Dienstag, 23. September 2014

Sequenzen von Skepsis (186)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

2335
Auf einer Anhöhe halte ich inne, schaue hinunter und erkenne in allem meine dahineilende Vergänglichkeit, ahne das rasante Vergessen, das meine Spuren tilgt.

2336
Da fragt ein systemtreuer Moderator in einer Fernsehdiskussion, ausgestrahlt von einem systemisch gleichgeschalteten Kanal, eine linientreue Krisenreporterin nach dem Erkennen von Wahrheiten, worauf die Dame beispiels- und richtigerweise russische Medien der Unwahrheit bezichtigt. Kein Wort über westliche Mediensynchronisation, und zwar über stringente Zensur, über definitive Wahrheitsverzerrung und Verhinderung objektiver Pressearbeit.
Die Krankheit trifft die Unwissenden zuerst.

2337
Da ich vorwiegend in deutscher Sprache denke, spreche und schreibe, erreiche ich Deutschland eher auf Umwegen. Ein Land, dessen eingelullte Bevölkerung sich eine freie Verfassung versagen lässt, befindet sich nicht auf demokratischer Augenhöhe, spricht nicht meine Sprache.

2338
Während andere erfolgreich am Recycling atomaren Mülls forschen, baut man in Deutschland Windmühlen.

2339
Chronische „Tablet-User“ haben mir durch ihr Verhalten längst eine Message gesendet und natürlicherweise ihr kommunikationsunfähiges Profil.

2340
Es ist die Angst vor dem Sterben, die den Menschen derart demütigt, dass er opportun abstumpft oder sich um jeden Preis selbst verwirklicht als Arschkriecher, als Habgieriger, als Intrigant und Betrüger, als Ausbeuter, Folterknecht und Mörder.
Zum Kleinmut des Herzens gesellt sich die Verbohrtheit des Kopfes.

2341
Wer mich in der Werbung duzt, überschätzt sich maßlos.

2342
Föderale Bildungspolitik garantiert die kleinkarierte Ganzheitlichkeit der Ideologie.

2343
Je mehr Einser-Abiturienten und je mehr Studenten ideologisch verflachter Bildung, desto höher die Vielfalt akademischen Schwachsinns.

2344
Ich schaue auf zu den Bäumen,
ein Hauch von Freiheit säuselt in den Wipfeln,
ein fester Stamm steht unverrückbar,
und kräftige Äste bilden die Silhouette des Standpunkts,
sorgen dafür, dass das Glück nicht zum Himmel stürmt
oder zu Boden fällt.
Bäume beflügeln das Denken, Wissen und Träumen, 
sie spenden Leben. 


Copyright: Raymond Walden,  www.raymond-walden.blogspot.de



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Montag, 22. September 2014

Saisonschluss 2014


Der Wind schläft noch, als der See erwacht, glatt noch das Wasser, der Morgenschrei schwimmender Vögel schallt herüber und findet lebendiges Echo aus den Bäumen am Ufer.
Die Sonne legt alles in warmes Gelb, lässt die feuchten Wiesen glitzern und ermuntert Kaninchen zum Morgenspaziergang. Ein Specht klopft an, mit gemächlichem Flügelschlag krächzt ein Reiher hoch über dem See, in dem sich ein viel ferneres Flugzeug spiegelt, langgezogene Kondensstreifen, und verzögert erst hört man die leisen Triebwerke. Weit geht die Reise, während die verschiedenen Nationalfarben an der Zufahrt zum Strand müde noch, locker im Morgenhauch die Fahnenmasten umschmeicheln.
Irgendwo jenseits der Felder ein langsam verstummendes Auto, Gesprächsfetzen enden jäh, ein Fisch platscht am Schilfrand.
Es durftet nach frischen Brötchen und Kaffee, nicht alle Menschen hier schlafen noch.
Entspannt und urlaubsfriedlich beginnt mein neuer Tag, diesmal am Ratzeburger See, in der kleinen Bucht für Camper und Segler, die zum Örtchen Buchholz zählt.
Ein Flecken Frieden in einer sonst zunehmend ausgespähten und aufgehetzten Menschheit, der man ein falsches Zeugnis von dem aufstempelt, was die Natur und die Rolle des Menschen in ihr sei.

