem Patriotismus, der sich auch und nunmehr vor allem gegen eine freiheitliche Welt- und Werteordnung richtet.
Niemand sollte sich der Träumerei verschreiben, Religionen könnten, etwa durch Revolutionen, abgelegt werden. Die Göttermärchen bildeten sich über Generationen, Jahrhunderte, sogar Jahrtausende hinweg. Lösten sie sich plötzlich auf, fiele der Interimsmensch in orientierungslose Ratlosigkeit.
Es ist aber höchste Zeit für eine götterfreie und auch esoterikfreie Menschheitsphilosophie. Sie kann sich zunächst nur im Kontext aufgeklärter Menschen aus allen Teilen der Welt herausschälen. Ich denke dabei konkret an die im Kosmonomischen Manifest beschriebenen Ansätze.
Diese stellen aber logischerweise für alle Religiösen und für andere Doktrinentreue eine beängstigende Gefahr dar, der sie sich bis auf Weiteres mit aller Gewalt erwehren.
Unter der entschiedenen Ablehnung kann sich eine freiheitlich demokratische Welt-Ethik nur parallel zu den bestehenden Dogmen-Systemen entwickeln und nur durch Gewaltfreiheit in der Sache des Friedens und Rechts, der Lebensförderung statt der gängigen Lebenszerstörungen überzeugen.
Auch so ein Prozess wird Generationen benötigen. Erschwerend kommt hinzu, dass er über keine staats- oder religionsähnliche Organisationsstruktur verfügt. Die UNO käme unter Umständen dereinst infrage, bleibt jedoch für einen Fortschritt völlig bedeutungslos, solange die mächtigen Ideologie-Kartelle mit Veto-Rechten die Stagnation im untauglichen Staus quo garantieren.

Es ist richtig, dass die sogenannte Realpolitik auch immer wieder den faulen Kompromiss suchen muss – als Interimslösungen, die nichts mit einer Weltverbesserung im realen Verständnis zu tun haben, sondern mit der aktuellen Verwaltung der dümmlichen Animositäten und Eifersüchteleien im Regionalen und des Chaos der Welt.
Ehrliche Kompromisse setzen ehrenhafte Partner auf Augenhöhe voraus, wie sie etwa in praktizierter Demokratie um das Gemeinwohl ringen.
Von diesem Ideal entfernt sich jedoch die Menschheit, sie überlässt die Macht, kritikloser denn je, dem Kapital, das sogar ehemalige kommunistische Erzfeinde korrumpiert.

Der Versuch, kosmonomische, global geltende Menschlichkeitswerte zu entwickeln, um sie später vielleicht institutionalisieren zu können, bedeutet, dass die philosophische Denkrichtung nicht im Fatalismus resigniert.
Sie erkennt aber ihre gegenwärtige Chancenlosigkeit, weil sie
  1. noch nicht detailliert ausgereift ist und
  2. den Wettlauf mit dem immanenten Zerstörungswahn der Realpolitik gar nicht gewinnen könnte, denn sie agiert in einer völlig anderen, von Realpolitikern unverstandenen Disziplin.

Im ungünstigsten Falle bereitet kosmonomische Philosophie die Verständigungsbasis einer nach der Selbstzerstörung der Massenmenschheit post-chaotischen völlig neuen Wertegemeinschaft vor.



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Dienstag, 21. Juli 2015

Französische Essenzen


Nein, Frankreich,
es war keine Liebe auf den ersten Blick.
Wir begegneten uns damals 1959,
deine Trikolore wehte über der Kaserne im süddeutschen Donaueschingen
und ich lebte gegenüber in einem Flüchtlingsheim.
Bisher waren mir nur Russen als Besatzungsmacht vertraut gewesen.

Zehn Jahre später, Frankreich,
führte mich eine Studienfahrt zu dir,
zu deinen Reichtümern an Kultur und Natur.
In Paris fiel ein Wort deutscher Verachtung;
es war das einzige Mal, danach nie wieder.
Und, Frankreich,
es dauerte zwar etliche Jahre,
dann aber sah ich dich immer wieder,
freundlich, liebenswürdig, aufgeschlossen,
vielleicht etwas nachlässig, doch voller Zivilisation,
so gekonnt lebend, obschon voller Streikbereitschaft
und sozialer Bürden.

