Freitag, 26. Februar 2010

Sequenzen von Skepsis (23)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

255
Sie sind über 20, erste Fältchen? Nutzen Sie unser wissenschaftlich getestetes Gehirnschmalz, und sie bleiben glatt bis ultimo. Nebenwirkungen auf Ihr Gehirn erfragen Sie bei Ihrem Medizinmann, Therapeuten oder Esoterik-Apotheker.

256
Hausgemachter Kuchen sei der beste, „hausbacken“ hingegen signalisiert Schlichtheit, die hausgemachte Probleme erzeugt, welche sogar in hohen Häusern den Haussegen in Schieflage bringen. Die Hausmacht manches Hausherren fiel an die Dame des Hauses, wodurch Aufstieg und Fall ähnlich überall hausen, der Globus zwar nicht kosmisch bedroht ist, die Menschheit aber wohl durch Zuckerbäcker hohe Hexenhäuser kandiert, um völlig aus dem Häuschen, zahlenmäßig dereinst drastisch minimiert, wieder im Busch zu hausen, falls es den noch geben wird.

257
Das Recht des Stärkeren? Ist das als Terminus nicht schon eine Beugung des Rechts wie der Sprache?

258
Mit Kolonialisten-Mentalität, aber mit neuen Raketen beginnt nun der Wettlauf von Nationalstaaten zum Mond, um lunare Territorien abzustecken für die Ausbeutung von Rohstoffen und für die Errichtung militärischer Stützpunkte:
Guter Mond, du gehst so stille,
mit dir die Gezeitenwenden,
doch des Menschen Kriegsidylle
wird dich wie die Erde schänden.
- So schnulzig, so schön!

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DENK MAL! Nr.8

Da „verteidigen sie Deutschlands Freiheit am Hindukusch“, während immer neue Moscheen im Abendland errichtet werden!

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259
Entartete Kunst? Wer maßt sich ein Urteil an? Es gibt aber kubistische Impressionisten, die zahlen für einen abstrakten weißen Stern auf weißem Papier eine beträchtliche Summe.
Ab einem bestimmten Mischungsverhältnis macht das Publikum als bunter Haufen die Kunst! Farbenfroh verrückt natürlich.

260
Religiöse schüttelt ein fundamentaler Konflikt, denn der männliche Mensch hat tatsächlich Hoden, die permanent „manches“ produzieren, damit es „verbraucht“ und keineswegs unterbunden wird. Da hier Lebenslust im eigentlichen Erleben die Rolle spielt, setzt jede „Keuschheits-Religion“ rigoros ein und demonstriert genau an dieser Stelle ihren definitiven Lebensinterruptus.

261
„Kompetenz“ avancierte zum Modewort und beschreibt nunmehr Überheblichkeit, Pseudowissenschaftlichkeit und Meinungsmache, kurz: Ahnungslosigkeit. Jene nachhaltige Allmacht, die ich nicht genug verspotten kann.

262
Der Widersinn von Automobilität erschließt sich unter anderem in immer höheren Endgeschwindigkeiten, im Verdrängen verstopfter Verkehrsadern bei politischer Wachstumsfreude.

263
Sie invertieren konzentrisch mit Globalisierungsgehabe.

264
Welches Logo ist schon ein logischer Entwurf?

265
„Heilwasser“ ist eine wundersame Erfindung.

266
Kopfschmuck und Gewand entblößen den Verstand.


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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Donnerstag, 25. Februar 2010

Die Konzeption der Konzeptionslosigkeit

Konzepte dienen als Mittel zum Zweck, vergleichbar dem Handwerkszeug, das abhängig vom jeweiligen Projekt auszuwählen und gegebenenfalls speziell zu entwickeln ist.
Als Voraussetzung hierfür gilt unter anderem die eindeutige Definition des Vorhabens, die möglichst punktgenaue „Zielansprache“. Gelingt es aus Bequemlichkeit oder aus Unfähigkeit nicht, das Vorhaben zweifelsfrei zu determinieren, löst sich die Frage nach einem Konzept von selbst in nichts auf, um fadenscheinigem Aktionismus Vorschub zu leisten, einhergehend mit opportunistischem Debattenwust und einer Verschwendung von Zeit, Einsatzbereitschaft, Material und Finanzmitteln.

Die Entschuldigung, Ziele seien oft nicht von Anbeginn umfassend zu beschreiben, kann nicht überzeugen, kommt sie doch in auffälliger Regelmäßigkeit von Entscheidungsträgern, die vorwiegend in Legislaturperioden denken und handeln. Auch Konzern-Strategien dienen zur „Entschuldigung“, die im globalen Verständnis eine eher tragische Lächerlichkeit aufbereiten. Tragisch, weil national wie international die Menschheit und vor allem das Individuum auf vielfältige Weise und besonders wegen der explosionsartigen Bevölkerungszunahme leidet.