Krieg ist wieder salonfähig in Deutschland, unmodern war er nie, schon gar nicht, als hier vor Jahren ganz in der Nähe die Stacheldrahtgrenze zum kommunistischen Unsinn verlief.
Christen, Juden , Muslime und andere an Schweres Glaubenden werfen wieder ihre scheinheiligen Werte in die Waagschalen wie schon seit jeher.
Nebel legt sich nicht nur über den See, verschleiert die Uferkonturen, Krähen kreuzen kreischend durch die Schwaden, die der aufkommenden Kälte voranwabern.

Noch einmal feiern: Abbaufest, Saisonschluss. 
Mit heiterer Leichtigkeit überwintern dann die Hoffnungen auf den nächsten Saisonbeginn da, wo die Natur authentisch das Leben inspiriert, die Menschen freundlich stimmt.

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Samstag, 13. September 2014

Sequenzen von Skepsis (185)



Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

2323
Die zweifelhaftesten Komödien und Tragödien inszeniert das parlamentarische Marionetten-Theater.

2324
Mit dem Taufwasser beginnt die redundante Gehirnwäsche.

2325
Präsidiale Feindbilder werden mit Blut gemalt.

2326
Jede aufgeklärte Argumentation in der Öffentlichkeit steht wie ein Rettungspfahl im religiösen Sumpf. Je mehr standfeste Pfeiler sich verteilen, desto größer die Chancen  für Rettungssuchende, dem morastigen Untergrund zu entkommen. Herausziehen muss man sich aber selbst.

2327
Kleine Kinder haben manchmal einen allgegenwärtigen imaginären Freund.
So ist das mit Erwachsenen aber viel häufiger.

2328
Im Gegensatz zu Vulkanausbrüchen ließen sich Kriege vermeiden, triebe es der Mensch nicht immer wieder bis zum Gipfel.

2329
Ein gerüttelt Maß an Dummheit wird künstlich aufgeprägt.

2330
Glückliche Augen strahlen selbst, sind Lichtquellen erster Ordnung.

2331
Schuf „Gott“ den Menschen nach seinem Bilde, ist das Ergebnis denkbar mangelhaft. Wahrscheinlich war die Vorlage ungeeignet.

2332
Wo kein „Gott“, herrsche Chaos, und wo ein „Gott“, nicht minder.
Also ist er ohnmächtig überflüssig, wahrscheinlicher aber, gar nicht da.

2333
Da basteln sich die Menschen alle möglichen Gottheiten zurecht, doch regelmäßig funktionieren lediglich die Kriegsgötter, wenngleich immer verlustreich.

2334
Indem Wissenschaft die Theologie als ihresgleichen duldet, kommt Objektivität abhanden, Zweifel an der Wissenschaft bestätigen sich. 


Copyright: Raymond Walden,  www.raymond-walden.blogspot.de


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Montag, 8. September 2014

"The Fruity Sun"


Everything on earth is of solar origin, is influenced by the sun, the earth was generated almost by default during the emergence of the sun.
A campsite in the French Provence, surrounded by wide orchards, is called “Le Soleil Fruité” (The Fruity Sun). Landscape and humans are competing in cultivating fruity freshness, colour and French lifestyle.

Travellers come and go, stay for a night, for some days, they are steering unerringly their mobile homes, breathing freely under shady trees, they look at brief cloud formations at dark blue skies, are refreshing themselves in the swimming pool, let themselves carress by a warm southerly breeze and enjoy the fruits of an eventful life. Modern age is on tour as well: TV, internet, high-tech vehicles.
And the visitors are bearing the burdens of their lives, the sweetness and the bitterness, the youth and the old age, health and frailty. Labour enforced by conventions but also of independent pleasure, double standards of greed, Spießigkeit and prudishness, religious childhood and esoteric night of denial the intellect, inhibition of feelings and uncontrolled egocentricity are overflowing as lively crop rotation, delightful and sour elexiers of encouragement, excitement, threat and bloody destruction. The sun lets germinate, bloom and ripen, it scorches and burns mercilessly. It is the incentive for life aiming to the dying, the sun itself is going this way by following material reactions. 

"The Fruity Sun" of the Provence is shining on just one side of life - the comfortable one, of course. The thrives of the fruit in charming climate - and as a result of this, enthusiastic guests who become part of the entire scenario.


