Mittwoch, 8. August 2012

Steh auf, Europa, wenn du kannst!


Die Europäische Union des Jahres 2012 trägt alle Merkmale einer Nachkriegsordnung, die immer noch bestimmt wird von der Siegermentalität vor allem der USA. Sie halten die Fäden über ihren Vasallen Deutschland in der Hand, denn ohne Deutschland und Frankreich geht in Europa einerseits gar nichts, andererseits ist das amerikanisch besetzte Deutschland ohne eine vom Volk verabschiedete Verfassung nicht souverän, gar nicht voll vertragsfähig.

Der Grundgedanke eines übermächtigen deutschen Staates und einer ebensolchen Deutschen Mark (DM) führte zu dem unausgegorenen Konstrukt der EU mit immer mehr für die Gemeinschaft gar nicht reifen Mitgliedern und zur Etablierung des Euro ohne eine gemeinsame, das heißt einheitliche Wirtschaftspolitik.
Dieses Wischiwaschi-Gebilde Europa war zwar zunächst ein Gewinn gegenüber früheren europäischen Zerstrittenheiten, kann aber in der zunehmenden Konkurrenz zu den USA, China, Russland, Japan und den vielen aufstrebenden Schwellenländern nicht bestehen.
Es fehlt ein demokratisches europäisches Gesamtkonzept, auf der europäischen Verwaltungs- und Regierungskultur spielt sich daher ein ungeahnter Abbau von Demokratie ab. Das Kapital hat längst die Regierungen entmachtet. Die Europäische Union beginnt, sich fundamental zu zerstreiten, die Gefahr des Zerfalls des positiv Erreichten setzt sich bereits in Realität um.

Innerhalb eines echten europäischen Bundesstaates – nur er ist die logische Konsequenz – hätte ein Satz wie „Griechenland schadet Deutschland.“ überhaupt keine Grundlage, der Redner würde sich lächerlich machen.
Die Gegenwart jedoch sieht anders aus. Der deutsche Schwätzer eines ähnlichen Satzes baut Vorurteile auf, schadet Deutschland, Griechenland und Europa und zeigt gewiss, dass er von seiner Überzeugung her kein Europäer ist, vielleicht auch, weil er, nationalistisch eingefärbt, den Grundgedanken eines emanzipierten Europas gar nicht versteht.
Ähnliches dürfte für alle Parlamentarier gelten, die voreilig Vertragswerken zustimmen, ohne zu wissen, was sie da eigentlich absegnen.

Für Millionen Menschen in Europa gehen bereits die Lichter aus, und die Politiker und Finanzmachthaber faseln von unbegrenztem Schuldenmachen, werfen die Geld-Druckmaschinen an!

Es ist Zeit, höchste Zeit, den europäischen Geist in die Herzen der Menschen zu tragen! Denn eine Verwaltungskommission spricht kein Volk an.

Die intellektuellen Europäer sind gerufen und herausgefordert.
Wo sind sie eigentlich? Schläft das Abendland?

Steh auf, Europa, wenn du es noch kannst!


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