Dienstag, 21. Juni 2011

Sequenzen von Skepsis (71)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

891
Mit Rücksicht auf die unverschuldete allgemeine Verständnislosigkeit und meine eigene nicht heldenhafte Leidensfähigkeit sage ich längst nicht alles laut.

892
Diskussionen entarten so selten gar nicht zur Demonstration von Mangel an Geist. Besonders bei Anrufung von Geistern.

893
Liebe intensiviert alles.

894
Fassungslos begreife ich nicht das Unfassbare, aber es berührt mich, wie ihr euch nicht rührt.
Euer Staat führt wieder Krieg und nennt Folterer seine Freunde.

895
Jetzt und nirgendwo anders ist Leben.

896
Als ich anfing zu leben, erfuhr ich Distanz, die mich nur noch anspornte.

897
Rom – erst recht heute die Welthauptstadt der Christenheit – so primitiv sind wir nun einmal im 21. Jahrhundert dieser Unchristlichkeit.

898
Sagt jemand: „Du siehst angegriffen aus“, was bewegt ihn wohl?

899
Ich wurde gesund, als man mich sterben ließ.

900
Viele brauchen die Einsamkeit, weil die Zweisamkeit so missbraucht wird.

901
Innere Freiheit bestimmt den Reifegrad von Persönlichkeit.

902
Oft unnötigerweise quält sich das Sterben zu Tode.

903
Immer aktuell sind Tratsch und Klatsch als Geräusch der Kommunikation:
bedeutungsleere Dissonanzen, einfach taktlos.

904
Weniger Seichtigkeit um mich herum hätte mich verstummen lassen, gar nicht erst zum Sprechen ermuntert.

905
Religionen verleumden und ächten die Schönheit des Menschen, seines Körpers und seines Geistes.

906
Trotz anschwellender Bilderflut macht man sich kaum ein Bild, denn es verkümmert die Sprache als unverzichtbares Faszinosum.

907
Das Zölibat in der Ehe initiiert ihren Bruch.

908
Der Kurzsichtige mag mit Weitsicht lesen, während der Weitsichtige vielleicht das Naheliegende nicht erkennt.

909
Empfindlichkeit gibt einen Hinweis auf Schwäche, Empfindsamkeit kann Stärke untermauern.

910
Einfühlungsvermögen kann mehr als nur Mitleid.


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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Evolutionär gesellschaftskritisch, kosmonomisch weltoffen:

Das Buch von Raymond Walden

Menschliches Glauben

Novumverlag, 220 S. 16,90 €, überall im Buchhandel

Siehe auch Monatsarchive August 2008 und Februar 2010.

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Freitag, 17. Juni 2011

Pazifistischer Aufbruch

Als überzeugter Pazifist hörte ich mehrfach Kritik, ich könne mir eine solche Gesinnung nur leisten, weil im Ernstfalle andere für mich ihren Kopf hinhielten. Eigentlich sei ich ein Drückeberger, der Gewaltfreiheit nur so lange vertreten könne, wie er nicht Opfer von Gewalt werde; Opfer, weil er aber auch in keiner Weise auf einen gewaltsamen Angriff vorbereitet sei, sich nicht verteidigen könne, sich vielleicht tragischerweise auch gar nicht verteidigen wolle.

Zugegeben, die Logik derartiger Rüge liegt in herkömmlichen Denkschemata auf der Hand – aber nicht im Kopf.

Die Geschichte der Völker und Nationen bisher, die Geschichte der Menschheit, ist eine endlose Orgie der Gewalt, der gegenseitigen Demütigung und Vernichtung. Keine Gesellschaftsordnung, kein Staat hat es je geschafft, diesen durch technischen Fortschritt weiter eskalierenden Circulus vitiosus zum Stillstand zu bringen.
Ganz im Gegenteil: Raffgier, lächerliche Ehrbegriffe, rachsüchtige Beschränktheiten und zügelloses Machtstreben bezeichnen die Antriebe für jedes noch so grausame, menschenverachtende Vernichtungsszenario. Die kampfbereiten Zeitgenossen aller Epochen sind „Kanonenfutter“ und nicht einen Deut mehr, ihre Einsatzleiter armselige Deppen der Gewaltverherrlichung.