Als exemplarische Fehlleistung in Ermangelung einer wissenschaftlich-technologischen Konzeption dokumentiert sich die verheerende Überschwemmung des Mississippi im Juni 2008.
Es scheint zunächst sinnvoll und legitim, das fruchtbare Ackerland beidseits des Stromes zu kultivieren und durch Deiche zu schützen. In realer Auswirkung bedeutet solches Vorgehen aber einen eklatanten Verstoß gegen die Natur des Flusses, der im Laufe langer geologischer Epochen das Gebiet immer wieder überflutete und so zu seiner „Fruchtbarkeit“ beitrug. Die Regulierung des Flussbettes erlaubt nunmehr keine derartigen Wasserverteilungen, die sich zuvor in der Weite verlaufen konnten, sondern zwingt sie in die künstliche Deichrinne, die von Anfang an das Risiko des Durchbruchs in sich birgt.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Katastrophe eintrat. Ob dieses risikoreichen Schwachsinns könnte man geneigt sein, keinerlei Mitgefühl mit den Opfern zu empfinden, doch wäre das ungerechtfertigter Zynismus gegenüber den betroffenen Individuen, die nicht in der Lage sind, Gesamtzusammenhänge zu erkennen. Die Gewinnoptimierung durch landwirtschaftliche Erträge verhinderte ein verantwortungsvolles Konzept, sodass nicht nur die Menschen der Region im Leid versinken, sondern auch Menschen sogar im Ausland, die vom Ausbleiben der Nahrungsmittel betroffen sind.

Mögen bisher fehlende Konzeptionen ein „Dahinwursteln“ noch erlaubt haben, so zeitigen Versäumnisse schon in nächster Zukunft dramatische Folgen, die sich aus den berechtigten Lebensansprüchen eines jeden Menschen ableiten. Denn die Zeitalter der Feudalherren, der Kolonialmächte, der kapitalistischen Ausbeutung gehen in vehementen Todeskämpfen zu Ende, ohne dass es Konzeptentwürfe für die Folgegenerationen gibt. In diesem Mangel verdeutlicht sich die Notwendigkeit breitest möglicher Bildung als der Grundlage für einen demokratisch funktionsfähigen Staat.

Bildung meint jedoch nicht die inzwischen weithin übliche Gleichmacherei durch Senkung des Leistungsniveaus, sondern die Differenzierung der Talente und Begabungen in ihrer reichhaltigen Vielfalt. Das Studium an einer Hochschule ist ein Weg unter zahlreichen anderen, etwa dem Handwerk, menschliche „Verwirklichung“, Qualifikation und Bildung zu erreichen.

Es ist ein sozialistischer Irrweg, unter Chancengleichheit vor allem die Studienberechtigung für möglichst „alle“ zu propagieren, wird doch dadurch besonders eine solche Akademiker-Laufbahn unberechtigterweise überbewertet. Vergleiche mit dem Ausland sind wenig hilfreich, da man dort keine bessere Bildung der Bevölkerung verzeichnet. Und vor allem die Allgemeinbildung macht die demokratische Befähigung aus, nicht die eingeengte fachliche Spezialisierung, so nötig sie freilich für den allgemeinen technologischen Fortschritt einer Gesellschaft ist!

Jedem Konzept geht eine Leistung voraus – es ist eine Leistung. Ohne Konzentration, Disziplin und Leistungswillen kann es keine Konzeption geben, es sei denn die des chaotischen Zufalls.
Der Menschheit stellt sich die unerbittliche Aufgabe, Konzepte für ein prosperierendes Leben in „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ zu organisieren. Ideologien und Religionen haben versagt. Allein, diese Erkenntnis ist bisher nicht verarbeitet – eine Stagnation mit der Qualität des endgültigen Scheiterns des „homo sapiens“.

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DENK MAL! NR.2

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland lehnt den Krieg in Afghanistan ab. Wem also folgen jene die Demokratie verhöhnenden Politiker, die den Krieg dennoch betreiben?
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An die Stelle von Dogmen und Glaubensartikeln muss ein zivilisierter Wettbewerb von Ideen treten, von Lebensentwürfen mit objektiver, kausaler Nachvollziehbarkeit zum Zwecke der Erlangung größtmöglicher Humanität des würdigen Menschen in würdiger Umgebung.

