Dienstag, 20. Dezember 2011

Sequenzen von Skepsis (89)


Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:  

1163
Dem Kapitalismus bedeutet Weihnachten das gefundene Fressen.

1164
Wer gibt Christen das Recht, mich ungefragt, fortwährend und überall mit ihrem Weltbild zu konfrontieren? Es muss wohl Einfalt gegenüber ihrer „Dreifaltigkeit“ sein.

1165
Jedem Kind gönne ich schöne Weihnachten; der Glanz des Glückes in den Augen, die erwartungsfrohe Spannung, die Freude kann man nicht ernsthaft in Frage stellen. Da aber nach Jahrzehnten die inzwischen Erwachsenen immer noch wie Kinder reden, singen, beten, hat die Gesellschaft ein Problem. Sie ist erlösungsbedürftig.

1166
Der Kreuzweg beginnt mit der Krippe.

1167
Viertausend Jahre soll die Menschheit auf den „Erlöser“ gewartet haben. Dabei war solcher „Gott“ noch nicht erfunden. – Dieses Licht geht keinem Christen am Adventskranz auf.

1168
Erhebt die Gemeinde den feierlichen Gesang, erklingen festliche Trompeten, erfüllt ein vielstimmiger Chor den Raum, lasse auch ich mich ergreifen; ich kann nicht anders. Ich schaue in die hoffnungsvollen Gesichter und voller Melancholie denke ich: „Erhabener kann man sich nicht selbst betrügen.“

1169
Wenn Kitsch und Kunst sich selig anstandslos vereinen, weihnachtet es.

1170
Dem medialen, gleichgeschalteten Weihnachtsgesülze setzt man besinnliche Gedankenfreiheit durch Abschalten entgegen.

1171
Jeder Weihnachtsbaum verkündet besonders nach dem Fest die Lehre von der „Hoffnung und Beständigkeit“.


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