Alle Kämpfer agieren als Verlierer, denn sie töten das Menschliche.

Was also haben Pazifisten zu verlieren?
Nichts!
Denn es geht darum, was sie wie gewinnen können.
Es geht um faktischen Frieden, nicht um in der Regel verlogene Absichtserklärungen und zu brechende Verträge, nicht um euphorische Konferenzen, deren Grundvoraussetzungen nicht stimmen, weil Machtstrukturen und nicht etwa das menschliche Individuum die Verhandlungen und Beratungen prägen.

„Macht geht von der Emanzipation aus,“ verlangt als eine kosmonomische Friedensthese den Bruch mit gleich mehreren Tabus: mit dem Nationalismus, dem Rassismus, den Auserwähltheits-Religionen, mit dem Militarismus und mit der Ausbeutermentalität.
Die Schlüsselfunktion nimmt das Militär ein, es ist das niederträchtige und zugleich pathetische Vollstreckungsorgan jeder beliebigen Politik. Es basiert auf erzwungenem Kadavergehorsam, der sämtliche Lobpreisungen von Zivilisation und Humanität unterläuft, der als permanenter Skandal nach wie vor als tugendsam glorifiziert wird.

Dennoch beginnt sich deutlich der militärischer Anachronismus in Form von Menschenschlachten mit immer größerer Effizienz von Materialschlachten aufzuweichen, denn die wirklichen Entscheidungen von globaler Bedeutung werden zunehmend auf dem Terrain der Elektronik und Informatik fallen.
Wissenschaft und Technologie sind aber nicht auf militärische Strategien angewiesen, sondern entwickeln sich nach dem Kausalitätsprinzip – wesentlich berechnender und berechenbarer als „Hurra-Patriotismus“, noch unpersönlicher und vernichtender.
Der befehligte Töter bedient einen Hebel, drückt einen Knopf und nimmt vom verursachten Unheil kaum etwas wahr, erfährt vielleicht später einmal aus der Presse ausgewählte Berichte. Oder er fällt selbst einem Siechtum anheim, weil das eigene Militär ihn bewusst mit giftigen Substanzen auf den Gegner hetzte.

Der Mensch wird zur Barbarei fähig, wenn Feindbilder und Hassobjekte die Psyche blockieren; sie sind die sprichwörtliche „Wurzel des Übels“. Einmal ausgesät, wuchert das Kraut und duldet keinen Pazifismus neben sich, erstickt ihn mühelos, denn er ist auf solchem Acker wehrlos, verloren.

Pazifismus erhält seine einzige Möglichkeit zur Realisierung in der Verhinderung der Konstruktion von Feindbildern und Hassobjekten, so utopisch dies auch erscheinen mag angesichts ungebrochener religiöser und ideologischer Indoktrinationen. Sie formen einen Menschen, der – weil er gutmeinend ist – „Glaube, Sitte und Heimat“ verteidigt gegen Unglaube, also „falschen Glauben“, gegen Unsitte, also fremdartiges Brauchtum, gegen Pluralismus, also andere Länder, Kulturen und andere Heimaten.
Dementsprechend fordert Pazifismus kein „Multikulti“, keinen gutmenschelnden Mix aus historischen Kulturen, die wegen ihrer fundamentalen Glaubensansichten nicht friedlich koexistieren können.

Vielmehr meint Pazifismus, wenn er sich von Tagträumereien distanziert, einen Aufbruch heraus aus alten provinziellen Überzeugungen, er sieht die Erfordernis einer bisher unerreichten Neudefinition eines Weltbürgertums, das seine Geschichte(n) nicht leugnet, sondern analysiert zum Zwecke einer kosmonomen Orientierung.