German version


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Sonntag, 7. September 2014

Friedenssong-Wettbewerb 2015



Brief-Aufkleber (5x5cm) und Banner




von Dieter Riebe


Deutschland wurde als internationale Friedensmacht zu einer weltweit agierenden Militärmacht umgebaut. Seit der Wiedervereinigung können wir BürgerInnen beobachten, dass alle Gesetze und Regeln die der Politik auferlegt wurden, um sie daran zu hindern Kriegen führen zu können, peu a peu, missachtet und „neu ausgelegt“ werden. Das Grundgesetz wird einfach um-interpretiert. Die militärische Zurückhaltung wird aufgehoben.  Landesverteidigung erfolgt weltweit. Die Waffenexporte kennen keine Grenzen mehr. Wir sind zum dritt größten Waffenexporteure der Welt aufgestiegen. Krieg bedeutet: Gewalt, Zerstörung, Verbrechen, Flucht, Angst und Tod. Jeder Krieg ist daher ein Verbrechen an der Menschheit. Gerade die Jugend wurde in den Weltkriegen missbraucht.
Frieden bedeutet: Zusammenarbeit, Sicherheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Leben. Die Friedensbewegung zeigt die Fehlentwicklung durch die wieder zurück gekehrte Militarisierung der Politik auf. Wir haben aus der Geschichte gelernt und treten für eine friedliche Welt ein. Wir streben eine kooperative, echte demokratische Weltordnung an. Massenvernichtungswaffen wie z.B. Atom- und Wasserstoffbomben müssen abgeschafft werden, bevor sie die Menschheit ausrotten. Die Friedensbewegung trägt zur Aufklärung der Bevölkerung bei.

Mit Musik und guten Texten wollen wir viele Menschen motivieren für den Frieden einzustehen. Der Deutsche Friedenssong-Wettbewerb fördert daher aktiv den kritischen, politischen Song.

Wir möchten, dass alle MusikerInnen, jung oder alt, von dem Deutschen Friedenssong Wettbewerb 2015 erfahren. Wir bitten Euch, unterstützt den Wettbewerb. Jeder kann mithelfen den Wettbewerb bekannter zu machen.


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Montag, 1. September 2014

Kosmonomischer Friedensaufruf


Ausgehend vom Kausalitätsprinzip, also von Ursache und Wirkung, rückt besonders auch der Mensch in das Feld der Betrachtungen. Sein Denken und Handeln erfolgen als Antworten auf Ursachen und können ihrerseits ursächlich für weitere Abfolgen wirken. Solche Zusammenhänge existieren generell und bestimmen das Geschehen auch dann, wenn sie sich jenseits der Erkenntnisebene des Menschen abspielen.

Tragischerweise neigt die Mehrzahl des „Homo sapiens“ bei fehlender Erkenntnis zum Wunderglauben und erhebt in ihrer Verunsicherung das irrationale Bild quasi zur eigenen Bestätigung über die Realität und damit über sich selbst: Der Mensch erfindet „Gott“.
Diese Absolutheit löst Kausalität und Logik ab und bildet die Grundlage für regionalen Dogmatismus, der sich gegen alles nicht Konforme zur Wehr setzt und darüber hinaus sich aggressiver Gewalt bedient, um seinen Einfluss auszuweiten.

Zum Krieg gehören immer zwei Voraussetzungen: die Menschenverachtung allgemein wie im Besonderen und der Wille zum Mord.
Daraus erst erwachsen die Anstrengungen zur Bewaffnung und Aufrüstung. „Gott“ als höchste Verkörperung des Guten kann nur gegen das Böse ins Leben eingebunden werden, gegen den Satan, der in jedem angeblich erlösungsbedürftigen Menschen steckt. Die spezielle Schlechtigkeit des zu ermordenden Gegners erfährt man durch Propagandalügen, die zur Konflikteskalation auf die Spitze zu treiben sind, um auch den Aufwand für die militärische Rüstung zu rechtfertigen, Waffenhandel und Schiebereien als moralische Notwendigkeiten gegen die Bosheit der anderen zu sanktionieren. Terror organisiert so den Antiterror und sorgt für globale Waffen-Profite und für die „Pflicht des Einschreitens“ der stets „guten“ Wächter der Welt.
Die Kriege vor allem der neueren Zeit kochen hoch in diesem Kausalzirkel der Desinformationen, der patriotischen Aufhetzung und in der Pervertierung eigener Glaubensmärchen angeblicher Nichttötungs-Gebote zu militärischer Tötungspflicht im Einvernehmen höchst aggressiver sogenannter Verteidigungsbündnisse.