Die Kosmonomie versteht sich als ein Angebot auf dem Wege zum neuen Menschen. Das Kosmonomische Manifest empfiehlt sich als übergeordnete Konzeption mit der Maßgabe: Arbeiten heißt Last und Lust. Und Gleiches gilt für die Freiheit, welche Bindungen und Verbindlichkeiten ohne Zwang oder gar Androhung des „jüngsten Gerichts“ eingeht, ja die freiheitliche Konzeption zur Erfüllung des Lebens sorgsam pflegt und zu optimieren trachtet.

Das Empfinden von Konzeptionslosigkeit wird zusätzlich belastet durch das allenthalben leicht zu verfolgende Konzept der Lüge, des Schönredens und Übervorteilens, jenem Egoismusprinzip, das der Demokratie bei jeder sich bietenden Gelegenheit offen ins Gesicht schlägt.
Ähnlich zu bewerten sind die Spekulationsgewinne abgezockter Geldanleger, deren Menschenverachtung durch Börsenmärkte sanktioniert wird: Das „schnelle Geld“ ist im eigentlichen Sinne unehrenhaft, denn es zersetzt den menschlichen Gleichheitsgrundsatz.

Das Resümee lautet: Alle Jenseits-Konzepte sowie alle diktatorischen Strategien haben sich als definitiv „lebensuntüchtig“ herausgestellt. Ebenso „fressen Revolutionen ihre jeweiligen Kinder“, weil sich die längerfristige Lebenssicherung evolutionär entwickelt.
Die gegenwärtigen global zunehmenden Spannungen markieren wahrscheinlich den tatsächlichen Aufbruch-Termin zu humaneren Weltbildern, deren positive Auswirkungen aber noch sehr auf sich warten lassen, weil die Masse Mensch weitab von Konzeptionsfähigkeit verweilt.

Es bedarf einer neuen Generation von Vordenkern statt dogmatisierender Vorkämpfer.
Es bedarf einer Abkehr von „Einschaltquoten“, die kaum Qualitätsnachweise liefern, sondern lediglich flüchtige Erfolge innerhalb von Mode-Strömungen.

Das Wort „Nachhaltigkeit“ taucht jetzt häufiger auf, als sei man zu schüchtern, von „Dauerhaftigkeit“ zu sprechen. Sie aber impliziert Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit als beste Voraussetzungen für einen Konzeptionsbeginn.

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Dienstag, 23. Februar 2010

Das indifferente Bewusstsein des Interimsmenschen

Es ist nicht zu leugnen, dass sich die Menschheit evolutionär aus einfacheren Lebensformen entwickelte und dementsprechend sich auch gegenwärtig in einem Entwicklungs- und keinesfalls Endstadium befindet. Besonders geprägt wird der aktuelle Status durch den akzelerierenden technologischen Fortschritt, dem die geistigen Reifungsprozesse hoffnungslos hinterherhinken, überspitzt formuliert: Die komplexe Technik wird durch archaische Wesen bedient und in rasantem Wachstum zum Schaden des gesamten Planeten fehlgenutzt. Einzelne positive Ausnahmen mildern kaum die Gesamtnotlage. Der Mensch und einige Bereiche der globalen Biologie werden zugrunde gehen, bis sich eine im Sinne von innerer Reife geläuterte Menschheit wird entfalten können.

Nicht Schwarzseherei und religiöses Fabulieren über den Weltuntergang bilden die Grundlage dieses Szenarios, sondern die berechenbare Begrenztheit der Erde einerseits und das ebenso kalkulierbare, wenngleich eher unberechenbare Fehlverhalten der Massenmenschen und ihrer herrschenden Abgötter samt deren
Stellvertretern.

Dieser gegenwärtige „Zeitgenosse“ Mensch, kann keine zahlreichen Nachfolgegenerationen zeitigen, da er sich selbst das Wasser abgräbt, alle möglichen Lebensgrundlagen vernichtet. Erkennt er dies durchaus in manchen bescheidenen Zusammenhängen, verhält er sich dennoch, oft in bester Absicht, entschieden konträr. Sein Fühlen und Wollen, seine Hoffnungen und Sehnsüchte stehen im Gegensatz zu den Ergebnissen seiner Aktivitäten. Er spiegelt eine evolutionäre Zwischenphase hin zu einem in mancher Hinsicht edleren Wesen wider, er personifiziert den Interimsmenschen, der zwar durch markante Boshaftigkeiten Stärke demonstriert, aber viel gravierender durch Denkunfähigkeit sein Desaster in lächerlichen Eitelkeiten und Selbstüberschätzungen vorbereitet.

Für diese Spezies gibt es kein Entrinnen – wohin auch? - weiß sie doch gar nicht, was sie eigentlich will, welchen Wertekodex sie entwickeln und vor allem verbindlich anerkennen sollte.