Ich schäme mich, Frankreich,
deine Sprache nicht gelernt zu haben.
Du machtest es mir etwas einfach,
überall mit Englisch, neuerdings auch auf Deutsch durchzukommen.
Und wenn es wirklich einmal hakte,
beim Arzt beispielsweise oder bei der Polizei
nach erlittenen Gaunereien,
waren hilfreiche Menschen zugegen.
Es ist mir aber leichter, Frankreich,
die endlosen Werbeschaltungen in den Medien und
manchen Schnulzengesang nicht zu verstehen.
Übrigens geht es mir ähnlich in Deutschland,
wenn die vorwiegend englischen Popsongs
nicht so ins Gehirn drängen wie die neu zunehmend
deutschen „Pseudophilosophien“.

Deine Pariser Politiker, Frankreich,
entziehen sich meinem detaillierten Interesse so
wie auch die deutschen in Berlin.
Die deutsch-französische Freundschaftsbesiegelung aber
schätze ich als das Größte,
das Politik je leistete.
Lass’ uns, Frankreich, nie daran zweifeln.

Dein historisches Erbe, Frankreich,
Liberté, Egalité, Fraternité,
wurde nach der Revolution in Blut gebadet,
passt auch nicht zum Text deiner Nationalhymne,
schon gar nicht zu deiner Fremdenlegion.
Die Verwirklichung aber von Aufklärung, Frankreich,
ist unser gemeinsames Projekt
für eine Menschheit,
die sich ein Beispiel an der französisch-deutschen Aussöhnung
nehmen könnte.
Verdun mahnt uns alle.
Deine großen Kathedralen, Frankreich,
wie deine kleinen muffig ärmlichen Kirchen
belegen wie die deutschen Dome und die staatlich geförderten
Kirchen dieses Landes die Untauglichkeit zur Kriegsverhinderung.
Es sind Museen mit zum Teil faszinierender Architektur.

Welche Rolle spielt es, ob das Elsässer „Sauerkraut“ so
oder „choucroute“ heißt?
Der Rhein verbindet und verfließt als gestrige Grenze.
Deine Wegelagerei, Frankreich, auf deinen Autobahnen sei dir verziehen,
bietest du doch klare Infrastruktur und freie, entspannte Reisequalität.

Ich kann nicht beanspruchen, Frankreich,
dich zu kennen.
Immer wieder zog es mich an deine Küsten,
deine große Pilat-Düne habe ich erklommen,
die Strände von St. Tropéz sind mir vertraut.
Vom Mt. Ventoux spähte ich über die Provence,
viele Orte dort habe ich nicht nur einmal besucht.
Vincent van Goghs Spuren folgte ich in Saint-Rémy,
Paul Cezannes in Aix-en-Provence,
Pierre-August Renoirs in Cagnes sur Mer.
Auf dem Nietzsche Weg stieg ich hinauf nach Èze,
Denis Diderots morbide Felsenstadt Langres
dient mir oft als Etappenziel auf langen Reisen.

Das Roussillon mit seinen Katharer-Burgen, die Vor-Pyrenäen und die 
Küsten um Argeles sur Mer mit ihren berühmten Touristen-Magneten
wurden mir wie eine zweite Heimat.
Hier genieße ich das südliche Leben, spanne aus bei
donnernder Meeresbrandung oder bei stillem Wasserspiegel,
wenn ich etwa dem Sonnenaufgang entgegenschwimme.

Dem uralten „Menschen“ von Tautavel machte ich meine Aufwartung,
Pablo Picasso traf ich wieder einmal in Ceret.
Carcasson inspirierte mich, und, völlig in der Neuzeit,
hatte ich ein Picknick am Sonnenofen von Font-Romeu.
Ich badete im Tarn an steiler Schluchtenwand, stand beeindruckt
am  Pont d’Arc in der Ardeche-Schlucht
und besichtigte das grandiose Canyon von Verdon.