Es gehört zur taktischen Raffinesse der bewussten oder auch nicht besser wissenden Kriegstreiber, den Pazifismus als romantisierende Weltfremdheit zu diskreditieren, denn weder Friedfertigkeit noch Friedensfähigkeit passen in die Machtstrategien dummer unfertiger Menschen, die sich wegen ihrer Unfähigkeit zur Selbstreflexion gewaltig überschätzen.

Pazifismus in der konkreten kosmonomischen Definition von kausaler Friedenszielsetzung mag man irgendwo im Bombenhagel auslöschen, als Idee hat der Pazifismus in der Welt aber eine Heimat, eine Basis aufgrund von Bildung, von denkenden Menschen, die nicht Zeitgeistern folgen, sondern Demokratie und Freiheit ernstnehmen.

Es gibt keinen „heiligen Krieg“ und keinen „gerechten Krieg“, weil jeder Waffengang Menschen schändet und vernichtet, weil jeder Krieg eine verbrecherische Vorgeschichte aufweist, ein Versagen in der Regel aller beteiligten Verantwortlichen und eine unentschuldbare Gleichgültigkeit abgestumpfter Massen.

Kosmonomischer Pazifismus heißt keinesfalls Wehrlosigkeit gegenüber destruktiven Desperados, meint eindeutige Bereitschaft zur Verteidigung und ebenso unmissverständliche Ablehnung jedes Angriffskrieges. Kosmonomisches Selbstverständnis zielt auf die Ausnutzung der Naturgesetze zur Linderung von Not und Leid, zur Verhinderung von Unmenschlichkeit, zur Förderung humanen würdigen Lebens.
Dazu sind Waffen völlig kontraproduktiv: Jeder Waffenhersteller erzeugt Leid. Und das gilt für den profitgierigen Boss wie für den unnachdenklichen Fließbandmenschen.
Künftige Kriege werden durch überlegene Digitaltechniken entschieden, die dafür sorgen, dass gegnerische Waffen ihren Dienst versagen. Alle bisher weiterhin verübten Abschlachtungen entsprechen den anachronistischen Ideologiestrukturen und einem verblödeten Militarismus.

Ein Schlüssel zum Pazifismus liegt in einer logisch-kausalen Außenpolitik, die sich am Abbau sozialer Gefälle in der Welt orientiert, das heißt an Bildung, an Entwicklungshilfe zur Selbsthilfe, an Einstellung jeglicher Ausbeutungsmentalität gegenüber sogenannten „Billiglohn-Ländern“. Darüber hinaus ist der blühende Handel mit menschenverachtenden Staaten einzustellen, denn der Nutzen liegt lediglich in einem verzichtbaren sinnlosen Wachstum der Konsumgesellschaften und vor allem in der Stabilisierung der Diktaturen und Despotien.

Erweiterungen von Militärbündnissen haben noch nie zum Frieden geführt, sondern berufen sich auf die hirnrissige Verpflichtung zum Krieg. Der kalte Krieg war kein Frieden, zog zahllose Stellvertreterkriege nach sich. Hinzu kommt, dass die NATO als mächtigste Militär-Allianz von dem weltweit kriegslüsternsten, die Demokratie völlig ruinierenden Staat dominiert wird.

Die zivile Gesellschaft muss ferner vor allem erkennen, dass die unter dem perfiden Deckmantel der Religionsfreiheit angestrebte Integration menschenzerstörender Offenbarungsweisheiten tatsächlich das unausweichliche Ende eben der Zivilisation verfolgt.

Angesichts der verworrenen Weltlage in diesem unseren Sommer/Herbst 2014 rufe ich die Friedliebenden, alle Intellektuellen besonders auf:
Schweigen Sie nicht länger! Artikulieren Sie Ihre Friedenssicht, wo, wie und wann immer Sie können, gegen völlig überforderte, Werte vorschützende, aber verratende Politiker.
Werden Sie nicht müde! Leben Sie Frieden vor. Bemühen Sie Ihren freiheitlichen Geist, denn nur ein solcher kann langfristig den Waffenwahnsinn überwinden.



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