Pazifismus ist kosmonomische Philosophie:
Der Mensch ist nicht sein Feind. Seine überkommenen Weltbilder sind überholt und aufgehoben.
Sein Frieden ist von dieser Welt; jeder Verweis auf „Jenseitigkeit“ beschreibt alberne Vertröstungen.

Mit diesem klaren Bekenntnis zur Möglichkeit des Humanen versucht Pazifismus an Boden zu gewinnen, nicht auf dem Schlachtfeld und schon gar nicht auf dem Gottesacker, wohl aber, um im Bild zu bleiben, in Feld und Flur, in Parks und Gärten, in Kulturlandschaft.
Das Kultivieren des Lebens und seines Raumes geschieht als Intelligenzleistung von unzweifelhaft höherem Wert gegenüber der kriegerischen Zerstörungskapazität.
Dass die globale Situation dennoch vermehrt unter dem destruktiven Provinzialismus krankt, zeigt lediglich, wie sehr wir erst am Anfang einer humanen Weiterentwicklung stehen.

Es liegt in der Natur von Entwicklungsprozessen, dass die noch schwachen und zahlenmäßig unterlegenen, aber differenzierteren Organismen vielfältigsten Bedrohungen ausgesetzt sind und Startschwierigkeiten haben.

Aufrichtiger, konsequenter Pazifismus befindet sich in so einem Stadium, indem Krieg als Mittel der Politik ausgeschlossen wird. Die Optionen dazu liegen in einer ehrlicheren, intelligenteren Politik, die sich verstärkt um Menschenwürde und weniger um vortäuschende Diplomatie bemüht.

Pazifismus ist im demokratischen Verständnis parteiübergreifend, ungeachtet der Tatsache, dass die Mehrheit politischer Parteien wie gehabt Kriegen nicht nur zustimmt, sondern sie in programmatischer wie naiver Zwanghaftigkeit sogar herbeiführt und schürt.

Das, was wir voreilig „Aufklärung“ nennen, symbolisieren ein paar Pflänzchen auf einer von Disteln dominierten Halde aus Kriegsschutt und Trümmern.
Wir leben immer noch in der prähumanen Zeit eines Interimsmenschen.
Diese Erkenntnis aber trägt schon den Charakter des Aufbruchs.

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Dienstag, 14. Juni 2011

Sequenzen von Skepsis (70)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

874
Land lässt sich nicht kaufen oder besitzen, denn es überdauert jeden Anspruch.

875
Von früh bis spät verkauft ihr euer Leben,
und von spät bis früh lasst ihr euch verkaufen.

876
Der Frost beißt, Wasser weicht auf und spült hinweg, die Sonne brennt, und der kluge Mensch weiß Rat, aber nicht über die Grenzen seiner Ideologie hinaus.

877
Eine geknackte Nuss verkörpert vielleicht auch ungeahnte Leere.

878
Absurdität gipfelt in Religion, tiefer kann kein gesunder Geist fallen.

879
Religion kostete das Leben schon zu Lebzeiten.

880
Ehre auf dem Schlachtfeld praktiziert die verordnete ordentliche Ehrabschneidung.

881
Gewinnend lügt der Kapitalist.

882
Im allgegenwärtigen Unwetterpotenzial gedeihen besonders die wetterfürchtenden Weichlinge. Vereinigen sie sich mit Wetterfühligen, entsteht Wetterchaos: Ein Klima zum Schützen!

883
Wein in der Flasche kokettiert mit seinem Etikett, im Glas klingt er, entfaltet sein Bouquet, spiegelt sich in Gesichtern und hebt an zum Wohle durch seine Reife. Genießern reift das Bewusstsein.

884
Wie leicht verhebt sich gehobene Ausstattung, lastet sie doch schwer im Portemonnaie und auf dem Konto.

885
Kulinarische Kunstwerke klingen auch so auf der Speisekarte, verwandeln die Tafel und geben doch nur manchem Gerücht Nahrung.