Deine Märkte, Frankreich, deine Brocantes überall,
auch das internationale Publikum,
geben ein permanentes Flair à la Parfüm aus Grasse
oder besser: aus dem Duft des mediteranen Früchtemeers.

Einen Wermutstropfen muss ich vergießen: Der blutige Stierkampf in Arles hat mich am Verstand der Menschen besonders berührt zweifeln lassen.
Aber sogar deine Widersprüchlichkeiten, Frankreich, mindern nicht deine Attraktivität.

Ich habe dich, du solltest nachsichtig sein,
einfach in Gedanken vereinnahmt.
Wenn mir in Deutschland Ungereimtheiten aufstoßen,
blicke ich auf dich, finde aber keineswegs geeignete Antworten,
denn in dir erkenne ich nicht nur „leben wie Gott“,
sondern viel Zwiespalt, denke ich an die Vorstädte, an
deinen Nationalismus, Militarismus und
manche esoterische Verirrung oder auch
an die exemplarische Dekadenz  an der Cote d’Azur.

Du bist mir wichtig als europäische Wurzel,
anders als Deutschland in seiner amerikanischen Vasallenschaft,
die von den meisten Deutschen und auch anderen Europäern
nicht vergegenwärtigt wird.
Mir scheint dein Weg durch die Geschichte etwas geradliniger als
die deutschen Irrfahrten zur Gegenwart,
aber was die kleinbürgerliche Identität betrifft,
gibt es wohl viele internationale Ähnlichkeiten und
im kosmonomischen Sinne Unzulänglichkeiten.

Dein Vorzug für mich:
Ich lebe nicht alltäglich in dir, sondern bin immer ein Reisender,
ein vagabundierender Wohnwagenfahrer,
der die unkomplizierten Kontakte zu allen möglichen Menschen schätzt,
der sich aber, bis auf wenige Ausnahmen, auch der gewissen
Unverbindlichkeit im jederzeit einhaltbaren Abstand erfreut.

Stets kehre ich gerne nach Deutschland zurück,
um mich bald erneut auf dich, Frankreich, einzulassen, und sei es
über den deutsch-französischen Fernsehkanal „arte“.

Nein, Frankreich,
ich bin nicht süchtig nach dir,
dazu sah ich viele andere Länder auch.

Ich sorge mich um eine ehrliche Werte-Identität.
Sie besteht nicht in Diktaturen, Oligarchien, Monarchien
und Gottesstaaten, sondern
in republikanischer Authentizität des Individuums,
deren bisher bescheidene, aber seriöse Leichtigkeit
deine Farben, Frankreich, besonders trägt. 



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Samstag, 18. Juli 2015

Stille Spuren


In der Stille des Augenblicks
und des wachen Verstandes
teilt sich die Gegenwart allen Sinnen am eindringlichsten mit.
Die Vergangenheit unterliegt der Erinnerung,
bedarf des Protokolls, des Bildes, der Deutung,
auch des objektiven Beweises.
Zukunft meint Wünsche, Träume, Ängste, Perspektiven,
Planungen und Ansporn,
Kreativität und Ungewissheit, Realitätsferne sogar.
Gegenwart ist die flüchtigste,
ein sinniger, sinnlicher Schnappschuss, und schon vorbei,
jetzt.

Stille hört man nicht, in des Wortes Bedeutung,
aber man fühlt sie,
riecht und schmeckt und sieht sie,
sogar mit geschlossenen Augen.
Eine objektive Wahrheit
in ganz individuellem Erleben, oft so flüchtig.

Wie leicht folgt die subjektive Täuschung, ist nur
einer der Sinne getrübt,
oder verschlafen wir unsere Aufmerksamkeit.

Die Sinne „sensibilisieren“ sich in der Stille,
nicht im Getöse, im Klamauk irgendeiner Räson.
Der Sinn des Lebens legt stille Spuren.