Kaum die Massen, wohl aber die Macher machen sich schuldig, wenngleich gar nicht so eindeutig, weil den meisten für originäre Schuld aus naheliegenden Gründen ein Schuldbewusstsein fehlt, wahrscheinlich überhaupt die Möglichkeit der kritischen Selbsthinterfragung.
Bei genauem Betrachten entpuppt sich das Bewusstsein als weniger gespalten, sondern dem Indifferenten verschrieben, letztlich der aufgeblasenen Inkompetenz, der bequemen dümmlichen Faulheit, aus der Verunsicherung, Wehleidigkeit und Angst entspringen, schließlich Gewalt und Resignation.
Die Liste der selbstzerfleischenden Widersprüche ist endlos, wird gewöhnlich verharmlost, nicht verinnerlicht, angewidert ignoriert. Wie aus einer fernen, unwirklichen Welt wehen die Forderungen nach menschlicher Aufwertung herüber, so fremd, dass man sich lieber in gewohnter Kurzsichtigkeit bei sich steigernder Blindheit in „der Realität“ egoistisch und fatalistisch einrichtet.

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DENK MAL! Nr.1

Präsident Barack Obama ist ein blendender Prediger.
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Der neue Mensch wird später einmal, nach den Verwüstungen, eine schwere Geburt haben, das Licht der Welt erblicken - „edel, hilfreich und gut“. (Siehe auch „Man wird noch viel von Kosmonomie hören“, ebenfalls Februar 2010.)

Wir können uns jetzt schon an dem Ideal aufrichten, ohne freilich zu vergessen, dass wir alle aufgrund unserer eigenen Endlichkeit stets auch Partner unseres Körpers sind, eines Leibes, der uns in jungen Jahren anders anregt, vorübergehend prägt als in fortgeschrittenem Alter. Unsere Physis nimmt Einfluss auf unser Denken und Handeln, sie sorgt dafür, nicht die Bodenhaftung zu verlieren, sie hat die Substanz der Demut, der Hinwendung zum Mitmenschen, der Achtung und Wertschätzung von Leben und seinem Umfeld.
Real, ohne geistliche Verkennungen und ihre sinnlosen Opfer!

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Freitag, 19. Februar 2010

Sequenzen von Skepsis (22)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

244
So viel Schönes erlebe ich, am Himmel und auf der Erde, so schöne Menschen, so gütige Augen, so vertrauens- und hoffnungsvolle Blicke. Und dann die Kunstwerke, Musik und Literatur, zahlreich in Gottesverehrung geschaffen, doch ich denke nie an Götter, sondern an Menschen.
Erscheinen mir die dunklen Lebensseiten, der oft bittere Leidensweg zum Tod, nicht der Tod selbst, wird mir klar: In ihrer Unreife schufen die Menschen ihre Götter, um vor allem das Gegenteil, den Teufel in Szene zu setzen.

245
Eine bescheidene Statur, höhere Ideen, ein Menschenschlächter, dieser posierende Napoleon! Ein Idol mit globaler Nachkommenschaft aus seinem Geiste, untauglich für die Gegenwart und Zukunft, weil keine noch so freiheitlich gemeinte Reform durch Krieg zu rechtfertigen ist. Vor jedem Waffengang stirbt der menschliche Geist und überlässt der Dummheit die Regentschaft.

246
Der wilde Westen kennt die Demokratie so wenig wie der rote Osten.
Besinne dich, Europa!

247
Irgendwo zu wohnen, heißt noch lange nicht zu leben. Da hat die an sich reiche englische Sprache ein Defizit.

248
Das globale Klima besteht in erster Linie zwischen Menschen.

249
Die Achtung vor dem eigenen Körper könnte eine Lebensversicherung sein.

250
Konzipieren, schreiben, propagieren, um sich nicht daran zu halten. Menschenrecht?

251
Die Stimme des Volkes ist nicht kunstvoll, auch nicht gekünstelt, gleichwohl medial herabgewürdigt.

252
Muss ich es wirklich sagen?
Du bist nicht Deutschland, Papst, noch Porsche, aber vielleicht ein Wirsing.

253
Da der Unsinn regiert, im Kabarett zu Recht lächerlich erscheint, frage ich mich: Verstehen die verulkenden Politiker wirklich nicht, dass ihre programmatischen Inhalte unbekömmlich sind? Schon schwelen Zweifel: Die verstehen das, weil sie den Unsinn genau so auch meinen und wollen. Sie nennen es Kompetenz.

254
Selbstdarstellung braucht vor allem Publikum, das sich vorführen lässt. Wenn aber das Publikum schläft, hat der Selbstdarsteller keine Täuschung mehr nötig.


