Freitag, 12. Juni 2015

Analoge Meditation


Ausgeschlafen bin ich, steh’ jetzt auf,
mache alle Sinne auf.
Wahrheit, auf dich baue ich,
lass’ mich, dir ergeben dich erstrebend,
bitte nicht im Stich.


Ich bin klein, von Anfang an belogen,
doch die mich beugten,
waren selber schon betrogen,
noch ehe sie mich zeugten.


Niedlich, niedlich, niedlich,
niedlich ist kein Herr.
Unaussprechlich friedlich, friedlich ist kaum er.
Er, der nie begonnen,
er, der nimmer war,
der nicht ist und spaltet;
ein Trugbild sonderbar.


Komm, o Hunger, sei mein Gast
und nimm reichlich,
was du als Mensch verdienet hast.


Mensch, du bist wohl würdig,
dass du Schutz findest unter einem Dach,
aber sie missachten dich mit falschen Worten,
denn ihr Verstand ist nicht gesund.


Kultivierter Mensch, wir loben dich,
Demütiger, wir preisen deine Stärke,
vor dir neigt die Würde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du wirkst in unaufgeklärter Zeit,
trägst du die Hoffnung aller Menschlichkeit.


Gegrüßet seist du, freier Geist,
voll der Klugheit,
die Hoffnung ist mit dir,
du bist erkoren unter den Menschen,
und erlesen wird die Frucht deines Sinnens sein:
Emanzipation und Frieden.
Kausaler Geist der Ehrlichkeit,
öffne unseren Verstand und unsere Herzen
zu gegenseitiger Achtung der Wirklichkeit
und erlöse uns vom tödlichen Wunderglauben,
von ersponnenen Belohungen im toten Jenseits.
Denn wir lebten heute und jetzt
in Freude, auch in Seligkeit,
würdig unserer Sterblichkeit,
folgten wir nicht seit Menschengedenken schon
einer Menschen verachtenden Indoktrination.


Lebet in ehrlichem Bemühen
und kommet zu euch,
damit Frieden einkehre,
wo ihr bisher Chaos schafft!

Im Namen der Natur, des Menschen
und des kosmonomischen Seins der Welt. 



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