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Mittwoch, 15. Juli 2015

Griechische Verhältnisse


Griechenlands unfähige sogenannte Demokratie verkörpert die Tragödie, die Europa ins Schmierentheater verwandelt. Unfähig wie die griechische Politik seit Jahrzehnten, so inkompetent und Demokratie verdrehend die EU-Politik.
Und das im Schlepptau US-amerikanischer Hegemonie.
Der Zweite Weltkrieg qualmt gewaltig nach, ganz auch im Sinne Moskaus.
Eine Friedensordnung mit Veto-Vorrechten gibt es nicht. Da helfen keine Sonder-Gipfel am laufenden Band; sie dienen der Verschleierung der eigentlichen Hintergründe, der Abgründe menschlicher Machtbesessenheit und der Arglosigkeit der Bürger.
„Ahnungslos“ wie Griechen,
„unfähig“ wie Griechen,
„dreist“ wie Griechen,
„unaufrichtig“ wie Griechen,
„hilflos“ wie Griechen,
„weltfremd“ wie Griechen.
Das ist inzwischen europäischer Standard, der nicht den ehrlichen Menschen aller Nationen dient, schon gar nicht den ehrlichen Griechen, sondern den Menschen verachtenden Strategien des Kapitals, das sich dreist auf „Demokratie“ beruft und Oligarchen stützt, die Griechenland derartig ruinierten. 
Und nicht nur Griechenland.


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Montag, 13. Juli 2015

Sequenzen von Skepsis (207)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

2612
Die Menschheit leidet unter dem Tabu ihrer Sexualität, die sie sich unter abartigsten Verrenkungen verkneifen will.

2613
Wo die Liebe hinfällt, da zerbricht sie.

2614
Alles Reisen übt den Abschied.

2615
Weitblick auf dem Gipfel bleibt auch da erst recht eine Qualifikation des Geistes.

2616
Religionen, ausnahmslos,
fesseln den Geist.
Der freie Geist indes lässt sich nicht ketten, nicht schnüren und nicht leimen.

2617
Das Christentum schlägt laut eigener Lehre Wahrheit ans Kreuz.

2618
Menschlichkeit muss sich erst noch entfesseln, um eine globale Werte-Akzeptanz zu initiieren und sie in freier Entfaltung zu etablieren.
Das bedeutet, Steinzeitmentalität aufzugeben.

2619
Demokratie schien zu keimen, nun wird sie im Fluss des Kapitals und der Datenströme fortgeschwemmt. In lauterer Unaufrichtigkeit.

2620
Wo Wasser und Wind während Millionen von Jahren die Landschaft kerben, in Schluchten und Grotten, weitet sich dem denkenden Menschen das aufgeklarte Bewusstsein zu kosmischen Horizonten.
Der einschlafende Mistral hat tagsüber den Himmel provenzalisch blau geschliffen, nun brillieren Venus und Jupiter mit Regulus, dem Alpha-Stern des Löwen, in einer Reihe, gemeinsam mit der zunehmenden Mondsichel über den Felsmassiven und dem mäandernden Flusslauf der Ardeche. Ein tiefgründiger Sternenhimmel öffnet sich über den Steilwandungen des Tales und wird eins mit des Lebens zeitlicher und räumlicher Bemessenheit, mit seiner relativen Bedeutung. (20.06.2015)

2621
Lasst die Götter sterben und kommt zu euch!

2622
Wo sogenannte freie Religionsausübung die gesellschaftlichen Werte diktiert, gibt es weder Freiheit noch Demokratie, aber göttliches Lügen.

2623
Das kranke Griechenland fördert die Metastasen des europäischen Krebses zutage.

2624
Alles Leben endet, der Natur entsprechend, sinnvollerweise.
Im Namen „Gottes“ oder „Allahs“ werden sinnlos seit jeher Menschen gemordet.

2625
Der aufrechte Mensch krieche nicht: Auch nicht vor Göttern und ihren Teufeln!

2626
Des Menschen Joch heißt Religion.

2627
Die Macht der Medien spottet jeder Objektivität.

2628
„Dummheit“ weist so viel Wachstum aus, dass der Kapitalismus das Wort geflissentlich meidet. 


Copyright: Raymond Walden,  www.raymond-walden.blogspot.de

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