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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Mittwoch, 17. Februar 2010

Planetariums-Projekt sucht: Keine "Außerirdischen"!

Für ein außergewöhnliches Planetariums-Projekt werden (einfluss-)reiche Mitmenschen gesucht, die sich auf dem Boden einer realen Existenz bewegen.
Also keine religiösen Vertröster, keine esoterischen Schwärmer, keine klimageschädigten Wachstumsfetischisten, weder alternative Gesundbeter noch diplomatische Wortverdreher.

Angesichts einer hohen technischen Entwicklung befindet sich die Menschheit in einem inadäquat desaströsen Gesamtzustand, der sich daraus herleitet, dass die Menschen mehrheitlich die realen Gegebenheiten des Planeten Erde nicht kennen oder in Kenntnis absichtlich verdrängen. Die Naturgesetze werden ignoriert, stattdessen siegt das Inhumane.
Das nationalistische Kleinkarierte wird überhöht, während sich der Bezug zum Ganzen, zum Kosmos, ausgeblendet im Nichts verliert.

Vor solchem Hintergrund soll mit dem angestrebten Planetarium ein kleines, aber besonderes Orientierungslicht gesetzt werden, der menschlichen Aufklärung verpflichtet, der Natur in Objektivität und motiviertem Erkennen verbunden.

Ich unternehme den Versuch, mit dieser Website vielleicht auf geeignete, geneigte Persönlichkeiten zu treffen, die mich (und einige Mitstreiter) in der sehr hoch gesteckten Zielsetzung begleiten möchten.
Während im fachlichen Bereich und in der Standortentscheidung bereits Nennenswertes geleistet wurde, ist die Finanzierung der Errichtung wie der Folgekosten ungelöst.

Gemäß der wünschenswerten, ja erforderlichen politischen Unabhängigkeit wird Kapital gesucht, ist Engagement erbeten von Menschen, die sich dazu in der Lage sehen.

Es ist nicht übertrieben, wenn ich konstatiere: Hier könnte sich jemand ein Denkmal setzen.
Bei Kontaktaufnahme ist Diskretion selbstverständlich und wird zugesichert.

(Siehe auch Archiv Juni 2008: „Kosmonome Planetariums-Philosophie“)

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Montag, 15. Februar 2010

Sequenzen von Skepsis (21)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

232
Anspruchslose Menschen vegetieren und verursachen Herdenwachstum.

233
Kosmonomie beschreibt eine Weltsicht, wohl eine Aufforderung zum Denken, aber keine Lehre.

234
Regeln ohne Durchsetzungsmöglichkeit beschönigen soziales Chaos.

235
Menschheit wohin? – Zum Irrationalen? – Nicht mehr lange!

236
Die Elementarteilchen der Gesellschaft sind Paare, bipolar in sich und gleichberechtigt, dadurch doppelt stark. Die Masse bildet bei Ermangelung der Paarbindung keine Gesellschaft, sondern ein Plasma unter extremem Druck.

237
Skepsis ersteht aus Erfahrung und Wissen zum Schutz des Individuums. Das allerdings ist allen Ideologen suspekt.

238
Niemand muss mir folgen, mich aber ziehen lassen aus dem ideologischen Jammertal.

239
Politiker treiben Krieg, weil sie Kindern nicht ins Auge schauen.


240
Nun bist du, kleines Menschenkind, auf die Welt gekommen als das größte Wunder überhaupt. Ergriffen vor Glück heißen wir dich willkommen und wünschen dir ein würdiges Leben in Liebe und Geborgenheit. Wohin immer die Lebensreise dich führen mag, wir sind bei dir, weil wir „ja“ zu dir sagen in einer oft hinterhältigen Welt. Du schenkst uns Sinn im gemeinsamen Dasein, aber niemals wollen wir dich bedrängen, denn deine Freiheit definierst du dereinst in einer hoffentlich freiheitlichen Umgebung.

241
Wendehälse gehören zu einer überaus erfolgreichen Gattung, die sich zur Plage fortpflanzt. Ein zweifelhaftes Gegenmittel wäre Halsstarrigkeit.

242
Ein Trick des glorifizierten Herrschens ist die zielstrebige Verkomplizierung des Einfachen, um mit „Kompetenz“ Unsinn durchzusetzen.