886
Erst Gunst in der Kunst brachte manches Werk hervor.

887
Niemand sei je eines anderen Untertan.

888
Schnee von gestern hinterließ doch scharfe Ränder.

889
„Analyse“ ist und bleibt für die intellektuelle Masse ein Fremdwort, für die breite Masse ohne Bekanntheitsgrad.

890
Der Interimsmensch will bei jeder Gelegenheit getäuscht und betrogen sein, da sein kindliches Gemüt die Wahrheit nicht erträgt. Früh übt er sich auch im Selbstbetrug.


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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Donnerstag, 9. Juni 2011

Sequenzen von Skepsis (69)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

858
Vasallen befiehlt man durch Lob und Auszeichnung.

859
Wir wollen Israel niemals vergessen als Mahnmal auserwählter neuer Nazis.

860
Man mag ganz gut mit nicht erkannten Fehlern leben, nimmt man sie aber wahr, kann es schon zu spät sein.

861
Kann denn Demokratie die Gleichberechtigung der dreisten Dummheit sein?

862
Humanitas gelingt nur mit Bildung, ist sie doch ein Kind des intelligenten Einfühlens.

863
Der Mainstream ist nicht the River Main, aber noch kurvenreicher und enger.

864
Zunehmend setzt die Bild-Zeitung die Maßstäbe für die zunehmend unseriöse Presse, die sich der Verblödung anpasst – anspruchsvoll, um im Bild zu bleiben.

865
Auch mancher Aphorismus erscheint als Sonntagsrede.

866
Amerika war und ist noch möglich aufgrund eines versagenden Europas. Andere Staaten werden die USA ablösen, weil Amerika europäische Muster kopiert.

867
Noch reinigt der Ozean jeden unmenschlichen Unrat.

868
Alles Klagen fiele auf mich zurück.

869
Ein Leben ohne Sex ist nicht wie eine Blüte ohne Biene, sondern wie ein Gestrüpp ohne Blüte.

870
Das Leben gemeinsam wird oft so laut oder leise, dass es nichts mehr wahrnimmt.

871
Immer deutlicher bestimme ich, was – nicht wann – Tag und Nacht ist.

872
Diplomaten lügen auf edlem Parkett;
das ist ihre Botschaft.

873
Den eigenen Körper zu vernachlässigen, gar zu kasteien, um sich zu vergeistigen, offenbart asoziales Verhalten an sich.


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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Dienstag, 7. Juni 2011

kosmonomisch kurz kommentiert (3)

„Ethik“?

Es gibt sie wieder: die deutsche Sichtweise, an der die Welt gesunden soll.
Während die Deutschen ihre Anti-Atom-Hysterie pflegen, ihr durch einen „Ethik-Rat“ sogar höhere Weihen verleihen, reibt man sich sonst in der Welt verwundert die Augen.
Denn einerseits freut man sich über einen Konkurrenten weniger in der atomaren Spitzenforschung, andererseits beginnen die teutonischen Aussteiger ihre „erneuerbaren Energien“ weltweit so dogmatisch zu propagieren, dass tatsächlich energetische Verwerfungen bisheriger Geschäftsstrategien drohen.

In Deutschland hat sich systematisch eine grüne Ökodiktatur eingenistet, ideologisch weltfremd verwurzelt, aber unaufhaltsam sendungsbewusst auf dem Vormarsch.
Mit einer Dr. rer. nat. Kanzlerin an der Spitze, der man längst den Titel aberkennen sollte, und zwar wegen Verrats an der Naturwissenschaft, geht es stringent in wissenschaftsferne klimatische Glaubensbekenntnisse und –postulate.

Seit Jahren überfällig, hätte es eines „Ethik-Rates“ bedurft angesichts deutscher, zunächst geleugneter Kriegsbeteiligungen, angesichts extensiven deutschen Waffenhandels, angesichts der kapitalistischen Ausbeutung von Menschen in Billigstlohn-Ländern.

