Dienstag, 14. April 2015

Sequenzen von Skepsis (203)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

2559
Glaubte ich an Gott, hätte ich den Schuldigen für alles Leiden gefunden. Nicht Lobpreis wäre mein Anliegen, sondern gnadenlose Anklage. Doch bleibt mir ja diese Last glücklicherweise erspart.

2560
Götter, Geister, Engel gibt es nicht. Klar.
Aber ihre Trugbilder begegnen dir in jedem Gläubigen, sie regieren sogar die Menschheit. Verirre dich nicht in dieser Wüste.

2561
In Kindertagen wurde mir manchmal schlecht in der Kirche wegen Langeweile und Nüchternsein vor der Kommunion. Im Alter befällt mich innere und äußere Übelkeit ob des real und weit verbreiteten Tempelunsinns, den ich nicht ertragen kann, schon gar nicht, wenn er ex cathedra Öffentlichkeit beansprucht.

2562
Ein Arzt, der zugleich Homöopath ist, hat sicher pathologische Gründe.

2563
Gesungene Pseudophilosophie macht manchen Gröhlemeier reich.

2564
Es gibt göttliches Erleben sogar in höllischem Eifer für den, der so etwas glaubt.

2565
Auf zum Schönen!
Und seinem besonderen Reiz,
wenn er wahrhaftig ist,
auch vor der Zukunft besteht,
indem er in langer Erinnerung noch immer gilt.

2566
„Stinkreich“ bezieht sich nicht auf das Geld, sondern auf seinen anrüchigen Erwerb.

2567
Das Nichts ist nicht einmal ein Fragezeichen, hat etwas „Göttliches“.

2568
Du hast kein Recht, einem Trauernden oder einem sich Fürchtenden seinen Gott zu nehmen. Den Jungen und Lebensfrohen aber sollte man nie das Leben durch das Einflößen von „Gottesfurcht“ und Wunderlügen vermiesen.

2569
Vertrauen und Dankbarkeit könnten heilen und den Arzt motivieren.

2570
Selbsterkenntnis wäre die Voraussetzung zur Selbstverwirklichung. Doch wer ist selbst?

2571
Die Fruchtbarkeit verringert sich bei widrigen Verhältnissen.
So ist das in manchen Gesellschaften.

2572
Der Fluss des Lebens verträgt keine Kanalisierungen, denn die Vielfalt muss mäandern.

2573
Wahrheiten birgt die Natur als Angebot für den verständigen, sich bildenden Menschen.

2574
Wer im Leben stets und sogleich den Tod wittert, ist bereits gestorben.

2575
Genuss meint nicht Ausschweifung, wohl aber sinnvolle sinnliche Hingabe.

2576
Was Lebensfreude ist, lässt man sich doch nicht diktieren!

2577
Wer berät warum wozu?

2578
Kriege erglühen auch aus unterschiedlicher Wahrnehmung.
Eine bisher völlig vernachlässigte Forschungsaufgabe für zu etablierende Friedensministerien. 


Copyright: Raymond Walden,  www.raymond-walden.blogspot.de 


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