243
Dem Gott „Mensch“ ist nichts heilig.


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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Freitag, 12. Februar 2010

Man wird noch viel von Kosmonomie hören

Die kosmonomische Philosophie stellt keine Lehre dar, sondern beinhaltet für mich eine Lebensart, zu der ich als Antwort gelangte auf die allgemeinen Umstände, in die ich hineingeboren wurde, welche ich schon von Kindheit an als irgendwie unstimmig wahrnahm und im Laufe meiner Lebensentwicklung eindringlicher hinterfragte, bald kritisierte und heute unter zahlreichen Blickwinkeln anzweifele.
Ich sehe mich als jemanden, der die im wohl verstandenen Sinne Allgemeinplätze der humanen Menschenwürde formuliert und ausspricht gegen den historisch heuchlerischen Zeitgeist.

„Kosmonomie“ ist meine Namensgebung für das evolutionär längst vorhandene Prinzip der humanen emanzipierten Würde des Menschen, der Würde, die jedoch der archaisch geprägte Mensch bisher nicht aufbringt, weil er in der Regel dem Diktat der Massen nicht entkommt. Und dieses Problem verstärkt sich permanent durch das ungebremste Wachstum der Weltbevölkerung.

Ich gehe davon aus, dass sich einerseits die Menschheit in mehrheitlich noch ungeahnte Prüfungen hineinmanövriert, andererseits aber bereits die geistigen Potenziale agieren, die zumindest nach den diversen zu erwartenden Desastern die Menschheit voranbringen werden.
Was aber meint denn „voranbringen“?
Die Angelegenheit ist so einleuchtend, wie sie heute noch missachtet wird: Die Intelligenz entwickelt(e) sich nicht, um sich in Form eines „noch nicht fertigen Wesens, des Interimsmenschen“, selbst auszurotten, sondern um im
(Mit-)Menschen den Partner gegen alle möglichen natürlichen Widrigkeiten zu finden. Mit anderen Worten: Die menschliche Intelligenz richtet sich darauf, das Leben zu „veredeln“ („Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“ Goethe), indem die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse per Einsicht besonders zur Lebenserleichterung, Entwicklungsförderung und auch zur Lebensfreude verwendet werden. Das klingt vordergründig nach paradiesischen Verhältnissen, entspricht aber solchen voreiligen Abwertungen überhaupt nicht, denn die Aufgaben, die sich damit verbinden, sind so umfangreich, vielschichtig und lohnend, dass die Intelligenz von einer Herausforderung in die nächste aufsteigen wird, ohne je (dem Kosmos gemäß) an eine Grenze zu gelangen.

Ich scheue mich nicht, vom Sinn des Lebens zu sprechen, denn nachweislich gibt es die Entwicklung vom Einzeller bis hin zum komplexesten Lebewesen. Der gegenwärtige Mensch aber in seinem Auftritt als vermasstes „Herdentier“, das instinkthaft egozentrischen Leithammeln folgt, ahnt noch wenig von den universalen (dem Kosmos gemäß) humanen Optionen, die sich ihm öffnen.

Es bleibt dabei: Kosmonomie ist keine Lehre, sodass es auch kein Kompendium darüber geben kann. Das inzwischen recht bekannte Kosmonomische Manifest (Archiv Mai 2008, engl. Version November 2009) zeigt lediglich Grundsätze auf, die für den einstigen praktischen Gebrauch im Detail auszuarbeiten wären.
Wohl aber entsteht zunehmend ein „kosmonomisches Mosaik“ durch immer zahlreichere Einzelabhandlungen und Kommentierungen; Kosmonomie lässt sich nicht verordnen, eher aber anbieten. Das individuelle Leben mag zu entsprechenden Einsichten und Verhaltensweisen führen.

Die wesentliche Voraussetzung dazu ist Bildung, man kann sie nicht oft genug einfordern: Kenntniserwerb, Kombinationsvermögen, Verinnerlichung, Verstehen und – so fremd das gegenwärtig erscheinen mag – Herzensbildung, jene Kulturleistung, die in den meisten aktuellen Bildungskonzepten fehlt, weil sich die Ellenbogen-Gesellschaft in ihren globalen Verirrungen qua Geschwätz für „kompetent“ hält.

Angesichts solcher Notlage der Menschheit schrieb ein Zeitgenosse zu Recht den Satz: „Man wird noch viel von „Kosmonomie“ hören.“

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Mittwoch, 10. Februar 2010

Da, wo ich lebe

(Zwanglose Gereimtheiten)

Da, wo ich lebe,
spannt sich der Horizont endlos weit
über Höhen, Täler, Ebenen und das Meer.
Weit und breit kein Dogma mehr.

Da, wo ich lebe,
bin ich hier, bin ich jetzt,
nicht enthoben, aber entsetzt.

Da, wo ich lebe,
nimmt man das Wort beim Wort:
Krieg heißt deutlich,
unzweifelhaft Mord.