Deutschland ist ein gravierendes europäisches Problem, die Welt hat es nur noch nicht merken wollen.
Alles nicht neu.
Stattdessen zeichnet Herr Obama Frau Merkel mit höchstem Orden aus.
So feiern sich Herrscher.
Welch eine Ethik!

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Samstag, 4. Juni 2011

Sequenzen von Skepsis (68)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

847
Zweifellos ist das Schlafen ein Welt-Kulturerbe der Menschheit.
Ich pflege es mit Hingabe.

848
Keines der Schläferstündchen möchte ich missen.

849
Geheimnisvoll wirkt der Schlaf zwischen Leben und Tod. Es kommt wirklich zur Wiedergeburt.

850
Ort, Zeit und Umstände selbst bestimmt, verleiht dem Schlaf gelebte Freiheit.

851
Oh, große Lust zu schlafen
und nichts zu verschlafen!

852
Zu leicht sind wir Gefangene, sei es durch Indoktrination, in Traditionen, vielleicht mit Einbildung und besonders im Unbewussten.
Frieden schließt man aber erst als ein befreiter Mensch.

853
Militärparade nennt man das Defilee der Tötungsroboter.

854
Die Anhäufung offensiver Waffen enttarnt jeden Verteidigungsminister.

855
Pazifismus lässt sich nicht zur Schlachtbank führen, sondern bemüht sich in jeder Hinsicht um überlegene Verteidigung – geistig wie materiell.
Archaisches Militär ist der Aufgabe gewaltig unterlegen.

856
Die zweifelhafte Kunst der Volksverführung besteht im Dacapo langer Predigten.
Kurz auf den Punkt kommt hingegen die Aufklärung und motiviert zu intensivem Nachdenken, falls möglich.

857
Den Kopf der Päpste zierte schon immer ein Kondom.
So wurden sie Väter.

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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Mittwoch, 1. Juni 2011

Grußwort an das Erste Münchner Gottlosentreffen

Dem Ersten Münchner Gottlosentreffen am 5. Juni 2011 widme ich folgendes Grußwort und verbinde damit die Hoffnung auf das Gelingen einer würdigen Veranstaltung.

Dass Gottlose von Religiösen gerne als unmoralisch, ethik- und sittenlos diffamiert werden, erklärt sich als geradezu banales Vorurteil von zur Denkunfähigkeit verführten Menschen, die sich in ihrer geistigen Gefangenschaft für auserwählt empfinden und ihrem Kerkermeister auf Knien danken, nicht so zu sein wie jene.

„Gottlose“ jedoch sollten den Religiösen nicht auf den Leim gehen und sich als „Atheisten“ (gegen Gott oder ohne Gott) bezeichnen, denn wenn es „Gott“ nicht gibt (wovon jeder klare Denker ausgehen muss!), kann man nicht gegen das Nichtexistente oder ohne das Nichtexistente sein.

Man ist gegebenenfalls ohne Religion.

Und weil man sich das nicht aus Faulheit gönnt, sondern sehr fundiert darüber nachgedacht hat, zu einem nicht leichtfertigen Lebensentschluss gelangt ist, hat man das demokratische Recht, als ein verantwortungsvoller Freigeist öffentliche Bühnen im Verständnis von Meinungsfreiheit zu betreten.

Der Sinn ist jedoch nicht „Missionierung“, sondern die Dokumentation des eigenständigen Denkens, das längst zahlenmäßig eine bedeutende Fraktion gegenüber den „Gotteskindern“ darstellt und viele zweifelnde Menschen ermuntern mag, endlich auch in moralischer Verbindlichkeit den Göttern und ihren so irdischen Sachwaltern die Gefolgschaft zu verweigern.

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Evolutionär gesellschaftskritisch, kosmonomisch weltoffen:

Raymond Walden: Menschliches Glauben

Novumverlag, 220 S. 16,90 €, überall im Buchhandel

Siehe auch Monatsarchive August 2008 und Februar 2010.

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