Da, wo ich lebe,
gibt es frischen Wind, Sonne, Regen und Schnee,
Klimaschwankungen schon immer.
Klimaangst aber nimmer.

Da, wo ich lebe,
pflegt man die Umwelt, schützt die Natur
ohne Steuerschwindel,
mit Sorgfalt nur.

Da, wo ich lebe,
sagt man zueinander „Du“ oder „Sie“,
„Hochwürden“, „Exzellenz“, „Majestät“ sind verpönt,
sagt man nie,
weil jeder der Titel die Würde des Menschen verhöhnt.

Da, wo ich lebe,
kennt man „Auserwähltheit“ nicht,
weder bei Bünden, Ländern, Völkern, Nationen.
Niemand ist auf Orden erpicht,
die nichts als Opportunismus belohnen.

Da, wo ich lebe,
gibt es Kirchen, Klöster, Tempel, Synagogen und Moscheen
als Kulturerbe,
als Museen.

Da, wo ich lebe,
konkret konfrontiert mit unsinnigem Glauben,
bin ich glücklich entkommen
dem Wahnsinn, den Epidemien, dem Gang und dem Gäbe,
bin häufig gegen den Strom geschwommen.

Da, wo ich lebe,
entspannt Freiheit das Bleiben.
Beständigkeit baut auf Wachsamkeit
– und sei es durchs Schreiben.

Wo lebe ich nun, das möchten Sie wissen?
Eigentlich überall, lasse mich schwerlich lenken.
Mein philosophisches Ruhekissen
ist bewusstes, ist kritisches, ist konstruktiv
futuristisches Denken.

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Sonntag, 7. Februar 2010

Cosmonomic Freedom

Mein folgender Artikel erschien auch in der Januar/Februar-Ausgabe 2010 von Contemporary Horizon.

It is quite clear that there is no total freedom, because we all are determined by the place and the time of our birth, we depend on our parents, on the surrounding culture, on our physical and mental constitution and on many more factors.
But many of us have a common idea of freedom, when we think about human rights, about democracy, when we think about civilization.

In this regard the peoples’ situation around the globe seems to be without real progress during the last decades, because freedom is simply cheated.
Cheated especially by governments and societies that pretend to follow the ideals of freedom, but actually exploit other nations and nature in general and specifically for their own benefit.
Most countries in the world are not free and only some nations have a status of “semi-freedom”. This is the disappointing truth at present times.

Freedom in any case means the right and the opportunity to make a choice between existing different options without any personal disadvantages or even punishment.

As the readers of “Contemporary Horizon” are spread worldwide, I am sure, most of them have their own experiences with open and covered restrictions in their countries.

But freedom is an international demand, concerning every individual person.

Freedom is a matter
of education and knowledge,
of human dignity,
of emancipation,
of avoiding violence,
of responsible science,
of common welfare and health care.

Each of these signal words is worth writing volumes of books.

Freedom is consequently erased
by racism,
by nationalism,
by fashism,
by communism,
by capitalism,
by militarism,
by secret services,
by lack of education,
by religion,
by esoteric superstition,
by fundamentalism,
by media brought into the line,
by starving poverty
by destroying the environment,
by wallbuilders and liers,
by modern slavery.

And these signal words do not only stand for future book projects, but they already fill the libraries with their bloody and cruel histories.


As a boy of 13 I fled with my parents because of political persecution from East- to West-Germany. I was lucky, because at first glance the capitalistic system is far more liberal. And this is my reason to write for freedom.
It is us – in the “semi-free” countries! Who else should raise his voice?!

Thus I have developed the cosmonomic philosophy (See “The Cosmonomic Manifesto”, Contemporary Horizon, Nov. 2009) and I am aware that it is an idealistic view of mankind.
But do you think to overcome tyranny without ideals?

We need a lively perspective. I’m offering the cosmonomic philosophy to every citizen of the world, knowing that my suggested angle of view will never kill even one person.
But cosmonomers have to be cautious about the archaic behaviours of those who preach freedom and set sails for war and terrorism.

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Freitag, 5. Februar 2010

Sequenzen von Skepsis (20)

Aphorismen zum Nachdenken und zum Zitieren:

220
Ohne ethische Richtwerte verwirklicht sich Menschenverachtung zu allgemeiner Verwahrlosung, zum Schicksal so vieler Menschenkinder, weil ihre Eltern auch schon so litten.

221
Ethik ist, entgegen aller religiösen Ansprüche, nicht durch strafende, unmenschliche Götter zu vermitteln, sondern entsteht durch Bildung, durch Geborgenheit, durch Liebe, durch Zuwendung, durch Achtung und Respekt, durch praktizierte Menschenwürde, die keinerlei Gottesbegriff relativiert.
Ließ sich „Gott“ ans Kreuz schlagen, lässt Menschenwürde derartiges nicht zu; sie käme gar nicht auf die Idee einer solchen Barbarei.

222
Uneingeschränkte Religionsfreiheit zurrt die Schlinge, die der Demokratie erst den Atem, bald das Leben nimmt.

223
Wer sich freiwillig uniformiert kleidet, trägt Inneres nach außen. Wer in Uniformen gezwungen wird, erleidet die Degradierung seines Menschseins, den systematischen Zugriff auf sein Inneres.

224
Solange die „Nachkriegsordnung“ seit dem 2. Weltkrieg durch verschlossene Geheimakten der Sieger „geschützt“ werden muss, trägt sie einen tödlichen Bazillus – für alle, nämlich ganz unbequeme Fakten.

225
Kein eingeschworenes Gehirn fühlt sich verletzt in einer Gesellschaft, die in Konformität den Unsinn züchtet, ihn anbetet, sich ihm gewaltig unterwirft.

226
So ein lustiger Diakon lallt im Karneval etwas von „Humor in der Religion“ und vom „Trost in der Religion“.
Ein witziger Humor ist tröstend, oder ist tröstender Humor vielleicht auch aberwitzig?
Lassen wir den Dom in der Stadt, denn ohne Dom kein Karneval. Und dann erst die halbnackte Samba in Brasilien! – So viel Trost für die armen Massen unter Jesus auf dem Zuckerhut.

227
Guter Wille führt nicht selten in Übereifer zur Verschlimmbesserung, die von interessierter Seite gefördert wird.

228
Massenpsychose erwärmt die „Klimakatastrophe“. Religionsgründer haben Witterung aufgenommen.

229
Telegene Geschwätzigkeit dokumentiert die Unfähigkeit zur Analyse einer gefilmten Gesellschaft.

230
Gehetzte Menschen lassen sich eiliger desinformieren, sogar verhetzen.

231
Europäische Identität kann nur in religionsfreier Aufklärung bestehen. Alles andere bedeutet Stagnation, Scheitern in Regression.

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© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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Donnerstag, 4. Februar 2010

Zweierlei?

Solange Steuerverschwendung nicht strafbar ist, dürfte Steuerhinterziehung eine ähnliche Rechtsauffassung interpretieren.

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Mittwoch, 3. Februar 2010

Rezension: Menschliches Glauben

Der weithin bekannte Rezensent Herbert Huber veröffentlichte jetzt eine ausführliche und sehr positive Besprechung des Buches Raymond Walden: Menschliches Glauben auf seiner Website und reichte bei diversen Buchanbietern außerdem eine Kurzfassung ein, die hier wiedergegeben wird.

„Unpopuläre Betrachtungen“

Es geht hier nicht um eine Begriffsanalyse zum menschlichen Glauben: weder um die Unterscheidung von Wissen und Glauben, noch direkt um Glauben ohne Gründe. Das Buch ist keine Abhandlung zum Thema Glauben und will es auch nicht sein. Worum geht es dann?
Die Leser finden zahlreiche kurze Essays, in denen der Autor die Wirklichkeit zu Beginn des 21. Jhdts. an der kosmonomen Humanität misst und kritisiert.
Was ist die kosmonome Humanität? Am besten ist diese Haltung mit gewissen Eigenschaften einzukreisen: demokratisch, vorurteilsfrei, religionsfrei, human, eingeordnet im Kosmos und gewaltfrei. Unterschwellig ist der Autor auch wissenschaftsorientiert, wenn er es auch nicht explizit hinschreibt. Auf dem Hintergrund dieser Position liest man glasklare Befunde zu Zeiterscheinungen und Glaubensansichten, die durchaus schon seit Jahrhunderten anhalten können. Sie werden bekanntlich weder durch die lange Dauer noch durch die Millionen Anhänger richtig.
So sehr ich die Haltung des Autors weitgehendst teile: vorurteilsfrei ist sie nicht. Heikle Punkte, die sich daraus ergeben: Folter, gerechter Krieg, Fragen der Bioethik, werden kaum diskutiert.
„Menschliches Glauben“ ist kein Buch, das man von vorne bis hinten auf einmal durchliest. Man wird sich immer wieder einzelne Abschnitte vornehmen. Wer den Thesen des Autors nicht folgt, findet kaum Begründungen. Das ist grossenteils der mosaikartigen Struktur und dem aphorismenartigen Charakter des Werkes geschuldet. Zur Lektüre ist „Menschliches Glauben“ sehr zu empfehlen.

Das Buch ist u.a. erhältlich bei:

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weltbild.de

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